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Altenburg Sojka: Altenburger Land muss Abwanderung stoppen und Zuzug verstärken
Region Altenburg Sojka: Altenburger Land muss Abwanderung stoppen und Zuzug verstärken
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00:30 31.10.2015
Landrätin Michale Sojka, Familienministerin Heike Werner (beide Linke ) und Klinikum-Geschäftsführer Lutz Blase kurz vor Beginn der Veranstaltung.   Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Dem Altenburger Land gehen die Einwohner aus, und auch die Bewohner werden immer älter. Was ist das treffender, als unter diesen Voraussetzungen über die Familienfreundlichkeit des Landkreises und seiner Betriebe zu reden und über die Perspektiven des Altenburger Landes an sich. Diesen Themen widmete sich eine Veranstaltungsreihe am Dienstag im Klinikum Altenburger Land. Organisiert wurde sie von einer Serviceagentur Demografischer Wandel.

Thüringens Arbeits- und Familienministerin Heike Werner (Linke) schätzte dabei ein, dass Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch nicht überall erreicht sei. Der Anspruch gelte auch für Frauen und Männer gleichermaßen. Die Schaffung von Zeit für die Familien sei dabei wichtiger als die Verfügbarkeit als Arbeitnehmer. Sowohl den Bevölkerungsrückgang als auch die Überalterung bezeichnete Werner als die größten Herausforderungen. So wird allein das Altenburger Land bis 2030 überdurchschnittlich viele Einwohner verlieren. Der Anteil der über 65-Jährigen wird sich in dieser Zeit von einem Viertel auf ein Drittel erhöhen. Allerdings habe man gute Voraussetzungen, sich dieser Herausforderung zu stellen, sagte die Ministerin. Dabei sei natürlich die Familienfreundlichkeit ein Erfolgsfaktor für die betreffende Region. Ebenso würden familienfreundliche Betriebe es in Zukunft leichter haben, ausreichend qualifizierte und Mitarbeiter zu finden.

Wie wichtig es gerade für ihren Landkreis ist, sich diesem Problem zuzuwenden, ging aus einigen Statistiken hervor, die Landrätin Michaele Sojka (Linke) auflistete. So sei der Anteil der Haushalte mit Kindern thüringenweit im Altenburger Land am geringsten. Neben der zweithöchsten Arbeitslosenquote werde die höchste Jugendarbeitslosigkeit und der höchste Anteil von Hartz-IV-Empfänger unter 15 Jahren verzeichnet. Darüber hinaus weise der Landkreis das zweitniedrigste Steueraufkommen pro Einwohner in Thüringen auf.

Als positive Standortmerkmale im Bezug auf Familienfreundlichkeit zählte Sojka unter andren die Schullandschaft und die Vielzahl der Bildungsstätten sowie die dort organisierte Jugendsozialarbeit auf. Ganz besonders hob sie jedoch die Auditierung des Altenburger Landes als familienfreundlicher Landkreis hervor – als dem zweiten in Thüringen überhaupt. Damit sei ein Prozess in Gang gesetzt worden, um sowohl die Wirtschaft zu stärken, als auch eine familienfreundliche und kulturvolle Region zu sein. Ihr Ziel werde sein, dass das Altenburger Land ein wirtschaftsstarker Landkreis ist, wo Familien gern leben. Sojka verzeichnete für ihre Landkreis sowohl eine starke Wirtschaft mit teils weltweit agierenden Unternehmen als auch eine starke Landwirtschaft.

Allerdings müsse man aufpassen, nicht auf das Niveau von 70.000 Einwohner abzurutschen. Die Abwanderung müsse gestoppt und der Zuzug verstärkt werden, forderte die Landrätin. Dafür müsse die Lage des Landkreises im Zentrum Mitteldeutschlands genutzt werden. Sojka sprach sich für eine Abkehr davon aus, sich als Randlage von Thüringen zu bezeichnen und zu begreifen. Nur dann könnten die Vorteile genutzt werden, die sich aus der Stellung in der Mitte Mitteldeutschland ergeben.

Im Anschluss an die Ansprachen der Ministerin und der Landrätin gingen Fachleute auf das Thema wirtschaftsfreundliche Wirtschaftsregionen und auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, auf Neuregelungen beim Bundeselterngeld- und dem Elternzeitgesetz ein.

Von Jens Rosenkranz

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