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Sozialarbeiter für zwölf Altenburger Schulen verlängern Verträge

Bis 2019 Sozialarbeiter für zwölf Altenburger Schulen verlängern Verträge

Fünf von 13 Schulsozialarbeiterinnen des Landkreises haben am Mittwoch während einer Pressekonferenz ihrer Verträge bis 2019 verlängert. Landrätin Michaele Sojka (Linke) nutzte die Veranstaltung, um bei der Landesregierung klare gesetzliche Regeln einzufordern, die eine Entfristung dieser Verträge ermöglichen.

Fünf der 13 Schulsozialarbeiterinnen (vordere Reihe) verlängerten am Mittwoch im Beisein von Landrätin Michaele Sojka (Linke, 3. v.l.) im Landratsamt ihre Verträge.

Quelle: Jana Fuchs

Altenburg. Arbeitsverträge im Landratsamt werden nicht in aller Öffentlichkeit unterzeichnet. Am Mittwoch machte Landrätin Michaele Sojka (Linke) eine Ausnahme. Aus gutem Grund. Die Kreisbehörde verlängerte ihre Zusammenarbeit mit sechs Schulsozialarbeiterinnen.

Insgesamt gibt es 13 von ihnen im Landkreis, weitere sechs sind bei freien Trägern, wie der Innova oder der Caritas, beschäftigt. Im Einsatz sind sie an ebensovielen Schulen des Landkreises, und das bereits seit 2013. Möglich macht dies ein Förderprogramm des Landes, das es seit August 2013 gibt und aus dem die Sozialarbeiter zu 100 Prozent bezahlt werden. Sie schreiten ein bei Mobbing und Ausgrenzung, schlichten Konflikte, helfen in den Berufsschulen bei Jobs und Berufswahl. Und wenn es sein muss, treten sie auch an Lehrer heran und vermitteln ihnen die Lebenswirklichkeit ihrer Schützlinge.

Ein neues Feld hat sich seit geraumer Zeit auch wegen der zunehmenden Zahl von Flüchtlingskindern aufgetan, die integriert werden müssen und dabei Hilfe brauchen und bekommen.

Das alles sind wichtige Themenfelder, vor allem im Altenburger Land, wo bis zu einem Drittel der Schüler auch noch unterhalb der Armutsgrenze leben. Doch ein Gesetz, wonach es die Schulsozialarbeiter geben muss und zwar an allen Schulen, gibt es in Thüringen nach wie vor nicht. Was es gibt, ist ein Förderprogramm, dass zwar seit 2013 immer wieder erneuert wird, aber niemand weiß, wie lange, und dessen Geld auch nicht für alle Schulen reicht.

Die Landrätin ärgert diese Ungewissheit. Sie will beim Thema Kindeswohl mehr Planbarkeit,Verlässlichkeit und Kontinuität, und dass wollen auch die Schulsozialarbeiter, die immer damit rechnen, dass ihre Stellen auslaufen. Einige von ihnen habe sich deswegen auch schon festere Stellen besorgt. Für die Schüler ist dies kein optimaler Zustand, wenn die Vertrauenspersonen wechseln. Diese Kritik brachte Sojka am Mittwoch vor der Presse erneut an.

Neu ist sie aber nicht. Für die Entfristung der Stellen und eine Verstetigung der Landes-Förderung hatte sich Sojka erst 2015 ausgesprochen. „Wir wollen keine pausenlosen Wechsel der Sozialarbeiter an den Schulen. Die Bezugspersonen für die Schüler müssen auf Dauer da sein“, hatte die Landrätin im Beisein ihrer Parteifreundin und Bildungsministerin Birgit Klaubert gefordert. Getan hat sich seit dem nichts.

Warum, dass vermochte am Mittwoch Sojka nicht zu sagen, obwohl die Schulsozialarbeit im Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Landesregierung steht. Sie vermutet, dass es am Geld liegt. Doch auch das sei für sie kein Argument angesichts der unbesetzten Lehrerstellen, die nicht bezahlt werden und das Geld deshalb vorhanden sei. Sojka führte auch die 72 Schulbegleiter im Landkreis an, die sich um 80 Schüler kümmern, die zuvor in den Förderschulen unterrichtet worden waren, nun aber in Grund- oder Regelschulklassen unter dem Fachbegriff Inklusion intensiv betreut werden. Dies kostet im Jahr knapp eine Million Euro.

Zum Vergleich: Die 13 Schulsozialarbeiter kümmern sich um rund 3830 Schüler, plus die Zahl der Flüchtlingskinder. Schüler aber gibt es viel mehr. Denn an den Grundschulen des Kreises gibt es gar keine Sozialarbeit, auch nicht an drei Regelschulen und vier Gymnasien. Der Jugendhilfeausschuss des Kreises hatte 2013 beschlossen, wo die Sozialarbeiter eingesetzt werden. Entscheidend dabei waren Kriterien wie Mobbing, Schüler mit Migrationshintergrund, Schulverweigerung und Verhaltensauffälligkeiten. Dieses Votum gilt bis 2019. Dann läuft das Förderprogramm aus.

Von Jens Rosenkranz

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