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Spielkarten selber drucken im Altenburger Schloss

Kartenmacher-Werkstatt Spielkarten selber drucken im Altenburger Schloss

Die Altenburger Stadtväter haben die nigelnagelneue Kartenmacher-Werkstatt im Residenzschloss am Donnerstag den regionalen Medien zum ersten Mal in Funktion präsentiert, bevor sie am Sonntag von 11 bis 17 Uhr mit einem Druckfest offiziell eröffnet wird. Von da ab kann jeder Besucher selbstständig Spielkarten kreieren und herstellen.

Die neue Kartenmacherwerkstatt im Schloss Altenburg vorgestellt - Ute Beier zeigt einen Druckbogen.

Quelle: dpa

Altenburg. Die Wände sind in strahlendem Weiß getüncht und es riecht nach frischer Farbe. Lange dürften die Maler den Raum im Erdgeschoss des Altenburger Schlossmuseums noch nicht verlassen haben. Gleich neben der Tür hängen fein säuberlich noch jungfräuliche dunkelblaue Schürzen, die möglichst vieler Benutzer harren. In der Mitte stehen die wuchtigen Druckpressen. Museumspädagogin Ute Beier strahlt mit der Sonne um die Wette, als sie die schwere Rolle über eine alte Druckplatte schiebt.

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Das Altenburger Spielkartenmuseum eröffnet am 19. Juni eine neue, interaktive Kartenmacherwerkstatt. Dort können Besucher künftig nach Voranmeldung selbst Spielkartenmotive am Computer entwerfen, aus denen dann 3-D-Drucker Vorlagen für Hoch- und Tiefdruckpressen erstellen.

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Am Donnerstag Vormittag war es also soweit: Die Stadtväter haben die nigelnagelneue Kartenmacher-Werkstatt im Residenzschloss den regionalen Medien zum ersten Mal in Funktion präsentiert, bevor sie am Sonntag von 11 bis 17 Uhr mit einem Druckfest offiziell eröffnet wird. Von da ab kann jeder Besucher sich nicht mehr nur in der altbewährten Spielkarten-Ausstellung über die 500-jährige Tradition der Kartenherstellung in Altenburg informieren, sondern selbstständig Spielkarten kreieren und herstellen.

Das geht sowohl mit einem Linolschnitt als auch einem 3-D-Drucker. Denn die neue, interaktive Kartenmacher-Werkstatt soll Tradition und Moderne miteinander verbinden. Deshalb gibt es in der ersten Etage im Gang zum Festsaal einen weiteren Raum, in dem man an acht Laptops, drei davon mit Grafikkarte ausgestattet, sein eigenes Motiv einer Spielkarte am Computer entwerfen kann.

„Herr des Medienraumes“ ist Florian Voss, neu im Team der Museumsmitarbeiter und als Historiker unheimlich technikaffin. Er bearbeitet die vom Gast fertiggestellte Karte am Computer und wirft den 3-D-Drucker an. „Der Prozess kann je nach Größe der Spielkarte eine Stunde und länger dauern“, erläutert Voss. „Während der Drucker läuft, können sich die Besucher in Ruhe in unserer Ausstellung umschauen.“ Dann geht es mit der Kunststoff-Druckplatte nach unten. Mit Farbe einstreichen, auf die Druckpresse legen und fertig ist das Kunstwerk, das man nun als ganz besonderes Souvenir mit nach Hause nehmen kann.

Ausprobiert hat es am Donnerstag der 15-jährige Moritz Klebs, Schüler am Lerchenberggymnasium und zurzeit Praktikant im Rathaus. Er führt den digitalen Stift behutsam über das Zeichenpad. Stück für Stück entsteht auf dem Computerbildschirm das Bild – ein Baum. Moritz erntet von den Zuschauern viel Lob. Seine Kunsterziehungslehrerin dürfte es freuen. Denn Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) will die Kartenmacher-Werkstatt nicht nur für Museumsbesucher, sondern für Projekttage an Schulen in Altenburg und dem Umland anbieten.

Die Altenburger freuen sich jedenfalls schon sehr darauf, weiß Ute Beier. Sie wurde schon mehrfach darauf angesprochen, die Neugierde sei groß. Wie überhaupt die Unterstützung im Vorfeld der Einrichtung der Werkstatt. So gebe es beispielsweise eine überaus gute Zusammenarbeit mit dem Künstler Stefan Knechtel, der zudem mehrere historische Druckblöcke organisiert hat. Um sie in die neue Werkstatt zu bringen, brauchte es nicht nur eines Schaufelradladers, sondern auch Hilfe durch Sportler des Schwerathletik-Vereins, die sie durchs Fenster wuchteten. „Die meisten starken Männer waren zum ersten Mal im Museum und wollen nun wiederkommen, um sich selbst auszuprobieren“, freut sich der OB.

Er hofft auf viele solcher Interessenten, die das Museum auf diese besondere Art kennenlernen. Denn die Stadt habe weder Kosten noch Mühe gescheut, um die Werkstatt einzurichten. Insgesamt 140 000 Euro wurden investiert. Geld, das vor allem aus dem Regionalbudget des Kreises und vielen Spenden von Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Privatpersonen stammt. „Das Schloss geht damit einen weiteren Schritt auf dem Weg, Mitmach-Erlebnisse zu bieten.“

Allerdings ist die neue Kartenmacher-Werkstatt vorerst nur donnerstags sowie auf Anmeldung für Besucher geöffnet. Aufgrund der angespannten Haushaltssituation fehle es an Personal, um eine ständige Betreuung zu gewährleisten, begründete Michael Wolf. „Es wäre schön, wenn sich Altenburger finden würden, die uns ehrenamtlich unterstützen können.“

Anmeldungen für die Nutzung der Kartenmacher-Werkstatt unter Tel. 03447 512712.

Von Ellen Paul

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