Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Sozialverein Talisa betreibt seit einem Jahr Tafelladen und Sozialkaufhaus
Region Altenburg Sozialverein Talisa betreibt seit einem Jahr Tafelladen und Sozialkaufhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:34 11.03.2018
Marion Beyer und Madlen Sommer (v.l.) können auf ein Jahr Trägerschaft des Soliladens unter dem Dach von Talisa zurück blicken. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

„Unglaublich, wie die Zeit vergeht.“ Nicht nur Marion Beyer wirkt am Freitag immer wieder fast ein wenig ungläubig angesichts der Tatsache, dass es schon wieder ein Jahr her ist, als die Thüringer Arbeitsloseninitiative-soziale Arbeit - kurz Talisa – den Tafelladen in der Gabelentzstraße sowie das Sozialkaufhaus in der Ebertstraße aus der Insolvenzmasse der zahlungsunfähigen Ostthüringer Neue Arbeit übernommen und weitergeführt hat.

Schweres erstes Jahr

„Das war schon ein schweres Jahr“, gesteht Beyer, die als Regionalleiterin Ostthüringen alle Aktivitäten von Talisa in diesem Teil des Freistaates leitet. „Altenburg ist dabei schon ein sehr großes Projekt.“ Ziemlich stotternd sei der Start im Februar vergangenen Jahres gewesen, als sich hartnäckig Gerüchte hielten, mit dem insolventen Vorgänger seien auch die Angebote für die sozial Bedürftigen, wie beispielsweise Tafelladen und Sozialkaufhaus, den Bach hinunter gegangen. „Da mussten wir ganz intensiv die Werbetrommel rühren, um den Menschen zu zeigen, dass es all dies wirklich noch gibt“, ergänzt Madlen Sommer, die den Bereich Soliladen in der Ebertstraße leitet, wo preiswert beispielsweise Hausrat und Möbel erhältlich sind.

Und der gemeinnützige Verein, der in Altenburg schon seit Jahren in der Kollwitzstraße eine Nähstube sowie Kleiderkammer betreibt, nutzte dieses erste Jahr nicht nur, um sich vermehrt in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Neben den beiden Geschäften versorgen die Mitstreiter auch drei Schulen im Landkreis regelmäßig mit frischem und gesunden Frühstück. In Lucka kam ein Tafelladen im vergangenen Juli hinzu.

„Und wir planen auch, wieder in Schmölln präsent zu werden. Entsprechende Vorgespräche dazu hat es schon gegeben, die sehr positiv verlaufen sind. Auch dort wird so ein Angebot eines Tafelladens schmerzlich vermisst“, weiß Marion Beyer. Inzwischen habe Talisa mit diesem Engagement acht neue feste Arbeitsplätze geschaffen und beschäftigt über Beschäftigungsprogramme 13 weitere Menschen bei den Offerten für die Bedürftigen.

Angebot wird angenommen

Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Weshalb es am Freitag auch einen Tag der offenen Tür in der Ebertstraße gab, bei dem sich der eigentliche Soliladen, in dem Möbel angeboten werden, in ein kleines Café verwandelte. Auch eine kleine Verlosung fehlte nicht, wobei der Gewinn in die Arbeit von Talisa fließt. „Die ersten Neugierigen schauten gleich mit der Eröffnung vorbei“, weiß Madlen Sommer zu berichten.

Sicher: Darunter waren auch viele, die hier regelmäßig vorbeischauen. „Jeden Tag haben wir 40 bis 50 Kunden allein in der Ebertstraße“, weiß Sommer. Und da sei jede Altersschicht vertreten. Gleiches gelte auch für den Tafelladen, wo sich der Andrang auf hohem Niveau halte „und sogar weiter leicht ansteigt“, wie es die Regionalleiterin umschreibt.

Weshalb sie sich auch hütete, von einem Fest zum ersten Jahrestag zu sprechen. „Eher ein Gedenken, dass in einem reichen Land wie unserem so ein Bedürftigkeit da ist.“

Von Jörg Wolf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Altenburg Vor der Theaterpremiere - Ruth Brandin im OVZ-Interview

Die Ruth-Brandin-Story hat am 18. Februar Premiere im Altenburger Theater. Vor einem ersten Probenbesuch gab der einstige Schlagerstar der DDR im OVZ-Gespräch Antworten zu seiner Geschichte, sprach über die Stasi, die Amiga und die Zeit als Gaststättenleiterin

11.03.2018

Auf seiner jüngsten Sitzung entschied der Meuselwitzer Stadtrat über den Haushaltsplan und die Haushaltssatzung für 2018. Für reichlich Diskussion sorgte dabei der Eigenanteil für die Hochwasserschutzmaßnahme in Zipsendorf.

11.03.2018

Die Deutsche Bahn hat den Bahnhof in Altenburg verkauft. Neuer Eigentümer ist die Aedificia Infrastruktur- und Entwicklungsgesellschaft. Das in Frankfurt am Main sitzende Unternehmen musste für die repräsentative Immobilie ziemlich tief in die Tasche greifen.

11.03.2018