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Altenburg Spalatin auf dem Straußenei – Raritäten im Altenburger Schlossmuseum
Region Altenburg Spalatin auf dem Straußenei – Raritäten im Altenburger Schlossmuseum
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11:49 05.04.2017
Museumspädagogin Gabriele Heinicke präsentiert das eigens für die Altenburg-Ausstellung entworfene Ei mit dem Bildnis von Spalatin. Quelle: Klaus Peschel
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Altenburg

Die Osterausstellung anno 2017 im Altenburger Schlossmuseum steht ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums, christliche Motive auf Ostereiern bestimmen die Schau. Auch in diesem Jahr stammen die Exponate aus dem Fundus des Sammlerehepaares Edith und Waldemar Breitkreutz aus Gotha, die bereits acht von 17 Osterausstellungen üppig bestückt haben. Die beiden Sammler bereisten bisher 85 Länder, um ihren Fundus rund um das Osterfest ständig zu erweitern.

Das Sammlerehepaar Edith und Waldemar Breitkreutz. Quelle: Klaus Peschel

Edith Breitkreutz sprach vor den zahlreichen Besuchern der Vernissage am Sonntag über die Historie des Eies. Sie mahnte vor oberflächlichem Urteilen, das seien doch nur Eier, auf die jemand etwas drauf gemalt habe. Das Ei habe im Gegenteil die schon fast vollendete Form, so Breitkreutz, und diese Form werde durch die Bemalung zum Sinnbild des Lebens gestaltet. Über die Jahrhunderte sei das Ei Gegenstand der Kunst gewesen. Sie nannte Namen: Hieronymus Bosch und Salvador Dali. Ihre insgesamt 15 000 Objekte seien nach bestimmten Themen geordnet und sollen keinen beliebigen Überblick über das Osterei weltweit geben sollen.

War es im vergangenen Jahr der Eierbecher als Kulturgut, der im Fokus der Osterausstellung stand, so steht in diesem Jahr die christliche Symbolik im Vordergrund. Zu den schönsten Exponaten der Osterausstellung gehören die russischen Ikoneneier. Holzeier nach Art der Ikonenmalerei zu bemalen, ist eine alte russische Tradition. Die christlichen Motive sind dabei in der Regel Maria mit dem Kind, schöne Kirchen, Jesus, Heilige und Könige. Auf fünf dieser russischen Eier ist mit sehr viel Liebe zum Detail der Leidensweg Christi dargestellt.

Den findet man in der Ausstellung mehrfach wieder, so in 15 Porzellaneiern deutscher Herkunft. Interessant dabei ist, dass die Darstellung mit einem Weihnachtsmotiv beginnt. Mit der Geburt Christi in einer Krippe. Daran schließen sich die 14 Stationen des Leidensweges an, von der Verurteilung zum Tode bis zur Grablegung. Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich zunächst sieben Stationen des Leidensweges heraus. Im 18. Jahrhundert wurden es vierzehn. Sie wurden weltweit auf Bildern oder figürlich dargestellt. Sie sind auch als Ersatz für diejenigen gedacht, die nicht als Pilger die heiligen Stätten in Jerusalem aufsuchen können, erfährt der Besucher der Ausstellung. „Wie ein Vogel aus dem Ei gekrochen, so hat Jesus Christus das Grab zerbrochen“, lautet ein Osterspruch aus dem 17. Jahrhundert.

Schon im mittelalterlichen Ostergedenken lenkten theologische Interpretationen den Blick auf das attraktive Straußenei. So dürfen auch in diesem Jahr in der Ostausstellung die kunstvoll verzierten Straußeneier nicht fehlen. Aber auch Novitäten gibt es. So ist zum ersten Mal in einer Ausstellung ein 50 Zentimeter großes Tonei zu sehen, beklebt mit über 10 000 Strohteilchen. Und in einer Vitrine liegt neben zwei Straußeneiern, die das Bildnis von Martin Luther und Katharina von Bora zeigen, ein drittes, das speziell für Altenburg gemacht wurde. Es zeigt das Antlitz von Spalatin, so wie er den Betrachter von den Plakaten zur Ausstellung über den Reformator im Schloss anblickt.

Museumsleiterin Uta Künzl blickte in ihrem Eröffnungsvortrag auf die Geschichte der Osterausstellungen auf dem Schloss zurück. 1998 gab es die erste Schau. Obwohl damals sehr bescheiden, war sie doch der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Der ersten folgten 17 weitere Ausstellungen. Insgesamt wurden 69 000 Besucher gezählt. Das Schlossmuseum arbeitete dabei mit sieben Sammlern zusammen. Trotz dieses Erfolgs wird die aktuelle Exposition laut Veranstaltungskonzept des Schloss- und Kulturbetriebs die vorerst letzte ihrer Art sein. Es werden andere Prioritäten gesetzt, heißt es (die OVZ berichtete).

Die Osterausstellung ist bis zum 1. Mai täglich außer montags von 9.30 Uhr bis
17 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt kostet
drei Euro.

Von Klaus Peschel

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