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Altenburg Sprengsatz im Altenburger Landratsamt: Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein
Region Altenburg Sprengsatz im Altenburger Landratsamt: Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein
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17:23 22.03.2017
Im Landratsamt in Altenburg explodierte Ende vergangenen Jahres ein Sprengsatz. Die Hintergründe der Tat bleiben allerdings unklar. Quelle: Mario Jahn
Altenburg/Gera

Die Staatsanwaltschaft Gera hat die Ermittlungen zum Sprengstoff-Anschlag auf das Altenburger Landratsamt Ende vergangenen Jahres eingestellt. Wie der zuständige Staatsanwalt Martin Zschächner nun auf OVZ-Anfrage erklärte, gebe es keine weiteren Ansätze zur Fortsetzung des Verfahrens. Deshalb und weil erhellende Erkenntnisse bislang fehlen, habe er dieses am Montag beendet.

Der Sprengsatz, der in der Nacht zum 29. Dezember 2016 ins Erdgeschoss des Hauses in der Lindenaustraße geworfen wurde und dort explodiert war, sei kriminaltechnisch untersucht worden, teilte Zschächner weiter mit. „Dabei wurden aber keinerlei Spuren gefunden.“ Fest stehe lediglich, dass es ein „selbstgebauter Sprengsatz aus Zünderteilen“ gewesen sei. Auch zum genauen Sprengmaterial konnte er nichts sagen.

„Ebenso blieb der Hintergrund der Tat unklar“, sagte der Staatsanwalt weiter. „Es ließ sich keinerlei Motivation ermitteln.“ So blieb letztlich nur noch die Erkenntnis, dass das Fenster zum hinteren Raum des Bürgerservices für den Anschlag gewählt wurde, „weil es schlecht ausgeleuchtet“ ist.

Die Explosion des Sprengsatzes gegen 1 Uhr am Morgen des 29. Dezember hatten immerhin so viel Wucht, dass Splitter Schränke durchschlagen hatten. Verletzt wurde dabei nur niemand, weil sich nachts niemand im Gebäude befand. Die Kreisbehörde hatte daraufhin ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Dazu zählten unter anderem die Absage aller publikumswirksamen Ausstellungen im Lichthof des Gebäudes bis zum Sommer und die außerhalb der Sprechzeiten verschlossene Eingangstür.

Durch das nun beendete Ermittlungsverfahren bleibt ebenso völlig offen, ob es einen Zusammenhang zum Angriff auf das Ordnungsamt der Stadt Altenburg gibt. Im nur wenige Meter vom Landratsamt entfernten Gebäue in der Pohlhofgasse war zwischen dem 30. Dezember und dem 2. Januar eine Scheibe neben dem Eingang mit einer Waffe durchschossen worden.

Wie Zschächner hierzu mitteilte, laufe das Verfahren noch. „Es gibt aber keinen neuen Stand“, so der Staatsanwalt. Das heißt: Auch hier tappt die Kriminalpolizei im Dunkeln. Die einzige Spur, die man hat, ist die Tatwaffe. Dabei handelt es sich nach inzwischen bestätigten OVZ-Informationen um eine 6,35-Millimeter-Kleinkaliber-Pistole der Marke Browning.

Von Thomas Haegeler

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