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Altenburg Späte Ehre für unschöne Worte
Region Altenburg Späte Ehre für unschöne Worte
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18:32 29.10.2013
Wolfgang Fiedler (M.) nach der Auszeichnung durch den Chef des Kreisfeuerwehrverbandes Uwe Kaphahn (r.) und seinen Vize Andreas Hofmann. Quelle: Hofmann

Seine intern geäußerte Schimpfe drang bis zur OVZ, die den CDU-Politiker deswegen anrief. Bei diesem Telefonat drehte der Innenpolitiker dann richtig auf: "Das sind Zustände wie in der DDR in den 60er-Jahren, obwohl es da noch besser war. Eine Zumutung für die Kameraden. Eigentlich müsste das Gebäude sofort gesperrt und die Verantwortlichen vor den Kadi gezogen werden", rief er mit lauter Stimme in den Hörer. Und meinte damit nicht nur das Rathaus, sondern auch das Landratsamt.

Fiedler wusste, wovon er redete. Neben seiner Funktion als ehrenamtlicher Bürgermeister seines Heimatorts Tröbnitz ist er seit Langem auch Wehrführer in seinem Heimatort. In Altenburg bemängelte er die fehlende Abgasanlage, ungeeignete oder fehlende Trocknungseinrichtungen, veraltete Hallentore, ungenügende Brandschutzanforderungen und den miesen Zustand der Aufenthalts- und Ruheräume der Berufsfeuerwehrleute.

Für seine Zustandsbeschreibung musste der Politiker damals viele Prügel einstecken. Vor allem Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) wehrte sich heftig und bezeichnete Fiedlers Kritik als verantwortungslos. Doch die offenen Worte zeigten Wirkung. Altenburg bekam in der Folge am Weißen Berg ein neues Feuerwehr-Depot. Im Juni 2012 wurde es eingeweiht.

Fünf Jahre nach seinen deftigen Worten wurde Wolfgang Fiedler nun dafür geehrt. Die Altenburger Feuerwehrleute haben es nämlich nicht vergessen, wem sie ihre hochmoderne Wache unter anderem zu verdanken haben.

Der Landtagsabgeordnete wurde kürzlich durch den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Uwe Kaphahn, mit der Ehrenmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes Altenburger Land für besondere Verdienste im Brandschutz ausgezeichnet. Damit sollen Fiedlers Engagement im Feuerwehrwesen im Allgemeinen, vor allem aber sein unermüdlicher Einsatz für die Feuerwehren im Altenburger Land gewürdigt werden, wie aus einer Pressemeldung des Kreisfeuerwehrverbandes hervorgeht. Kaphahn nutzte für diese besondere Geste den Parlamentarischen Abend im Thüringer Landtag in Erfurt. 200 Feuerwehrleute aus dem gesamten Freistaat waren Zeuge der Auszeichnung. Jens Rosenkranz

Jens Rosenkranz

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