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Altenburg Spielkartenfabrik Altenburg rechnet 2016 mit Rekordumsatz
Region Altenburg Spielkartenfabrik Altenburg rechnet 2016 mit Rekordumsatz
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00:17 24.12.2016
Monteure aus dem Heidelberger Herstellerwerk bauen bis Anfang Januar die neue Druckmaschine in Altenburg auf. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Das ist die Krönung! Anders kann man die letzten Tage im alten Jahr für die Altenburger Spielkartenfabrik nicht bezeichnen. Die Traditionsfirma schließt 2016 mit einem Rekordumsatz ab und gönnt sich parallel eine zwei Millionen Euro teure neue, supermoderne Druckmaschine.

Die OVZ durfte gestern schon mal einen Blick auf das Schmuckstück werfen, das freilich noch im Aufbau befindlich ist. Sieben Monteure aus dem Heidelberger Herstellerwerk schrauben seit etwa acht Tagen an der „Speedmaster XL 106-5+L“ und brauchen dazu noch bis zur ersten Januarwoche, ehe dann die Produktion starten kann. Drei Tieflader hatten die Speedmaster Anfang Dezember nach Altenburg gebracht (OVZ berichtete). Mit ihr soll der Produktionsprozess künftig noch effizienter ablaufen. Gedruckt werden auf ihr ausschließlich Spielkarten in verschiedenen Formaten und Kartonstärken. Zwei ältere Maschinen können dadurch außer Dienst gestellt und verkauft werden.

„Es ist eine gute Investition, die vor allem für den Standort Altenburg spricht“, sagte PR- und Produkt-Manager Matthias Berthel der OVZ. Denn dass der Mutterkonzern Cartamundi mit Sitz in Belgien die Investition ermögliche, spreche für das Werk in der Skatstadt.

Die Offsetmaschine verfügt über fünf Farbwerke sowie ein Lackwerk und hat ein geringfügig größeres Druckbogenformat als bisher. Die Wechselzeiten zwischen verschiedenen Aufträgen reduzieren sich durch die Neuanschaffung beträchtlich, und auch die Laufgeschwindigkeit der Anlage kann besser ausgenutzt werden. Die moderne Maschinenbedienerführung an einem Multi-Touch-System ermöglicht dem Drucker eine komfortable Anwendung, in der er Schritt für Schritt durch das Funktionsmenü der Druckmaschine geführt wird, teilte das Unternehmen mit.

Mit dieser Investition krönt die Spielkartenfabrik an der Leipziger Straße ein äußert erfolgreiches Geschäftsjahr. Diese Einschätzung kann Berthel bereits jetzt vornehmen, obwohl das bekannterweise hervorragende Weihnachtsgeschäft noch gar nicht abgeschlossen ist. Dort sind die Altenburger unter anderem durch ihre Produkte im kleinteiligen Sektor immer gut unterwegs.

Für 2016 rechnet Berthel mit einem Umsatz von 25 bis 26 Millionen Euro, womit die Ergebnisse aus dem Vorjahr von 21 Millionen erneut übertroffen werden. Auch 2015 sei bereits sehr gut gewesen, dass nun noch einmal getoppt werden konnte. „Damit war nicht unbedingt zu rechnen“, sagte der Manager.

Einen Schub erfuhr das Unternehmen insbesondere durch die Fußball-EM. Denn der DFB orderte diverse Spiele wie Skat oder mau mau, auf denen die Bilder der deutschen Nationalspieler abgedruckt wurden. Ebenso auf der Sammel-Box „SpielKarten!“, zu der zehn Spiele gehören. Darunter die Klassiker wie Rommé oder Bridge, aber auch die Neuentwicklung namens „Schatzmeister“. Darin geht es um die Vorhersage, wer die meisten Stiche im Spiel bekommt.

Ausgezahlt in diesem Jahr hat sich die seit 2015 laufende Zusammenarbeit mit dem Verlag „Lookout-Spiele“, der nun sämtliche der 20 in Altenburger hergestellten Kartenspiele vertreibt. Trotz der weiter steigenden Umsätze vermochte Berthel am Dienstag noch nichts über die Gewinne des Altenburger Unternehmens zu sagen, dazu müsse erst das gesamte Geschäftsjahr abgewartet werden. „Wenn der Umsatz steigt, steigt natürlich auch der Gewinn“, sagte er.

Das Unternehmen hatte bereits vor wenigen Tagen für das kommende Jahr weitere Umbaumaßnahmen auf dem Firmengelände angekündigt, um eine optimierte Inline-Fertigung für den sich stark entwickelnden Sektor Gesellschaftsspiele zu ermöglichen. Somit sollen die durch die baulichen Gegebenheiten schwierigen Produktionsabläufe sowie der Abtransport weiter verbessert werden.

Die Altenburger Spielkartenfabrik beschäftigt im Moment 170 Mitarbeiter. In Stoßzeiten kommen weitere Zeitarbeiter hinzu. Gearbeitet wird wochentags im Zwei-Schicht, wenn nötig mitunter auch Drei-Schicht-Rhythmus.

Von Jens Rosenkranz

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