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Altenburg Spiegelbild des Leistungsniveaus
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19:59 20.10.2014

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Nun setzte sie am Sonnabend mit einem großen Festkonzert noch einen drauf. Aus diesem Anlass hatte sich im voll besetzten Landestheater eine große Gratulantenschar eingefunden.

Zumal das Haus nicht nur ein würdiger Ort für eine solche Veranstaltung ist, sondern es zum Orchester besondere Bindungen gibt. Die Zahl der Musiker der früheren Landeskapelle und des heutigen Philharmonischen Orchesters, die sich als Lehrkraft für die musikalische Ausbildung des Nachwuchses einsetzten, ist groß. Gemeinsame Konzerte mit Schülern haben ebenfalls eine lange Tradition - zuletzt innerhalb der Konzertreihe "Klassik bei Kerzenschein", die auch diesem Festkonzert unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Thomas Wicklein den Rahmen gab.

Doch bevor es musikalisch so richtig "zur Sache ging", durfte eine Festrede natürlich nicht fehlen. Schulleiterin Brigitte Gärtner skizzierte die Historie der Institution von ihrer Gründung als Volksmusikschule 1954 bis zu der seit 2001 mit der Musikschule Schmölln vereinten Einrichtung als Ausbildungsstätte für über 900 Schüler im Alter von 18 Monaten bis über 60 Jahre. Sie dankte besonders dem Philharmonischen Orchester und Thomas Wicklein für die gute Zusammenarbeit. Zu den Gratulanten gehörte auch Landrätin Michaele Sojka (Linke). Eine besondere Würdigung erfuhr dabei die Arbeit der Fördervereine und der Sparkassen-Kulturstiftung. Genannt wurden weiter die zahlreichen Erfolge der Schüler bei Wettbewerben und die Tätigkeit ehemaliger Schüler als Hochschulprofessoren oder als Musiker in namhaften Orchestern wie im Gewandhaus oder beim MDR.

Erfreulicherweise beließ man es bei relativ kurzen Festreden und gab lieber der Musik das Wort. Insgesamt 15 Musikbeiträge von Schülern beider Schulteile gaben erneut ein Zeugnis vom hohen Leistungsstand, von der Bandbreite der Ausbildung und der zurecht erworbenen überaus zahlreichen Preise. Es ist in diesem Rahmen nicht möglich, alle Beiträge und Leistungen verdientermaßen gleich zu würdigen. Und es sei nicht vergessen, dass hinter all diesen das Können der Lehrkräfte steckt.

Im ersten Teil des Konzertes erklangen - nach der virtuosen Einleitung durch Trompeter Jonas Friesel mit dem Concerto Nr. 2 von Christoph Förster - unter anderem Arien und Duette aus Mozart-Opern und Oratoriengesang von Joseph Haydn. Mit frischen Stimmen und unbefangenen Auftreten hatte die junge Sängerschar schnell die Sympathien auf ihrer Seite. Bassist Felix Loschinski bestätigte hier beispielsweise eindrucksvoll seine bereits erworbenen Wettbewerbspreise. Wie gewohnt verband Thomas Wicklein die einzelnen Musikbeiträge mit einer informativen und die jungen Künstler motivierenden Moderation. Sein Anliegen, der Jugend Grundlagen für eine sinnerfüllte Freizeitgestaltung und künstlerische Meisterschaft zu geben, wurde an diesem Abend sehr anschaulich. Das Philharmonische Orchester spielte mit großem Einfühlungsvermögen für die Solisten und stellte sich so ganz in den Dienst der Sache.

Zu Beginn des zweiten Konzertteiles kam es zur Wiederaufführung der hauseigenen Schuloper "Der Arzt auf dem Marktplatz" von Siegfried Stolte, dem ersten Direktor der Schule. Das Werk, das mit dem Wirken des Doktor Eisenbarth Altenburger Geschichte aufgreift, wurde 1957 hier uraufgeführt. Für die jungen Sänger war es eine gute Gelegenheit, ihr schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen. Jeweils zum Ende der Konzertteile wurden die I-Tüpfelchen gesetzt. Clara Starzetz (Blockflöte) und Elias Ledig (Viola) begeisterten mit Musik von Antonio Vivaldi und Carl Stamitz. Sie überzeugten mit voller Ausschöpfung ihrer technischen Meisterschaft und gestalterischer Reife. Vor Elias Ledig interpretierte Madeleine Sittner voller Poesie den 2. Satz aus dem Klavierkonzert Nr. 2 von Dimitri Schostakowitsch. Dessen Name "Für die Jugend" stand sinnbildlich für diesen Konzertabend.

Zum Ende war sich das begeisterte Publikum mit Thomas Wicklein einig: Ein Konzert eines ortsansässigen Orchesters im Zusammenspiel mit aus dem Landkreis kommenden hochklassigen jungen Solisten dürfte in Deutschland bei der Größe der Stadt ein Alleinstellungsmerkmal für Altenburg sein. Es gelte unbedingt, dies zu erhalten.

Frieder Krause

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