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Sprengkörper im Altenburger Landratsamt explodiert

Hinweise gesucht Sprengkörper im Altenburger Landratsamt explodiert

Im Landratsamt des Altenburger Landes ist am Donnerstagmorgen ein Sprengkörper explodiert. Wie die Polizei in Gera mitteilte, wurde das Geschoss von bislang unbekannten Tätern durch die Fensterscheibe in eine der Behördenräume geworfen. Es entstand Sachschaden. Die Polizei sucht nun Zeugen des Vorfalls.

In die Räume des Landratsamtes des Altenburger Landes wurde ein Sprengkörper geworfen. Die Polizei sicherte das Areal ab.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Rotweißes Trassierband mit der Aufschrift „Polizeiabsperrung“ flattert am Donnerstagvormittag vor dem Landratsamt im Wind und hält allzu Neugierige vorsorglich auf Abstand. Im Inneren des ehrwürdigen Behördengebäudes suchen Polizisten in weißen Einweganzügen fieberhaft nach den Details einer Tat, die sich schon in den Morgenstunden wie ein Lauffeuer in Altenburg verbreitete.

In den frühen Morgenstunden soll im Inneren des Gebäudes ein Feuerwerkskörper, wenn nicht sogar ein Sprengsatz explodiert sein, den Unbekannte durch eine eingeschlagene Fensterscheibe im Erdgeschoss in das Gebäude geworfen haben sollen. Die Ermittler in den weißen Schutzanzügen gehören zur Tatortgruppe des Landeskriminalamtes, die die Spuren der nächtlichen Attacke sichern und auswerten sollen und unterstützen so ihre Altenburger Kripo-Kollegen.

Diese Scheibe wurde beschädigt

Diese Scheibe wurde beschädigt.

Quelle: Mario Jahn

Ziemlich wortkarg gibt sich die Polizei zu dem Zwischenfall: Gegen 0.45 Uhr sei die Fensterscheibe im Erdgeschoss durch Unbekannt zerstört und ein „unbekannter Sprengkörper“ ins Innere geworfen worden, der dort auch detonierte. Dabei sei Sachschaden entstanden und die Feuerwehr zum Einsatz gekommen, heißt es lediglich weiter.

„Aus ermittlungstaktischen Gründen werden vorerst keine weiteren Auskünfte erteilt“, gab sich am Donnerstag der Sprecher der Landespolizeiinspektion Gera, Sebastian Hecker, sehr schmallippig.

Nach OVZ-Informationen soll der Sprengsatz konkret im Bürgerservice der Behörde detoniert sein und dort für einigen Sachschaden gesorgt haben. So seinen beispielsweise diverse Möbel bei der Explosion beschädigt worden. Zudem hatte die Wucht der ausgelösten Detonation sowie die offensichtlich freigesetzten Rauchwolken zur Auslösung der Brandmeldeanlage geführt, die auch die Altenburger Feuerwehr kurz vor 1 Uhr im Landratsamt auf den Plan rief. Da es aber zu keinem offenen Brand bei der Explosion gekommen war, rückte die Feuerwehr bald darauf wieder ab und übergab den zum Tatort gewordenen Bürgerservice der hiesigen Polizei, die ihn bis zum Eintreffen von Kripo und LKA am Donnerstagfrüh gegen 8 Uhr sicherte.

Auch im Landratsamt gab man sich betont zugeknöpft: Der Dienstbetrieb laufe eigentlich völlig normal ab und der Bürgerservice sei wegen krankheitsbedingtem Personalmangel ohnehin geschlossen, war von dort zu erfahren. Landrätin Michaele Sojka weilt derzeit im Urlaub, teilte aber auf OVZ-Anfrage mit, „die Ermittlungen abzuwarten“.

An die machten sich noch am Donnerstag Polizeibeamte, die Nachbarn des Landratsamtes in der Lindenau-Straße befragten, ob sie in der Stunde nach Mitternacht verdächtige Personen oder einen Knall gehört haben.

Konkretere Angaben gab es allerdings vorerst noch nicht. In Expertenkreisen ist man sich aber ziemlich sicher, dass es sich bei dem Sprengkörper nicht um einen hier in Deutschland zugelassenen und frei verkäuflichen Feuerwerkskörper gehandelt haben kann. Hier erhältliche pyrotechnische Erzeugnisse würden nicht eine derartige Wucht entwickeln, die sogar Mobiliar beschädigt, die Brandmeldeanlage auslösen und damit die Feuerwehr auf den Plan ruft. Da kämen als Auslöser viel eher illegal im Ausland beschaffte Feuerwerke oder gar ein selbst gebauter Sprengsatz in Frage.

Vorerst aber sucht die Polizei nach möglichen Zeugen, die zur Aufhellung der Straftat beitragen können. Sie werden gebeten, sich unter den Telefonnummern 03447/48144 bei der Kripo oder der 03447/4710 bei der Polizeiinspektion Altenburger Land zu melden.

Von Jörg Wolf

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