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Sozialarbeiter an Schulen wollen feste Jobs

Sozialarbeiter an Schulen wollen feste Jobs

Sie unterstützen Schüler bei persönlichen, sozialen, familiären und schulischen Problemen, sind dabei vertraulich, verlässlich und einfühlsam. Sie helfen jungen Menschen bei ihrer beruflichen Orientierung und reden, wenn es Not tut, auch mal mit den Eltern - die Schulsozialarbeiter.

Im Moment gibt es zwölf von ihnen, die an ebenso vielen Schulen im Landkreis eingesetzt sind. Möglich macht dies ein Förderprogramm des Landes, das es seit August 2013 gibt und aus dem die Sozialarbeiter zu 100 Prozent bezahlt werden.

 

Für das bald beginnende Schuljahr überbrachte Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) am Mittwoch einen neuen Förderscheck in Höhe von 480 000 Euro und hörte sich die Probleme der Betreuer an. Ganz oben dabei stand deren Wunsch nach einer Festanstellung. Denn im Moment ist die Sozialarbeit an Schulen in Thüringen auf drei Jahre begrenzt. Und weil das so ist, haben sich im Landkreis seit 2013 bereits sieben Sozialarbeiter einen anderen Job gesucht.

 

Deswegen hat sich Landrätin Michaele Sojka (Linke) gestern für eine Entfristung dieser Stellen und eine Verstetigung der Landes-Förderung ausgesprochen. "Wir wollen keine pausenlosen Wechsel der Sozialarbeiter an den Schulen", sagte sie im Beisein der Ministerin. "Die Bezugspersonen für die Schüler müssen auf Dauer da sein."

 

Doch das ist nicht so einfach. Klaubert sagte gestern zwar zu, die Fortsetzung der Finanzierung im Haushalt 2016/17 anzumelden. Da die dazugehörige Förderrichtlinie ausläuft, werde auch eine neue aufgelegt, kündigte sie ebenso ab. "Solange ich etwas zu sagen habe, werde ich für dieses Programm werben."

 

Doch Klaubert weiß, dass sich solche Förderprogramme, zum Beispiel unter einer neuen Landesregierung, schnell ändern können. Für eine Festanstellung müssten die Träger der Sozialarbeiter sorgen - auf eigenes Risiko. Das sind neben dem Landratsamt und der Altenburger Stadtverwaltung drei freie Einrichtungen, wie das Innova Sozialwerk und die Caritas. Der Kreis müsste mit gutem Beispiel vorangehen, doch bekanntlich tut sich der Kreistag mit neuen Stellen für die Verwaltung äußerst schwer.

 

Die Schulsozialarbeiter sind an neun Regelschulen, einem Gymnasium und zwei Berufsschulen im Einsatz. Sechs Bildungseinrichtungen befinden sich in Altenburg, weitere in Schmölln, Meuselwitz, Gößnitz, Nöbdenitz, Treben und Niederhain. Insgesamt hatten sich 16 Schulen für einen Sozialarbeiter beworben, weshalb der Jugendhilfeausschuss des Kreistages eine Auswahl treffen musste. Entscheidend dabei waren Kriterien wie Mobbing, Schüler mit Migrationshintergrund, Schulverweigerung und Verhaltensauffälligkeiten.

 

Die Landrätin machte deutlich, dass das Altenburger Land mit seiner überdurchschnittlich hohen Rate an Kindern aus Hartz-IV-Familien Sozialarbeit an allen Schulen benötige. Das Land werde jedoch aus finanziellen Gründen nicht mehr als ein Drittel der Schulen betreuen können, machte die Ministerin deutlich. Wenn man mehr wolle, ginge das nur mit einem weit größerem Engagement der Kommunen. © Kommentar

Jens Rosenkranz

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