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Spaß rund um Skat

Spaß rund um Skat

Ganz im Zeichen von 200 Jahren Skat haben mehrere tausend Altenburger am Wochenende ihr beliebtes Altstadtfest gefeiert. Das Kartenspiel gab's dabei auch in ungewöhnlichen Variationen zu erleben: getanzt, geraten, gebastelt.

Altenburg.

Zum Standard-Programm gehörten wie immer viel Musik, Spaß und kulinarische Genüsse für Jung und Alt.

 

Tradition hin, Historie her: Ein doch eher (bier-)ernstes Kartenspiel und ein fröhliches Volksfest - wie soll das zusammenpassen? Es passt, entscheiden schon vor Monaten die Planer des beliebten Altenburger Altstadtfestes. Und schließlich soll die Feier der 200-jährigen Kartenspieltradition nicht nur ein Termin für Prominente sein, sondern allen Bürgern etwas bieten.

 

Deshalb spielen am Wochenende nicht nur wie gewohnt die Mitglieder des Folkloreensembles bei ihrem Auftritt auf der Festbühne ein bisschen Skat. Auch an anderen Stellen entdecken Gäste, die lange genug das Programm genießen, immer wieder Bezüge zum angeblich beliebtesten Kartenspiel der Deutschen.

 

Wie das ironisch auf die Spitze getrieben werden kann, zeigen die immer professioneller agierenden Mitspieler der Künstler- und Wenzelgarde gleich zum Beginn des nachmittäglichen Galaprogramms. Als "echte" Skater lassen sie sich weder von einem Räuber noch vom Unfall der Gattin ablenken.

 

Mit einer ungewöhnlichen Sicht auf das Skatspiel überrascht Heike Hennig. Die Leipziger Choreografin und Tänzerin hat das "Lebende Skatbild", das die Altenburger von früheren Festlichkeiten kennen, komplett umgemodelt: Statt des gewohnten, ordentlich sortierten Aufmarsches von 32 als Spielkarten kostümierten Akteuren bringt sie ein Tanzspiel auf die Bühne: Ihre (Karten-)Figuren haben Charaktere, von den stolzen Assen und edlen Königen bis zu den wilden Wenzeln und duckmäuserischen Luschen.

 

Tänzerisch werden Skatregeln und -begriffe erklärt, die Karten gemischt und gegeben. Allerdings wird diese eher sachliche Erzählebene etwas unvermittelt verlassen, als ein Spieler einen Grand ouvert in der Hand hält. Der Zuschauer erfährt noch, dass so was schon mal in Kosma passierte, doch dann beginnt eine Love-Story zwischen Eichel-Wenzel und Herz-Dame. Die liefert nicht nur den Titel des Stückchens - Herz ist Trumpf -, sondern bietet auch gleich noch Gelegenheit für ein schwungvoll-fröhliches Abschlusstänzchen.

 

Angesichts der relativ knappen Gelegenheiten zum Einstudieren ist das Ergebnis sehenswert. "Heike Hennig und ihre Darsteller kennen sich aber auch schon aus Zeiten der Prinzenraub-Festspiele, als sie sich um die Choreografien kümmerte und viele der heutigen Akteure noch als Freizeit-Schauspieler mitmachten", so Cheforganisatorin Susanne Stützner vom städtischen Kulturmanagement.

 

Doch nicht nur humorvoll-kulturell, auch ernsthaft-sportlich hat das Altstadtfest eine Überraschung in Sachen Skat parat: Das vom Deutschen Skatverband für den Sonntagvormittag angesetzte Jedermann-Turnier wird von den Interessenten fast überrannt. "Wir haben mit 200 Teilnehmern gerechnet, aber gut 240 sind gekommen", berichtet Verbands-Schatzmeister Hans-Jürgen Homilius. Zum Glück stehen auf dem Markt genügend Bierzelt-Tische, die zu diesem Zeitpunkt noch frei sind.

 

Das ändert sich freilich am Nachmittag wieder - trotz immer mal aufziehender Wolken. An beiden Tagen ist Altenburgs mit Abstand beliebtestes Fest gut besucht. Das kunterbunte Programm lässt Kinder Kartenkronen basteln und ein Auto anmalen, stellt Rätsel rund um den Skat, lädt zum Einkaufsbummel über einen, allerdings nicht sonderlich reichhaltigen, Markt, bietet Guggenmusik, Turmblasen und Dixieland. Und natürlich genug zu Essen und zu Trinken bei nur selten zu langen Schlangen. Wem dabei Steak, Roster, Pilzpfanne und Waffeln langweilig geworden sind, der probiert das Barbarossa-Fleisch am Stand des Lions-Clubs oder frisches Mühlenbrot mit Schmalz beim Bauernhofverein.

 

Den volksfestmäßig-passenden Stimmungshöhepunkt liefern am Sonnabendabend Tollhaus aus Franken. Weder Andrea Berg und die Puhdys, noch das Münch'ner Hofbräuhaus oder die Eisbär'n haben etwas mit Skat zu tun, aber allzu eng sollte das Motto des Altstadtfestes ja sowieso nicht ausgelegt werden. © Kommentar

Günter Neumann

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