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Sensenmeisterschaft in Rositz wird zum Volksfest

Thüringen sucht den besten Rasenmäher Sensenmeisterschaft in Rositz wird zum Volksfest

Zum 13. Mal fanden am Sonntag in Rositz die Thüringer Meisterschaften im Einzelmähen mit der Sense statt. Insgesamt hatten 49 Teilnehmer gemeldet – vier Kinder, elf Frauen und 36 Männer. Bei den Männern wurde der amtierende Meister André Schneider seinen Titel los. Dennoch hatte er einen Grund sich zu freuen.

Auslosung der Parzellen per Überraschungsei. Karl Heymann (l.) weist jedem Teilnehmer der Meisterschaften sein Stück Wiese zu.

Quelle: Klaus Peschel

Rositz. So akkurat wurde die Bauhofwiese in Rositz wohl noch nie gemäht. Und auch noch nie so lautlos. Am Sonntag fanden in der Gemeinde die 13. Thüringer Meisterschaften im Einzelmähen mit der Sense statt. Vier Kinder, 11 Frauen und 36 Männer griffen zur Sense und machten der Mahd ein schnelles Ende. Am Vormittag wurden die Sieger bei den Frauen und den Kindern ermittelt. Am Nachmittag stand dann der Sieger bei den Männern fest. Und die Wiese war ökologisch sauber.

Die Pokale zur Ehrung der Besten stifteten die Thüringer Landwirtschaftsministerin und Schirmherrin der Thüringer Meisterschaften, Birgit Keller, die Landrätin des Altenburger Landes, Michaele Sojka, und der Bürgermeister der Gemeinde Rositz, Steffen Stange. Auf die Beine gestellt wurde alles durch die Futterschroter aus dem Altenburger Land, durch den Karnevalclub Rositz, den Heimatverein und die Gemeinde. Das bereits zum vierten Mal, und auch diesmal wurde die Sensenmeisterschaft zu einem kleinen Volksfest.

Die Karnevalisten waren was Speis und Trank betraf für das Deftige zuständig, der Heimatverein eher für das Süße. „Wir haben 14 Kuchen gebacken“, sagte Maria Kral vom Heimatverein. Gemeinsam mit Monika Bethge stand sie hinter dem Tresen und sorgte immerzu für Nachschub. Zum ersten Mal beteiligte sich die Kriebitzscher Agrargenossenschaft an solch einer Veranstaltung und ließ auf dem Festplatz alte und neue, schwere und leichte Landwirtschaftstechnik aufrollen.

Der Renner war ein Mähdrescher. Wie passend zu einer Sensenmeisterschaft. Er wurde zum Klettergerät nicht nur für Kinder, sondern auch für deren Eltern, Omas und Opas. Wann kann man sich schon einmal von einem Mähdrescher aus die Welt von oben anschauen. Für musikalische Unterhaltung war auch gesorgt. Die war nicht ländlich bäuerlich, sondern eher schottisch sparsam, aber schön.

Bürgermeister Steffen Stange hatte Dudelsackmusik geordert und den in Starkenberg lebenden Jens Gläser nach Rositz eingeladen. Der Mann beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit schottischer Geschichte und Musik. Und er blieb nicht Alleinunterhalter an diesem Mittag. Er bat Karl Heymann neben sich, den Cheforganisator der Sensenmeisterschaft. Gemeinsam brachten sie ein bekanntes Volkslied aus dem Erzgebirge zu Gehör: „´s is Feierobnd“. „Von wegen Feierabend, jetzt geht es wieder richtig los“, damit ließ Karli gar nicht erst Aufbruchstimmung aufkommen.

Die Parzellen für den Einzelwettbewerb der Männer wurden ausgelost. Sie sind sechs Meter breit und zehn Meter lang. 36 Hände griffen sich ein Überraschungsei und zogen damit ihre Parzellennummer. Das kleine begraste Stück Land wurde sofort in Augenschein genommen. Unter den Anwärtern auf den diesjährigen Titel ist auch der amtierende Thüringenmeister André Schneider. Er kommt aus Reinstädt bei Kahla und ist dort Landwirt. Ob er den Meistertitel verteidigen wird? „Das kann man vorweg nicht sagen“, antwortete er lakonisch. Bei der Sauberkeit könne man viel verlieren, fügt er hinzu.

Jeweils drei Wettkämpfer sind zur gleichen Zeit auf der Wiese. Weit genug voneinander entfernt, ein Foul mit der Sense ist schmerzhaft. Pro Sportsmann gibt es zwei Zeitnehmer, drei Schiedsrichter urteilen über die Sauberkeit der Mahd. Für André Schneider sah es gut aus. Lange Zeit. Fünf Sensenmänner standen noch aus und André Schneider steht immer noch auf Platz eins. Doch dann passierte es, es gab drei, die besser waren. Der diesjährige Thüringer Meister im Mähen mit der Sense heißt Frank Otto und kommt aus Möckern im Saale-Holzland-Kreis.

Ein Trost für André Schneider: Sein 14-jähriger Sohn Benito wurde Thüringenmeister bei den Kindern. Die Trophäe bei den Frauen holte sich Aline Albrecht aus Sommeritz bei Schmölln.

Von Klaus Peschel

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