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Altenburg Spalatin-Gymnasium in Altenburg erfreut Senioren
Region Altenburg Spalatin-Gymnasium in Altenburg erfreut Senioren
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10:04 27.04.2017
Die Schülerinnen Paula, Karin und Johanna (von links) musizierten für die Senioren im Magdalenenstift.  Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

 Das Christliche Spalatin-Gymnasium gedenkt am 17. Januar traditionell ihrem Namenspatron – so auch am Dienstag. Zahlreiche Schüler sind am Vormittag ausgeschwärmt und haben sozial-diakonische Arbeit geleistet. Sie besuchten unter anderem das Magdalenenstift, das DRK-Seniorenpflegeheim Albert Schweitzer und das Klinikum Altenburger Land. Zum Abschluss trafen sich alle zu einer Andacht in der St. Bartholomäikirche, der ersten Wirkungsstätte von Georg Spalatin und dem Ort seiner Grablege. Den Anlass für dieses besonders vielfältige Programm bildete das 500-jährige Reformationsjubiläum.

Lieder raten und Büchsenwerfen mit Senioren

Im winterlich geschmückten Magdalenenstift waren die Schüler in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste gab den Bewohnern ein kleines Konzert mit Klavier, Gitarren und Flöten. „Ihr könnt spielen, bis eure Instrumente glühen“, rief eine Betreuerin ihnen zu. Dem Wunsch, ein Lied von Marianne und Michael zum Besten zu geben, konnten die Fünftklässler aber nicht nachkommen. Truppe zwei ließ sich von den Senioren Geschichten aus ihrer Kindheit erzählen. Dabei lief der 88-jährige Heinz Moebus zur Hochform auf, als er über sein Aufwachsen im ländlichen Raum berichtete. Die dritte Gruppe spielte mit den Bewohnern Büchsenwerfen, im Sitzen und mit kleinen Säckchen. Berührungsängste kamen bei den Schülern keine auf, versicherte Klassenlehrerin Christine List.

Malen und basteln mit Förderschülern

Am Spalatingymnasium gab es gemeinsamen Kunstunterricht – hier malen Kevin von der Regenbogenschule sowie Lena und Leticia vom Gymnasium. Quelle: Mario Jahn

Im Spalatin-Gymnasium selbst waren es ebenfalls Schüler der fünften Klasse, die gemeinsam mit Kindern der Regenbogenschule nach Vorlagen oder freihändig gemalt und gebastelt haben. Die zehnjährige Hannah hatte dabei besonders viel Spaß: „Das ist eine ganz tolle Sache. Vor allem finde ich es gut, auch mal einen Eindruck zu bekommen, wie es Förderschülern so geht.“ Gefallen an den Kunstaktionen fanden auch Lena (11) und Leticia (12). Erstere fertigte ein Sandbild für ihren Papa an, der am Dienstag Geburtstag gefeiert habe. Der elfjährige Richard entschied sich für ein Drachenmotiv. Er ließ wissen, dass er oft in seiner Freizeit male. „Aber hier mit den anderen Schülern zusammenzuarbeiten, ist auch ganz toll.“

Achtklässler als PR-Leute

Warum die Schule Spalatins Geburtstag gerade auf diese Weise beging? „Die Idee, das sozial-diakonische Element in den Mittelpunkt zu stellen, kam aus der Fachschaft Religion“, erläuterte Schulleiterin Birgit Kriesche auf OVZ-Anfrage. Der Theologe Spalatin führte in Altenburg den sogenannten „Armenkasten“ ein. Das war eine Art Almosenkasse. Die Einnahmen daraus wurden zur Versorgung von Bedürftigen verwendet. Des Weiteren seien die Jungen und Mädchen der achten Klasse schon das ganze Schuljahr über in einem diakonischen Praktikum tätig. Deshalb haben sie die gestrigen Aktionen PR-mäßig begleitet, machten Fotos, schrieben Texte. „Wir wollten das Ganze nicht so festzurren“, so Kriesche. „Unser Ziel war, dass die Schüler etwas Aktives machen. So bleibt bei ihnen mehr hängen, als wenn wir einfach nur mit ihnen Spalatins Grab besichtigen. Und sie sollten lernen, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch an andere.“

Die Achtklässer haben ihre Begleittexte sogar in Englisch verfasst. Der Grund: Diese sollen laut Kriesche auf die Internetseite school500reformation.net hochgeladen werden. Das sei eine internationale Plattform, die evangelische Schulen mit anderen evangelischen Schulen auf der gesamten Welt verbindet. Daraus sollen sich Aktivitäten rund um das Reformationsjubiläum entwickeln und miteinander geteilt werden. Das Netzwerk soll auch nach 2017 fortbestehen.

Von Matthias Klöppel

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