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Altenburg Sport im Altenburger Land sieht Politik stärker in der Pflicht
Region Altenburg Sport im Altenburger Land sieht Politik stärker in der Pflicht
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04:06 29.10.2018
Der alte und neue Vorstand des Kreissportbunds: Sven Graichen, Robert Streu, Hendrik Baum, Martina Lengowski-Fischer, Jennifer Fritsch, Torsten Krug und Florian Voss (v.l.). Nicht im Bild: Steffen Rook und Sven Starkloff. Quelle: Bastian Fischer
Altenburg

Stabile Mitgliederzahlen, breites Angebot, vielfältiges Engagement – es war ein insgesamt zufriedenes Fazit der zurückliegenden drei Jahre, dass Hendrik Baum im Zuge des 9. Kreissporttags vergangenen Donnerstag im Goldenen Pflug ziehen konnte.

Ehrenamtliche leisten zwei Millionen Arbeitsstunden

Man habe neben den sportlichen Erfolgen bei Wettkämpfen und Meisterschaften auch sonst zahlreiche positive Ergebnisse zu verkünden, so Baum mit Blick auf die Sportlandschaft des Kreises. Insgesamt 140 Sportvereine mit 15 537 Mitgliedern seien derzeit im Altenburger Land aktiv, 61 verschiedene Sportarten werden in 332 Abteilungen angeboten, konnte Baum vor den Delegierten und Gästen bilanzieren.

Wichtigster Posten dabei seien, neben den zahlreichen Sportlerinnen und Sportlern, die rund 3000 ehrenamtlich Tätigen, die jährlich etwa zwei Millionen unentgeltliche Arbeitsstunden erbrächten. „Das entspricht einer Wertschöpfung von knapp 10 Millionen Euro“, betonte Baum.

Erfolgreiche Kooperationen mit Kitas und Schulen

Ebenso erfolgreich präsentiere man sich im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Zwar mache der demografische Wandel auch vor den Vereinen der Region nicht halt, nähme die Zahl der Über-60-Jährigen zu und jene der 19- bis 26-Jährigen ab, merkte Baum an.

Allerdings sei man dafür gerade bei den jüngeren Sportlern sowie bei der Kooperation mit Kitas und Schulen, sehr gut aufgestellt. „Unsere jährlichen Kita-Sportfeste erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Zudem konnten jährlich etwa 700 Schüler das Sportabzeichen ablegen, auch Kreisjugendspiele werden wieder erfolgreich abgehalten.“

Politische Entwicklungen teils kritisch zu betrachten

Allerdings, auch das unterstrich Baum mit Blick auf anwesende Vertreter der lokalen Politik, sei es nicht Aufgabe des Sports und besonders des Ehrenamts, politische Versäumnisse auszugleichen. Äußerst kritisch betrachte man etwa Anfragen an Übungsleiter, als Sportlehrer auf Honorarbasis an Schulen tätig zu werden.

Ebenso skeptisch müsse man auch bei den teilweise von Vereinen abgeforderten Betriebskostenbeteiligungen für die Nutzung kommunaler Einrichtungen etwa in Meuselwitz sein. Diese Praxis widerspreche aus Sicht des Kreissportbunds nicht nur den Regelungen des Thüringer Sportfördergesetzes, sondern wirke sich auch „äußerst negativ auf die Zusammenarbeit der eigentlichen Partner aus“.

„Diskrepanz“ bei Förderungen durch Politik

Generell sei man der Politik für ihr Engagement in Sachen Sport dankbar, würde sich jedoch künftig eine noch größere Unterstützung wünschen. Dies sei gerade angesichts der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der Vereine geboten. „Werte wie Toleranz, Fairplay und Zusammenhalt werden von unseren Vereinen gefördert und potenziert“, führte er aus.

Das sei gerade angesichts kritisch zu hinterfragenden gesellschaftlichen Tendenzen, auch im Altenburger Land, von enormer Bedeutung, nicht zuletzt auch bei der erfolgreichen Integration von Flüchtlingen und Migranten. Da sei es doppelt ärgerlich, dass nach wie vor „eine erhebliche Diskrepanz“ bei der Förderung von sportlichen und kulturellen Projekten bestehe – mit deutlicher Tendenz zu Letzteren.

Vorstand vollständig bestätigt, Wechsel bei Kreissportjugend

Trotz solcher Stolpersteine wolle man die bisher geleistete, gute Arbeit auch künftig fortführen, kündigte Baum an. Das Mandat dafür erhielten er und seine Vorstandskollegen im Anschluss: Der gesamte Vorstand wurde in seinen Positionen von den Delegierten bestätigt.

Lediglich der bisherige Vorsitzende der Kreissportjugend rückte als Beisitzer im Vorstand auf eine neue Position. Ihm folgt Florian Voos nach. Alle Entscheidungen fielen einstimmig.

Von Bastian Fischer

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