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Sozialverein versorgt jetzt Bedürftige in Altenburg mit Verpflegungsbeuteln

Statt warmer Küche Sozialverein versorgt jetzt Bedürftige in Altenburg mit Verpflegungsbeuteln

Der Sozialverein Ostthüringer Neue Arbeit hat die Umstrukturierung geschafft. Nach Angaben der Geschäftsführerin ist die Umstellung von der Ausgabe warmen Essens auf Verpflegungsbeutel in den letzten Monaten gelungen. Wegen ausufernder Kosten im Domizil in der Altenburger Friedrich-Ebert-Straße hatte der Verein die Notbremse gezogen.

Der Sozialverein Neue Arbeit unterhält einen Laden in der Altenburger Gabelentzstraße und versorgt von hier aus Bedürftige.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Hinter den Mitarbeitern des Vereins Ostthüringer Neue Arbeit liegen turbulente Monate. Denn zum 30. Oktober 2015 musste die Vereinsführung um Geschäftsführerin Adelheid Schatz förmlich die Notbremse ziehen und die warme Essensversorgung für sozial Bedürftige im einstigen Sitz der Heiste im Gewerbepark an der Altenburger Friedrich-Ebert-Straße wegen ausufernder Kosten einstellen.

Vor knapp drei Monaten wusste keiner so genau, ob die nahtlose Umstellung auf die Versorgung der Bedürftigen mit Lebensmitteln in Beuteln reibungs- wie nahtlos gelingen könnte. Am alten Standort blieb einzig die Verwaltung, alle anderen Aktivitäten mussten in großer Eile an andere, schon bestehende Standorte der Neuen Arbeit im Landkreis umgelagert und zudem neue Objekte für weitere dezentrale Ausgabestellen gefunden werden. „Die in der Ebertstraße angefallenen horrenden Energiekosten, die vor allem wegen der umfangreichen und viel zu hoch eingestellten Kühltechnik für den Küchenbetrieb anfielen, hätten dem Verein in absehbarer Zeit das Genick gebrochen. Das war aber einzig unser Fehler“, gesteht Schatz unumwunden ein.

Mit dem Stand von heute kann sie sagen, dass das Ruder erfolgreich herumgerissen werden konnte. „Wir haben in der Gabelentzstraße 6 in Altenburg für den Sozialladen nach einiger Suche ein günstiges und gut erreichbares Objekt für die Kreisstadt gefunden, das täglich von 10 bis 17 Uhr für Bedürftige geöffnet ist“, so die Geschäftsführerin. Im Rositzer Bernsteinhof, den der Verein seit etlichen Jahren in seiner Verantwortung hat, werde am 1. Februar ein weiterer Tafelladen eröffnet, der täglich von 10 bis 15 Uhr öffnen soll. In Meuselwitz nutzt der Verein derzeit jeweils Donnerstag und Freitag noch den Bürgertreff als Ausgabestelle, steht aber mit dem Chef der örtlichen Wohnungsverwaltung, Fred Reichel, in guten Gesprächen, um ein freies, bezahlbares Ladengeschäft in zentraler Lage nutzen zu können.

In Lucka werde ebenfalls das schon bestehende Domizil in den Räumlichkeiten der dortigen Bibliothek genutzt und steht mit Ausnahme des Mittwochs für die Hilfesuchenden offen. Gleiches gelte für die Ausgabestelle im Schmöllner Bürgertreff im Finkenweg, wo es die Beutel mit Lebensmittelspenden gibt. Gesucht würden aber in den jeweiligen Standorten noch freiwillige Helfer, die die Arbeit des Vereins unterstützen.

Besonders erleichtert ist Schatz auch angesichts der Tatsache, dass alle Supermärkte und Händler, die die Neue Arbeit mit Lebensmittelspenden versorgen und erst die Grundlage für dessen soziales Engagement sichern, zur Stange hielten. „Wir haben aber die regelmäßige Abnahme auch in der Zeit der Umstrukturierung nie unterbrochen“, betont die Geschäftsführerin.

Ungebrochen hoch sei die Nachfrage nach den preiswerten Lebensmitteln, informiert Adelheid Schatz. Der Bedarf steige sogar. „Im Altenburger Laden schauen beispielsweise immer mehr Flüchtlinge vorbei und fragen fast ausschließlich nach Obst und Gemüse.“

Stichwort Vitamine: Zwei Projekte laufen nach Angaben von Adelheid Schatz ebenso weiter: Das gesunde Frühstück für mehrere Schulen im Landkreis werde jetzt in der Gabelentzstraße gefertigt und ausgeliefert. Und auch die Tafelgärten, Quelle zahlreicher Vitaminbomben, sollen im neuen Jahr weitergeführt werden.

„Ich möchte in diesem Zusammenhang allen danken, die uns bei der Umstrukturierung geholfen haben und hoffe, dass sich weitere Sponsoren für unsere Arbeit finden. Denn ohne diese Unterstützung geht nichts“, hebt die Vereins-Geschäftsführerin hervor.

Von Jörg Wolf

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