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Sparkassen-Schließungen im Altenburger Land unumkehrbar

Drei Filialen betroffen Sparkassen-Schließungen im Altenburger Land unumkehrbar

Altenburgs Sparkassenchef Bernd Wannenwetsch hat am Montag im OVZ-Gespräch die Schließung der Filialen am Altenburger Nordplatz, in Nobitz und Wintersdorf verteidigt. Die Entscheidung sei unumkehrbar. Wie am Sonnabend exklusiv berichtet, stellen diese drei Filialen zum 30. September ihren Betrieb ein. Leser reflektieren das Vorgehen kritisch.

Wird geschlossen: die Sparkassen-Filiale in Altenburg-Nord.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Altenburgs Sparkassenchef Bernd Wannenwetsch hat am Montag im OVZ-Gespräch die Schließung der Filialen am Altenburger Nordplatz, in Nobitz und Wintersdorf verteidigt. Die Entscheidung sei unumkehrbar. Wie am Sonnabend exklusiv berichtet, stellen diese drei Filialen zum 30. September ihren Betrieb ein. Erste Leserreaktionen reflektieren das Vorgehen des Geldhauses kritisch.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Altenburger Land erklärte, dass die Entscheidung nach einer Standortanalyse gefallen sei. Die demografische Entwicklung wirke sich ebenso aus wie die Negativzinspolitik, die erheblich auf die Margen drückt, und das sich ändernde Kundenverhalten durch die Digitalisierung. Im Durchschnitt suche jeder Kunde nur einmal im Jahr eine Filiale zur Beratung auf, so Wannenwetsch, nutze aber etwa 200-mal die Sparkassen-App oder die Internet-Filiale – etwa für Überweisungen oder Kontostandsabfragen. Allein 2016 hätten sich weitere 3000 Kunden der Sparkasse dazu entschieden, das Online-Banking zu nutzen. „Wir haben da eine hohe Dynamik, die klassische Filiale verliert an Bedeutung.“ Darauf basierend reduziert die Sparkasse die Anzahl ihrer Filialen von zwölf auf neun, unterhält darüber hinaus aber noch fünf Selbstbedienungsstandorte.

Altenburg habe von 2000 bis 2013 rund 7800 beziehungsweise 19 Prozent seiner Einwohner verloren, so der Sparkassenchef. In Nord sei die Bevölkerung in der Zeit sogar um 41 Prozent geschrumpft. Analog sei die Zahl der Kunden rückläufig. „Das kann uns nicht kalt lassen.“ Hinzu komme, dass sich in Nord nicht mehr am Nordplatz, sondern am Kaufland das Leben konzentriere. In dem „hoch frequentierten Bereich“ habe die Sparkasse einen gut ausgestatteten SB-Pavillon. Es sei zumutbar, so Wannenwetsch weiter, beim Beratungswunsch den Weg in die Filialen Wettinerstraße oder Kornmarkt zu suchen. Eine weitere Filiale unterhält das Finanzhaus in Südost.

Während aus Altenburg-Nord die fünf Mitarbeiter an andere Standorte wechseln, sind Wintersdorf und Nobitz laut Wannenwetsch schon jetzt nur Selbstbedienungsfialen mit Beratungsraum und lediglich „temporär personell besetzt“. In Wintersdorf wird mit der Schließung auch der Geldautomat abgebaut. Die nächsten Standorte in Rositz und Meuselwitz seien gut erreichbar, meint der Sparkassenchef. In Nobitz soll der Automat von der Hauptstraße zu Marktkauf verlegt werden. „Die Filiale in Südost ist von Nobitz nur 3,5 Kilometer entfernt“, erklärt Wannenwetsch. Er verweist auch auf das Service-Center, das werktags von 8 bis 18 Uhr telefonisch zu erreichen ist. Hier könne vieles in Auftrag gegeben, selbst Wertpapiere könnten beratungsfrei geordert werden. Auf Wunsch würden die Berater die Kunden auch aufsuchen oder beim Einrichten des Online-Bankings helfen.

Laut Wannenwetsch ist die strategische Entscheidung zur Schließung der drei Filialen Ende 2015 gefallen. „Wir reden erst dann von Veränderungen, wenn sie auch umgesetzt werden können“, verteidigte er die Informationspolitik seines Haues. Inzwischen seien die organisatorische Fragen so weit geklärt, „dass wir Mitte Juli unser Kunden informieren“.

Aus deren Reihen gibt es erste kritische Äußerungen. „Die negative Entwicklung der Zinsen darf nicht auf dem Rücken der älteren Sparer ausgetragen werden, die zum großen Teil nicht in der Lage sind, moderne technische Geräte zu tätigen“, schreibt Eva-Maria Dambuk aus Wintersdorf. Wenn man schon in der Filiale in ihrem Dorf die altersmäßige Zusammensetzung der Kunden missachte, sollte man wenigstens mit einer Art Sparkassen-Mobil den „überwiegend älteren Kunden Möglichkeiten bieten, wie sie an ihr Geld kommen und Überweisungen und Bankgeschäfte tätigen können“. Zornig reagierte Siegfried Scharf aus Altenburg-Nord. Die Schließung sei eine „große Sauerei“. Er spreche für alle Mieter in seinem Haus, die alle über 60 seien. „Sollen die jetzt in die Wettinerstraße rammeln?“ Erst die Extra-Kaufhalle, jetzt die Sparkasse – in Nord werde alles zugemacht. Doch die alten Leute seien nicht gut zu Fuß, beklagt er.

Von Frank Prenzel

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