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Altenburg Spielerpass gefälscht: Verband erkennt Aufbau-Kickern Hallenkreismeistertitel ab
Region Altenburg Spielerpass gefälscht: Verband erkennt Aufbau-Kickern Hallenkreismeistertitel ab
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22:52 03.02.2012

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Der Kreisfußball-Verband Altenburger Land (KFVA) hat den Kickern des SV Aufbau Altenburg nachträglich den Hallenmeistertitel 2010/11 aberkannt. Das bestätigte KFVA-Chef Klaus Hübschmann gestern auf OVZ-Nachfrage. Zudem muss der Verein eine Strafe von 373 Euro zahlen. Dem voraus ging ein monatelanger Streit vor den Sportgerichten des KFVA und des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) um Verfahrensfehler und die Fälschung eines Spielerpasses. Diese gab der inzwischen zurückgetretene Aufbau-Abteilungsleiter Peter Köster sowohl vor einem Sportgericht als auch gestern gegenüber der OVZ zu.

Doch der Reihe nach: Am 21. Januar 2011 holen die Kicker des SV Aufbau den Hallenkreismeistertitel im Goldenen Pflug und sorgen damit für eine Überraschung. Im April kommt jedoch per Zufall der Verdacht auf, dass der damalige Spielertrainer Lars Köster gar nicht spielberechtigt gewesen sein könnte. Denn dieser wird auf diversen Internet-Seiten als Neuzugang bei RB Leipzig geführt - und zwar mit Wechselmonat Januar.

"Als wir das erfuhren, haben wir begonnen Nachforschungen anzustellen", erklärt Hübschmann. Ergebnis: Laut TFV-Spielerpass von Lars Köster war dieser mit Unterschrift seines Vaters Peter bereits zum 30. Dezember 2010 abgemeldet. Bei RB und damit beim Sächsischen Fußballverband eingetreten ist er aber erst am 28. Januar 2011. "Somit war er am Tag der Kreismeisterschaft ohne Verbandsmitgliedschaft, was nicht tragisch gewesen wäre, wenn bei der damaligen Sichtkontrolle nicht alles in Ordnung gewesen wäre", sagt der KFVA-Chef. "Damit war klar, dass auf dem Pass nachträglich etwas geändert worden war, was nicht erlaubt ist, weil es sich um ein offizielles Verbandsdokument handelt."

Folglich strengte der KFVA ein Verfahren vor dem eigenen Sportgericht an, zu dem Peter Köster zu spät kam, die Änderungen aber einräumte. Der Verein akzeptierte die ausgesprochene Strafe von 373 Euro. Allerdings war Hübschmann mit dem Urteil aufgrund der im Raume stehenden Passfälschung unzufrieden und beantragte nach Konsultation des TFV-Sportgerichts im eigenen Vorstand, dem SV Aufbau den Titel abzuerkennen. Mit sechs Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen ging der Antrag durch. Damit wiederum wollte sich Aufbau nicht abfinden und legte Beschwerde beim Verbandsgericht ein, wo die Sache inzwischen lag.

Doch zu einer neuerlichen Verhandlung kam es nicht. "Die Berufung hätte kaum Chancen auf Erfolg gehabt", sagte der Vorsitzende des TFV-Sportgerichts, Stefan Kummer. Denn eine zurückdatierte Abmeldung einer einst gültigen Spielberechtigung mache diese insgesamt hinfällig. Zudem hätte es Formfehler gegeben. Konkret habe es sich dabei um die von Aufbau zu entrichtende Verfahrensgebühr gehandelt. "Festgeschrieben sind 75 Euro. Überwiesen wurden aber nur 50." Die Sache wird dem Juristen aber in Erinnerung bleiben: "So einen Fall habe ich noch nicht erlebt."

Peter Köster selbst gestand die nachträgliche Fälschung gestern ein: "Es war mein Fehler mit der Rückdatierung.Diesen haben ich und der Verein auch anerkannt und die Strafe akzeptiert. Aber das war Klaus Hübschmann noch nicht genug." Die Aberkennung des Titels hinterlasse einen faden Beigeschmack, weil ihn sich die Mannschaft ehrlich erspielt habe. "Mir ging es nur darum, einem Spieler den sportlichen Weg nicht zu verbauen."

Sein Sohn stand damals kurz vor einem Wechsel zu RB. "Es ging darum, ob er einen Amateurvertrag bekommt oder einfach so wechselt." Letzteres hätte laut Statuten eine Sperre zur Folge gehabt. "Da musste ich von einer auf die andere Minute entscheiden", erklärte Köster. "Aus jetziger Sicht würde ich es nicht mehr machen. Ich weiß zwar, dass es nicht gang und gebe ist, aber immer wieder auch von anderen so gemacht wurde, um die Sperre zu umgehen."

Thomas Haegeler/Jörg Wolf

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