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Sparkasse Altenburger Land auf Wachstumskurs

Jahresabschluss 2016 Sparkasse Altenburger Land auf Wachstumskurs

Die Sparkasse Altenburger Land ist auf Wachstumskurs. Das größte Kreditinstitut im Altenburger Land legte 2016 sowohl bei den Kreditvergaben als auch bei den Spareinlagen zu. Das geht aus dem Jahresabschluss 2016 hervor. Die Bilanzsumme wuchs demnach im Vorjahresvergleich um 3,3 Prozent auf 972,1 Millionen Euro. Allerdings gibt es eine ungemütliche Nachricht für Girokunden.

Die Sparkassendirektoren Bernd Wannenwetsch (links) und Daniel Höhn.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die Zinsen sind allgemein niedrig, doch gespart wird trotzdem kräftig. Im vergangenen Geschäftsjahr sind die Kundeneinlagen bei der Sparkasse Altenburger Land erneut gewachsen – um 4,4 Prozent auf nun rund 827 Millionen Euro. Vor allem Produkte mit vergleichsweise kurzen Laufzeiten sind beliebt, berichtete der Vorstandsvorsitzende des Kreditinstituts, Bernd Wannenwetsch, bei der Vorstellung des Jahresabschlusses 2016. Allerdings orientiert sich so mancher Anleger auch an Alternativen zu den Festzinsen. Die Gesamtanlagesumme im Bereich der Fonds und Wertpapiere, gelagert beim Sparkassen-Dienstleister Deka Bank, kletterte um immerhin 7,1 Millionen auf rund 120 Millionen Euro.

Sinnvoll Geld parken und wirtschaftlich arbeiten in Zeiten der anhaltenden Niedrigzinsphase: Das ist die beherrschende Herausforderung für Anleger und Kreditinstitute in diesen Tagen. „Hinsichtlich der Zinsentwicklung war das Jahr 2016 das schwierigste in der jüngeren Geschichte unseres Hauses“, sagte Wannenwetsch. Denn auch für die Sparkasse wird es zunehmend schwieriger, Erträge zu erwirtschaften.

In Reaktion darauf werden Kosten gesenkt. Etwa beim Personal. Hatte die Sparkasse im Jahr 2012 noch etwa 250 Mitarbeiter, sind es zum Stand 30. Juni 194. Ein weiterer Rückgang ist mittelfristig vorgesehen. Jährlich werden die Filialen – derzeit neun – auf Kundenfrequenz und -nachfrage überprüft. So sorgten 2016 drei Schließungen für Diskussionen: in Nobitz, in Wintersdorf und am Nordplatz in Altenburg (OVZ berichtete). Weitere Schließungen seien derzeit aber kein Thema, wenngleich nicht auszuschließen, sagte Wannenwetsch.

Und versicherte, dass bei solchen Entscheidungen nicht die Kosten, sondern das Kundenverhalten im Vordergrund stehe. „Der Wandel durch die Digitalisierung ist enorm“, so der Sparkassendirektor. Der Sektor Onlinebanking wachse, jedes Jahr ein Stück mehr. „Dementsprechend investieren wir. 2016 haben wir umfangreich neue Datenverarbeitungstechnik angeschafft, unter anderem um das Onlinebanking noch sicherer zu machen.“ Zudem sei der Onlineauftritt, die sogenannte Internetfiliale, neu aufgestellt worden. Ein Ausbau des Servicecenters, das Kunden telefonisch hilft, sei ebenfalls avisiert. „Wir lassen niemanden im Netz allein. Und wer zu Hause persönliche Beratung wünscht, bekommt diese auch im Internetzeitalter.“

An Gebührenerhöhungen führen allerdings auch die Strukturanpassungen nicht vorbei. Soeben erhielten die 42 000 Privatkunden, die bei der Sparkasse ein Girokonto haben, entsprechende Post. Zum 1. November, so Wannenwetsch, werde der Grundpreis um 1,90 Euro pro Monat erhöht – sowohl bei Basis- als auch bei Klassik- und Komfortkonto-Kunden. Geschäftsgirokunden zahlen 1,40 Euro mehr, Vereine – bislang ohne Grundpreis dabei – sollen 2,90 Euro entrichten. Dafür entfalle für sie allerdings die personenbezogene Gebühr fürs Onlinebanking. „Wir haben diese Preisanpassungen so transparent und offensichtlich wie möglich gestaltet. Es gibt deshalb keine veränderte Produktstruktur und keine Einschnitte bei den Leistungen.“

Maßgebliches Ziel sei es, so betonte Vorstandsmitglied Daniel Höhn, die Sparkasse auch weiterhin in stabiler Position zu halten. Das sei 2016 gelungen. Sogar mit einem im Vergleich zu 2015 um gut 60 Prozent höheren Jahresüberschuss in Höhe von 948 000 Euro, der vor allem durch ein straffes Kostenmanagement zustande gekommen sei.

Warum werden dennoch die Girokonten teurer? Die schwarzen Zahlen in der Bilanz seien wichtig, um die Sicherheitsrücklage der Sparkasse zu stärken, erklärte Höhn. „Die Gewinne fließen komplett dem Eigenkapital zu, werden nicht ausgeschüttet. Das ist für unser künftiges Geschäftswachstum nötig. Wir brauchen ein starkes Eigenkapital, um die Region mit Krediten versorgen zu können.“ Die Nachfrage in diesem Sektor wächst. 2016 stieg laut Bilanz das Kundenkreditvolumen um 9,4 Prozent auf rund 342 Millionen Euro. Das Darlehensgeschäft laufe insbesondere durch Baufinanzierungen sehr erfolgreich. Die Rücklagen würden, so Höhn, allerdings auch wegen immer neuer Regulatorien benötigt, auferlegt von Gesetzgeber und Bankenaufsicht. „Neue Wertpapiervorschriften, das novellierte Geldwäschegesetz, der neue Datenschutz – all das kostet in der praktischen Umsetzung viel Geld.“

Für Vereine und gemeinnützige Projekte im Altenburger Land bleibt bei der Sparkasse trotzdem noch einiges übrig. 240 000 Euro Spenden summierten sich in 2016, dazu rund 40 000 Euro für Sponsoring und etwa 85 000 Euro PS-Zweckerträge. Der lokale Branchenprimus – nach eigenen Angaben mit 52 Prozent Marktanteil im Altenburger Land – will auch beim sozialen Engagement weiter in vorderer Reihe stehen.

Von Kay Würker

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