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Spielkartenbewertung durch Altenburger Spezialisten erlebt Neuauflage

Fürs Schatzkästchen oder Spieltisch? Spielkartenbewertung durch Altenburger Spezialisten erlebt Neuauflage

Beobachtet man Gerd Matthes und hört ihm aufmerksam zu, so ist es schon faszinierend, welch Wissen er hat. So konnte man oft Folgendes von ihm hören: "Das ist nix, das sehe ich schon an der Rückseite", dabei hatten die Besitzer die Karten gerade mal einige Zentimeter aus ihren Schatzkisten gezogen.

Damit nichts verloren geht: Ulrich Benndorf (l.) schreibt aufmerksam die Bewertung seiner Karten durch den Experten Gerd Matthes mit.

Quelle: Nicole Rathge-Scholz

Altenburg. "Man erkennt den Wert einer Karte eben an der Rückseite, am Format, am Kartenbild, der Papierqualität und vielem mehr", erklärt der passionierte Sammler, der als Produktmanager der ASS Altenburger Spielkartenfabrik auch beruflich mit den Karten zu tun hat.

Von 10 bis 13 Uhr stand Matthes am Samstag den Interessenten mit seinem Fachwissen und scharfen Blick zur Verfügung und über 30 Besucher ließen sich die kostenlose und fachmännische Beratung nicht entgehen. Es war ein regelrechtes Kommen und Gehen in der Tourismus-Information am Altenburger Markt. Zu einigen Zeiten standen sie sogar Schlange, was den Gutachter aber keineswegs unter Druck setzte, sondern er nahm sich für jeden Gast die Zeit, die er benötigte und die anderen verfolgten derweil mit großem Interesse seine Ausführungen.

"Ich bin das erste Mal hier und sehr erfreut über die kompetente Bewertung meiner Karten", erzählt Ulrich Benndorf aus Kürbitz. Er hatte eine große Holzkiste mitgebracht, in der fein säuberlich und akkurat die Spiele eingelegt waren. "Ich bin erfreut, dass einige meiner Karten doch einen enormen Wert haben, andere hingegen nicht. Allerdings sind die relativ wertlos, von denen ich selbst dachte, sie seien etwas Besonderes. Aber das unterscheidet eben einen Laien von einem Experten", fügt er hinzu und verrät, dass die Spiele Erbstücke von seinem Großvater sind.

"Heute waren viele sächsische und preußische Kartenbilder dabei, da die hier in der Region natürlich fasst in jedem Haushalt vorkommen", erklärt Gerd Matthes und verweist darauf, dass man nicht pauschal sagen könne, dass ein Kartenspiel aus den 60er-Jahren weniger wert sei als eines aus dem 18. Jahrhundert. Denn es komme immer darauf an, in welcher Stückzahl sie auf den Markt kamen und vieles mehr. "Natürlich sind Spiele aus dem 16. Jahrhundert viel wert, weil sie heute kaum noch zu finden sind." Wenn allerdings Karten fehlen, sei das ein deutlicher Wertverlust, auch wenn sie sehr alt sind. "Das ist schrecklich, das ist, als wenn bei einer Briefmarke eine Zacke fehlt." Gerd Matthes sammelt seit 20 Jahren nur noch Spiele, die handwerklich umgesetzt worden, dass heißt die durch Lithografie, Stiche oder Holzschnitte entstanden und koloriert wurden sind.

Doch warum sammelt man eigentlich alte Spielkarten? Denn gespielt wird mit ihnen ja zumeist nicht mehr, sondern sie landen in Vitrinen oder Alben. "Das Faszinierende daran ist, dass man in den Spielen viel Zeitgeschichte lesen kann. Man erfährt außerdem vieles über die Wappenkunde und Religion. Sie spiegeln durch die Bilder und Aufdrucke, Stempel und so weiter die Zeit von damals wieder."

Gerd Matthes, der über 3000 Kartenbilder im Kopf hat, war schon immer fasziniert von Aktionen wie "Kunst oder Krempel?" und fragte sich, warum so etwas nicht auch für Kartenspiele anbieten. Seither macht er es regelmäßig.

Nicole Rathge-Scholz

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