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Spatenstich für 94-Millionen-Euro-Projekt

Spatenstich für 94-Millionen-Euro-Projekt

Gestern hatte deswegen der Verkehrskonzern zum feierlichen Baubeginn für den Umbau des Streckenabschnitts Paditz-Lehndorf eingeladen. Bis 2020 wird die Bahn auf diesem knapp fünf Kilometer langen Streckenabschnitt rund 94 Millionen Euro ausgeben.

Lehndorf.

 

 

 

 

"Der Umbau ist eine weitere Etappe zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Sachsen-Franken-Magistrale", erklärte Volker Hädrich, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Thüringen, gestern vor geladen Gästen beim ersten Spatenstich auf dem Bahnhofsgelände in Lehndorf.

 

Im Rahmen der Modernisierung der Magistrale werde die Deutsche Bahn allein in Thüringen insgesamt eine Milliarde Euro investieren. Dafür können der Schienenweg zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert sowie die Nebenanlagen mit moderner Technik ausgestattet werden. Die Mittel kommen zu einem Teil vom Bahn-Konzern selbst und zum andern Teil vom Bund. Denn der Streckenausbau ist im Bundesschienenwegeausbaugesetz vorgeschrieben und geregelt.

 

Obgleich gestern der offizinelle Baustart war, läuft die Umsetzung der Pläne bereits. Schon im Mai begannen die ersten vorbereitenden Arbeiten mit dem Abbruch der Kornhausbrücke und landschaftspflegerischen Ausgleichsmaßnahmen (OVZ berichtete). Nun aber geht es in die Vollen. Zumindest, was den ersten von zwei Bauabsichten betrifft. Dieser umfasst hauptsächlich Erneuerungen auf dem Bahnhofsgelände in Lehndorf. Im Einzelnen werden hier vier Weichen ausgetauscht, der Bahnübergang samt Schranken komplett erneuert, Kabeltrassen installiert und der alte Güterschuppen sowie das Stellwerk abgerissen. Letzteres wird durch ein neues Elektronisches Stellwerk (ESTW) ersetzt.

 

"Damit beginnen wir, sodass das ESTW im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden kann", sagte Projektleiter Lutz Buchmann der OVZ. Ein Grund dafür ist, dass der Streckenausbau bei laufendem Bahnbetrieb erfolgt. Da liegt es in der Natur der Sache, dass es während der Bauarbeiten hin und wieder zu Einschränkungen im Reiseverkehr kommen wird. Die Züge können jedoch deutlich besser mit einem modernen Stellwerk koordiniert werden, als mit dem alten manuell betriebenen. "Das Stellwerk hier funktioniert noch mit Seilzügen und Telefon. Das ESTW arbeitet dagegen automatisch und wird von Leipzig aus gesteuert", so Buchmann.

 

Während des ersten Bauabschnitts haben die Anwohner und Verkehrsteilnehmer mit wenig beziehungsweise keinen Einschränkungen zu rechnen. Das ändert sich erst, wenn 2016/2017 mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen wird. Dafür liegt aber noch kein Baurecht vor. Wie es gestern hieß, sei das Planfeststellungsverfahren eingeleitet.

 

Zum zweiten Bauabschnitt gehören dann unter anderem der grundhafte Ausbau der Gleisanlagen zwischen Lehndorf und Paditz, eine neue Straßenbrücke, die die B 93 in Lehndorf über die Gleise führt, sowie der Bau von neuen Oberleitungen, Signal- und Sicherungsanlagen. Außerdem werden die Brücken in Ehrenberg und Mockern ausgetauscht. Bereits jetzt gibt es Überlegungen, wie damit umgegangen wird. Unter anderem ist geplant, in Ehrenberg eine Ersatzbrücke zu bauen, damit die Bürger über die Schienen zu ihren Grundstücken kommen. Eine längere Vollsperrung der B 93 wegen des Brückenbaus in Lehndorf ist dann aber unvermeidlich.

 

Wie wichtig der fortwährende Ausbau der Strecken ist, lässt sich an den Passagierzahlen ablesen. Hans-Jürgen Hummel, Referatsleiter im Thüringer Verkehrsministerium, verwies darauf, dass inzwischen am Bahnhof in Altenburg rund 1400 Ein- und Ausstiege täglich gezählt werden.

 

Ansprechpartner vor Ort ist das Baubüro der Deutschen Bahn in Nobitz in der Altenburger Str. 29, Tel.: 03447/8951958.

Reuter, Jörg

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