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Altenburg Spiderman klettert ins „Porsche“-Zimmer
Region Altenburg Spiderman klettert ins „Porsche“-Zimmer
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04:06 05.01.2019
Ob er es hoch zu Hotelbesitzer Michael Hose schafft? Der pinke Spiderman an der Außenwand des Boutique Hotels Mason in der Johannistraße ist auf jeden Fall ein Hingucker. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

In einem knallpinken Ganzkörperanzug klettert Spiderman in der Johannisstraße die Außenwand des Boutique Hotels Mason hinauf. Wäre er keine Puppe aus Glasfaser und würde er es hoch bis zum Fenster im zweiten Stock schaffen, dann stünde er im „Porsche“-Zimmer. Ein Modellauto der Luxusmarke steht auf einem weiß glänzenden Nachttisch, Fotografien von Porsche-Oldtimern hängen unter einem silbernen Kristallleuchter.

Hose liebt Porsches

„Das Boutique-Hotel heißt so weil jedes Zimmer nach einem anderen Thema gestaltet ist“ erklärt Holger Stibi (47). Er ist die rechte Hand von Eigentümer Michael Hose. Hose liebt Porsches, außerdem hat er ein ausgeprägtes Faible für Deko-Accessoires aller Art. Ob an der Decke, auf dem schwarzen Leder der Betten oder den Griffen silberner Kommoden: Strasssteine blitzen überall auf und Silber glänzt in allen Varianten.

Neben einem metallener Totenkopf sitzt Michael Hose auf einem purpurnen Sofa in seiner Hotel-Lounge „Um Gottes Willen nein, bei mir zuhause sieht es nicht so aus“, sagt der 39-Jährige lachend. Im Hintergrund dudelt MDR-Jump, sein Handy klingelt nahezu ununterbrochen. Hose bringt das nicht aus der Ruhe. Der gelernte Altenpfleger hat das ehemalige Hotel Engel ursprünglich für die Erweiterung des Betreuten Wohnens gekauft. Das ist sein anderer Geschäftszweig. Im Dezember 2017 ging das Hotel mit zugehörigem Restaurant in Betrieb. Goldene Tapeten

Goldene Tapeten

Die Ansprüche waren hoch: „Ich kenne die Altenburger“, sagt Michael Hose. Er ist hier geboren und aufgewachsen. „Die verzeihen keine Misserfolge. Hier muss man gleich 105 Prozent geben, sonst hat man verloren.“ Holger Stibi lehnt an der golden tapezierten Wand des Restaurants und nickt zustimmend. Er ist unter anderem für die Umsetzung der Innengestaltung zuständig, Hose kümmert sich um die Anschaffung: „Ich treibe mich viel im Internet herum“ sagt er sachlich. Dass dabei nicht nur Geschäftssinn, sondern auch ein Hang zu Dekoration und Artefakten aller Art mitschwingt ahnt der Gast, wenn er durch die Räume schlendert. Das Meiste kommt, wie die Spiderman-Figuren, über Amazon. Doch in dem opulenten Restaurant mit dem elektronischen Kaminfeuer an der Wand und den pinken und blauen Sesseln an den Tischen hängen auch Artefakte, die auf Amazon nicht zu haben sind.

Pamela Anderson handsiginiert

Über Sektgläsern aus Gold thront Pamela Anderson, zwar nur als Fotografie dafür aber handsigniert. Schräg gegenüber hängt – ebenfalls in einem Glasrahmen – ein grünes Fußballtrikot gezeichnet von keinem Geringeren als Christiano Ronaldo, in einem Regal die signierte Autobiographie von Helmut Kohl, natürlich mit Widmung.

Das Herz sind die Werte

Doch bei allem Glamour geht es am Ende um etwas anderes. „Die Gäste sollen sich wohl- und sich eingeladen fühlen zu verweilen“ sagt er. „Das muss wie eine Familie sein“, sagt Hose. Und Stibi ergänzt: „Es geht um herzliche Begrüßungen und ein persönliches Ambiente. Wir nehmen uns da die österreichischen Familienbetriebe zum Vorbild.“ Die Bewertungen auf booking.com lassen ahnen, dass dieser Ansatz aufgeht: 8,8 von 10 Punkten, so die Durchschnittsbewertung der Gäste.

Damit diese sich wohlfühlen, müssen sie aber erst einmal kommen. Der auffällige pinke Stier vor dem Restaurant-Eingang und die Spiderman-Figuren an der Fassade sind da nützliche Helferlein. „Mir ist klar, dass das nicht alle gut finden", sagt Michael Hose, „und doch schauen viele aus dem Autofenster herauf, natürlich auch Kinder. Das Hotel hat Michael Hose übrigens nach seinem Sohn Mason benannt.

Von Anna Flora Schade

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