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Altenburg Spalatiner hoffen weiter auf Fördermittel
Region Altenburg Spalatiner hoffen weiter auf Fördermittel
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00:29 29.03.2018
So soll laut Grafik des verantwortlichen Architekturbüro die neue Mensa im Spalatingymnasium Altenburg aussehen. Quelle: Repro: Mario Jahn
Altenburg

Ein Ritual wiederholt sich am christlichen Spalatingymnasium Altenburg tagtäglich: Ihr Mittagessen müssen die Schüler in drückender Enge in einem Provisorium eines umgeräumten Vorbereitungsraumes einnehmen. Weil der Schule ein Saal oder eine Mensa mit ausreichender Kapazität fehlt. Immerhin besuchen rund 400 Schüler die Einrichtung, um die 300 von ihnen nehmen an der Schulspeisung teil.

Der Traum von einer eigenen Mensa – er ist fast so alt wie das Gymnasium überhaupt. Schon im Jahr 2011 übergab der Förderverein zum zehnjährigen Schuljubiläum 10 000 Euro an die Spalatiner. Mit dem Geld sollten die notwendigen Bauplanungen und Entwürfe für diesen Neubau angeschoben werden.

Heute – sieben Jahre später – ist das Geld und noch einiges mehr ausgegeben. „Mittlerweile sind die Bauplanung und das Umwidmungsverfahren für den Neubau abgeschlossen und die Baugenehmigung beantragt“, sagt Johannes Schaefer, Vorsitzender des 240 Mitglieder zählenden Fördervereines. Nur von einem Neubau ist weit und breit noch nichts zu sehen.

Dabei wäre man theoretisch angesichts der fast komplett abgeschlossenen Planungen und Genehmigungen quasi sofort startbereit. Wenn Fördermittel in das 1,3 Millionen-Euro-Vorhaben fließen würden. Ohne die wäre das Projekt nicht zu stemmen. Schulleiterin Birgit Kriesche erlebt den Essensnotstand jeden Tag. „Vielleicht hätte man so eine neue Mensa fest in die Planungen mit integrieren müssen, als die Schule gegründet wurde“, meinte sie.

Mittlerweile haben sich auch die Schüler schon intensiv mit der „Phantom-Mensa“ befasst. Im Rahmen des Kunstunterrichts gestalteten sie ihre ganz persönlichen Vorstellungen, wie sie sich so einen zentralen Treffpunkt vorstellen könnten. Präsentiert wurden die Arbeiten unter anderem jetzt zur Frühlingsnacht.

Bei der evangelischen Schulstiftung Mitteldeutschland haben die Verantwortlichen in den zurückliegenden zwei Jahren Fördermittelanträge für die reale Mensa gestellt. Und sich zweimal einen abschlägigen Bescheid abholen müssen. Kein Wunder angesichts jener mageren zwei Millionen Euro, die das Land im Schulbauprogramm jährlich für freie Träger reserviert hatte. Die betreiben im Freistaat allein 160 Bildungseinrichtungen jeglicher Couleur.

Auch 2018 haben die Spalatiner einen neuen Vorstoß gewagt. „Aktuell liegt das Altenburger Vorhaben in unserer Prioritätenliste auf dem zweiten Rang“, bestätigt in Erfurt Thomas Eckhardt, Abteilungsleiter Finanzen der in Erfurt angesiedelten Stiftung, die im Freistaat für 18 Einrichtungen verantwortlich zeichnet. Unangefochten auf dem ersten Platz der Förderung liegt eine Regelschule in Gotha, wo die Gebäudesubstanz offenbar derart verschlissen ist, dass der Unterrichtsbetrieb auf der Kippe stehen könnte, wenn nicht dringend ein Neubau kommt.

Vielleicht hatte sich so mancher schon mit einer neuerlichen Absage für 2018 abgefunden. Eine Nachricht lässt jetzt Hoffnungen keimen: Vergangenen Monat informierte das für das Schulbauprogramm zuständige Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, dass im aktuellen Doppelhaushalt die bislang mit Abstand größte Summe in der Thüringer Geschichte mit jährlich 120 Millionen Euro zum Abbau des Sanierungsstaus an staatlichen und freien Einrichtungen eingestellt wurde. In den Vorjahren standen dafür nur je 50 Millionen Euro zur Verfügung – davon zwei für freie Träger.

„Mittlerweile steht fest, dass der Betrag von zwei auf vier Millionen Euro verdoppelt wurde“, weiß der Finanzchef der Kirchenstiftung, Thomas Eckhardt. Zugleich versicherte er, dass man als Träger auf jeden Fall die beiden ersten Bauvorhaben der Prioritätenliste beim Ministerium anmelden werde, wenn das möglich ist.

Ob nun in Altenburg die Sektkorken knallen können, bleibt unklar. „Bis Ende Mai will das Ministerium mitteilen, ob dieses Vorgehen funktioniert. Dann bleibt auch abzuwarten, ob es dafür grünes Licht gibt“, so Eckhardt zurückhaltend.

Von Jörg Wolf

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