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Altenburg Sonne satt – wer sind die Hitzegewinner im Altenburger Land?
Region Altenburg Sonne satt – wer sind die Hitzegewinner im Altenburger Land?
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19:15 14.09.2016
Wer kann da schon widerstehen? Denis Doimo kredenzt Früchteeisbecher à la Venezia. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Deutschland schwitzt. Hitzewarnungen bei 32 Grad und mehr im Schatten. Wann gab es das zuletzt mitten im September, wenn das Laub schon unter den Füßen zu rascheln beginnt?! Doch während so mancher die für Freitag angekündigte Abkühlung herbeisehnt, können andere von diesem Sommerwetter nicht genug bekommen.

Zu den Hitzegewinnern gehört beispielsweise die Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa), die seit diesem Jahr das Freibad der Kreisstadt betreibt. Denn das Unternehmen hatte Mitte August noch eine ziemlich ernüchternde Zwischenbilanz der Badesaison 2016 gezogen. Mit 23 039 lag die Besucherzahl zu diesem Zeitpunkt deutlich unter den Erwartungen angesichts der im Vorjahr erreichten Zahl von 41 292. „Die aktuelle Hitzewelle hat die Differenz zu 2015 spürbar verringert“, freut sich Ewa-Sprecherin Carola Blümel.

Seit Öffnung des Freibades am Pfingstmontag bis einschließlich Dienstag dieser Woche besuchten insgesamt 36 800 Gäste das Südbad. Bis dato waren das 89 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bis zum Sonntag, dem letzten Öffnungstag, hofft man, bis auf 92 Prozent zu kommen. Denn die Gästezahlen haben sich von 424 am 10. September innerhalb von nur vier Tagen bis 800 am 13. September fast verdoppelt.

„Damit haben wir den Vorjahreswert eines Supersommers zwar nicht steigern können, sind diesem aber doch sehr nahe gekommen. Das liegt auch an den guten Bedingungen, die unsere Gäste im hiesigen Bad vorfinden und an den motivierten Mitarbeitern“, so Blümel. „Allerdings hätten wir das jetzige, so stabile Hochdruck in der Ferienzeit gebraucht.“

Mit der Sonne um die Wette strahlt auch Denis Doimo. Denn der Inhaber des Eiscafés „Venezia“ am Altenburger Markt kann sich vor abkühlungshungrigen Schleckermäulern, die seinen Freisitz bevölkern, momentan kaum retten. „Nach dem ziemlich miesen Frühling und Sommeranfang ist dieser heißeste September seit der Wetteraufzeichnung für uns ein willkommener Ausgleich“, sagt er. Zumal der aus Italien stammende Unternehmer die zusätzlichen, unerwarteten Einnahmen angesichts seiner enormen Investition mehr als gut gebrauchen kann.

Denn das Eiscafé war in den Wintermonaten komplett umgebaut worden, verfügt jetzt über eine größere Fläche, mehr Sitzplätze und Klimaanlage. Die Funktionalität wurde verbessert, der Straßenverkauf verändert „Wir haben uns deshalb auch entschieden, in diesem Jahr bis zum zweiten Advent geöffnet zu haben und die Winterpause damit deutlich zu verkürzen“, erzählt der Chef. Doch daran mag jetzt noch niemand denken. „Jetzt genießen wird diesen Sommer.“ Joghurt-Becher sind laut Denis Doimo der Heiße-Tage-Hit schlechthin, auch Milchshakes sind stark gefragt. Der 38-Jährige selbst bevorzugt aber zwei Kugeln Haselnuss und Schokolade in der guten alten Waffel. „Schoko zuunterst, damit sie die Tüte bis unten füllt“, lacht er.

Lachen kann auch Kathrin Meier. „Ein allabendlich sehr gut gefüllter Biergarten ist eine Entschädigung für den doch sehr durchwachsenen Sommer“, so die Inhaberin der Altenburger Gastwirtschaft Kulisse. „Die Leute nutzen wirklich jeden Tag, weil es dem Wetterbericht zufolge ja bald vorbei ist. Und sie sind alle gut gelaunt, bleiben lange draußen, auch wenn es abends doch relativ schnell abkühlt. Dann kuscheln sie sich eben in die bereitliegenden Decken.“

Ein Mehr an Arbeit bedeutet die Hitzewelle nicht nur für Bad- und Biergartenbetreiber oder Eisverkäufer, sondern auch für Getränkehändler. Aber niemand beklagt sich darüber. Auch beim in Nobitz ansässigen Getränkehandel Donat ist man darüber einfach nur hocherfreut. „Denn das hilft angesichts des anfangs recht mauen Sommers beim Wirtschaften“, erklärt Lutz Köhler, im Unternehmen für Marketing und Vertrieb zuständig. In allen 21 eigenen Getränkestützpunkten in Ostthüringen und Westsachsen sowie beim Großhandel gibt es derzeit eine deutlich verstärkte Nachfrage. „Nach allem, nicht etwa nur nach Wasser“, sagt Köhler.

Von Ellen Paul

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