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Altenburg Sonargerät der Altenburger Firma OKM spürt Wasser in afrikanischen Dörfern auf
Region Altenburg Sonargerät der Altenburger Firma OKM spürt Wasser in afrikanischen Dörfern auf
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04:15 19.12.2017
Die OKM-Geschäftsführer Ingolf Müller (l.) und Andreas Krauß (r.) übergeben das Ortungsgerät an die Vereinsmitglieder Renate und Herbert Querfurt sowie Heiner Behrmann (v.r.). Quelle: Jens Paul Taubert
Altenburg

Eine goldene Pyramide am Ortsrand von Altenburg kurz vor Windischleuba ist das Wahrzeichen der Firma OKM. Drinnen plätschert Wasser über blaue-weiße Fließen – eine sprudelnde Ehrerbietung gegenüber dem kostbaren Nass. Denn es gibt Gegenden auf der Welt, wo Wasser schon jetzt wertvoller als Gold und vor allem schwierig zu finden ist. Dafür hat die Altenburger Firma Geräte entwickelt, die Wasser bis zu einer Tiefe von 250 Meter aufspüren kann, ohne danach auf gut Glück bohren zu müssen. Solche sogenannten Geoseeker sind vor allem in Wüstenländern heiß begehrt, weshalb OKM diese seit vier Jahren herstellt und dorthin verkauft. Die Bilder aus der Tiefe werden dreidimensional und in Farbe geliefert und zeigen den Verlauf der Ader und die Menge an Wasser.

Auch der Verein „Aktion Pro Afrika“ hat davon gehört. „So ein Gerät wäre ein Traum für uns“, sagt Vorsitzender Herbert Querfurt der OVZ. Sein Verein mit Sitz in Bochum kümmert sich im afrikanischen Mali seit Jahren um eine bessere Versorgung mit Wasser, baut kleine und größere Brunnen, die für Orte mit 300 bis 1500 Einwohnern ausreichen. 25 Anlagen wurden bereits errichtet, vor allem in der Sahel-Zone, die für ihre Trockenheit berüchtigt ist, und in Dörfern, die bislang keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser haben.

Der zuständige Wasserbau-Ingenieur Makam Keitha fand in Mali durch Zufall einen Prospekt der Altenburger Firma, allerdings auf Französisch, und bat Vereinsmitglieder, Kontakt zu OKM aufzunehmen und um Hilfe zu bitten. Denn ein solches Wasser-Sonar kostet rund 10 000 Euro. „Das können wir uns nicht leisten“, sagt Herbert Querfurt, dessen Hilfsaktionen weitestgehend von Privatpersonen aus dem Ruhrgebiet finanziert werden.

Für einen einfachen Ziehbrunnen müssen zwischen 10 000 und 12 000 Euro aufgewendet werden, für eine große solarbetriebene Pumpe mitunter auch 40 000 Euro. Jede Gemeinde muss von den Kosten einen Eigenanteil von zehn Prozent aufbringen, damit die Investition Wert geschätzt und auch pfleglich behandelt wird, sagt der Vereinsvorsitzende. Weitere Hilfsprojekte sind der Bau von Schulen und Gesundheitszentren.

Für solche Hilfeleistungen war OKM bereit, selbst zu helfen. Denn die Firma in der goldenen Pyramide erreichen oft Bitt-Briefe, erzählt Andreas Krauß, einer der beiden Geschäftsführer. In diesem Fall entschloss er sich sofort, den Verein zu unterstützen und die Hälfte der Kosten des Wassersuchers zu übernehmen. „Wir möchten den Menschen in Mali helfen, wollen, dass sie sauberes Trinkwasser bekommen“, sagt Ingolf Müller, der andere Geschäftsführer. Zielführender sei, die Lebensverhältnisse in Afrika zu verbessern, um zu verhindern, dass sich die Menschen aus ihrer Not heraus auf den Weg nach Europa machen. Und ein Grund des Übels sei der Mangel an sauberem Wasser.

Kürzlich fand die Übergabe des Geoseeker-Koffers in Altenburg statt, der von einer dreiköpfigen Delegation des Vereins entgegengenommen wurde. „Das ist phantastisch, wir freuen uns sehr“, sagte Herbert Querfurt. Durch diese Hilfe sei es nun möglich, zwei Brunnen zusätzlich zu bauen. Denn das Sonargerät spart Zeit und vor allem jene Kosten, die durch die teuren Bohrungen aufgewendet werden müssen.

Bei OKM geht derweil die Tüftelei in der goldenen Pyramide weiter. 2018 sollen Geräte entwickelt und auch gebaut werden, die bis zu 1000 Meter in die Tiefe blicken können.

Von Jens Rosenkranz

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