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Sport-Kegeln in Meuselwitz droht das Aus

Bahnen gesperrt Sport-Kegeln in Meuselwitz droht das Aus

Für die aktiven Sportler des Kegelclubs 1954 Meuselwitz und des KSV Meuselwitz/Bünauroda gab es jetzt eine Hiobsbotschaft. Die Ausnahmegenehmigung für die Anlage in Bünauroda wurde vor Saisonstart teilweise zurückgezogen. Damit sind nur noch zwei von vier Bahnen für Wettkämpfe zugelassen. Für die Vereine könnte das das Aus bedeuten.

Die Ampel steht auf rot. Zumindest an zwei Bahnen der Kegelanlage in Bünauroda, die wegen Verschleiß nicht weiter für Wettkämpfe im Ligabetrieb zugelassen sind.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz/Bünauroda. Für die aktiven Sportler des Kegelclubs 1954 Meuselwitz und des KSV Meuselwitz/Bünauroda gab es kürzlich eine Hiobsbotschaft. Die Ausnahmegenehmigung, die in den vergangenen Jahren den Ligabetrieb auf der Anlage in Bünauroda erlaubte, wurde kurz vor Saisonstart am 10. September teilweise zurückgezogen. Damit sind nur noch zwei von vier Bahnen für Wettkämpfe zugelassen. Das bedeutet zum einen, dass dort praktisch keine Wettkämpfe mehr stattfinden können und zum anderen, als direkte Folge dessen, dass die Vereine kurz vor dem Aus stehen.

Schon lange ist bekannt, dass die Kegelbahn in Bünauroda Schäden aufweist. Doch bis jetzt konnten die Bahnen bespielt werden, weil der Landesverband bei der aller drei Jahre stattfindenden Abnahme eine Ausnahmegenehmigung erteilte. Die Risse und schadhaften Stellen auf den Laufflächen sind indes immer größer geworden, so dass nun eine erneute Ausnahmegenehmigung keinen Sinn hatte. „Auf der einen geht ein Riss quer über die Bahn, daneben ist der Kunststoff der Lauffläche an etlichen Stellen ausgeplatzt. Außerdem sind die Aufstellautomaten zum Teil verschlissen, und wir bräuchten neue Kegel“, beschreibt Roland Rieger, Vorsitzender des KSV Meuselwitz/Bünauroda, die Situation.

„Es wäre Wahninn, dort Geld reinzustecken“

Etwa 18 000 Euro würde eine Reparatur kosten, sagt Thomas Heimbach, Vorsitzender des Kegelclubs 1954 Meuselwitz. Doch hält er Investitionen in das alte Gebäude aus den 1930er-Jahren für falsch. Zu schlecht sei inzwischen die Bausubstanz, eine vernünftige Wärmedämmung fehle, und außerdem sind die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt. „Es wäre Wahnsinn, dort Geld hineinzustecken“, meint das Stadtratsmitglied und denkt auch an die rund 12 000 Euro Nebenkosten, die die Immobile Jahr für Jahr verursacht. Rieger dagegen – KCM und KSV teilen sich Bahn – würde eine Reparatur befürworten: „Dann könnten wir wenigstens die nächsten drei Jahre weiter spielen.“

Dieser Option erteilt aber auch der Meuselwitzer Bürgermeister Udo Pick (BfM) eine Abfuhr. „Die Haushaltslage der Stadt lässt die Ausgabe einfach nicht zu. Und ein Neubau ist momentan erst recht indiskutabel.“

Die knappen Mittel in den kommunalen Kassen sind natürlich der Hauptgrund, warum die Kegler von Meuselwitz nun in solchen Schwierigkeiten sind. Spätestens seit 2009 ist das Problem bekannt. Die Sportler haben bereits mehrfach versucht, einen Neubau zu bekommen. Am weitesten kamen die Vereine 2012. Damals war eine neue Kegelbahn zum Greifen nah. Sie sollte auf dem Areal der Bluechip Arena gebaut werden. Bluechip-Chef Hubert Wolf hatte dafür sogar die Projektierung finanziert. Am Ende wäre aber noch ein Eigenanteil von 60 000 Euro nötig gewesen, um das 600 000-Euro-Projekt umzusetzen, doch das Geld konnte nicht aufgebracht werden. Die fertigen Bauunterlagen verschwanden daraufhin in einer Schublade.

Geduld der Sportler ist aufgebraucht

Derweil ist die Geduld der aktiven Sportler in beiden Vereinen aufgebraucht. Denn die Mannschaften ab der Landesliga können nun in Bünauroda überhaupt nicht mehr antreten, weil für deren Wettkämpfe vier Bahnen vorgeschrieben sind. „Das bedeutet, unsere erste Mannschaft hat bis auf Weiteres nur Auswärtsspiele“, so Heimbach. Aber auch in den unteren Spielklassen ist die Anlage praktisch nicht für den Wettbewerbsbetrieb nutzbar. Denn die Spielzeit – auf vier Bahnen mindestens zwei Stunden – würde sich verdoppeln. Alle aktiven Sportler, betroffen sind weit über 60, hätten zwar zugesagt, die aktuelle Saison noch durchzuspielen. Viele kündigten aber im gleichen Atmezug an, danach die Vereine zu verlassen, um entweder aufzuhören oder sich einem Verein anzuschließen, bei dem die Bedingungen stimmen.

Das Ende der beiden traditionsreichen und erfolgreichen Vereine möchte der Kreissportbund (KSB) eigentlich auf jeden Fall verhindern. „Aber leider ist es schon fünf nach zwölf“, schätzt Geschäftsführer Ulf Schnerrer ein. Ungeachtet dessen werde fieberhaft nach Lösungen gesucht. Beispielsweise könnte es die Möglichkeit geben, über die Sportstättenförderung des Landessportbundes Gelder zu beschaffen. Um diesen Strohhalm zu greifen, müssen nun die entsprechenden Anträge gestellt werden. Ob es die Mittel gibt, ob damit eine neue Kegelbahn gebaut werden kann und ob die Vereine solange durchhalten, ist momentan aber nicht abzusehen.

Von Jörg Reuter

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