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Altenburg Spurensuche an alten Klostermauern
Region Altenburg Spurensuche an alten Klostermauern
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20:08 06.06.2014

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Altenburger Geschichte zum Anfassen, mindestens 800 Jahre alt.

Seit Ende April haben die Experten des Weimarer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie den Platz zwischen dem neuen Areal am Markt auf der einen Seite und der Brüderkirche und dem Ernestinum auf der anderen in ihren Besitz genommen. Noch bis Juli haben sie Zeit, auf der etwa 25 mal 40 Meter großen Fläche nachzuforschen, wie die Altenburger hier Jahrhunderte zuvor lebten. Danach werden moderne Versorgungsleitungen verlegt, der Platz neu gestaltet - und alles darunter wird für lange, lange Zeit nicht mehr zugänglich sein.

"Die Voraussetzungen sind sehr gut, in diesem Areal fündig zu werden", kann Dr. Ines Spazier, Gebietsreferentin der Behörde für Ostthüringen, ihre Vorfreude kaum bremsen. Schließlich darf nun exakt jene Fläche erforscht werden, die einst direkt vor dem Eingang des Franziskanerkloster lag, aber innerhalb der Stadtmauern, nur wenige Meter vom Marktplatz entfernt, in Blickrichtung der Roten Spitzen. "Und das Altenburger Franziskanerkloster gehörte neben denen in Weida und Saalfeld zu den wichtigsten in Ostthüringen", so Ines Spazier.

Antworten auf drei wichtige Fragen erhoffen sich die Archäologen: Wann wurde das Kloster gebaut, gleich nach Ankunft der Franziskaner 1230 oder erst gut 50 Jahre später? Wo war der Friedhof des Klosters, außerhalb oder innerhalb der Mauern? Und gibt es Belege für städtische Gebäude, die bereits in dieser Zeit unmittelbar an die Klostermauern grenzten?

Zumindest die letzte Frage ist inzwischen durch freigelegte, überraschend gut erhaltene Mauerreste klar beantwortet. Und weil keine Gebeine gefunden wurden, wird der Friedhof wohl im Bereich des einstigen Kloster-Kreuzganges liegen, dort, wo jetzt das Ernestinum steht. Was das Baudatum betrifft, gibt es zumindest Anlass zur Hoffnung: Es wurden zahlreiche Keramikscherben ausgegraben, und weil sich damals gerade die "Technologie" änderte, kann ihre Beschaffenheit relativ eindeutig bestimmten Zeitpunkten zugeordnet werden.

Unmittelbar nach Abschluss der Grabungen auf dem Platz vor der Brüderkirche werden sich die Archäologen übrigens in der Teichstraße das Gelände vornehmen, auf dem die Altenburger Wohnungsgenossenschaft ein größeres Projekt plant. "Wir haben uns mit der AWG gut geeinigt", betont Ines Spazier.

Was durchaus nicht selbstverständlich ist. Denn die Grabungen kosten immer Geld und Zeit, was regelmäßig zu Unmut und Vorwürfen von Kommunalpolitikern und Investoren führt (OVZ berichtete). Doch dafür haben wiederum Archäologen und Denkmalpfleger kein Verständnis. "Die archäologischen Untersuchungen sind gesetzlich geregelt und werden meist zu 80 Prozent, manchmal sogar vollständig gefördert", sagt Jürgen Fröhlich, Chef der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Altenburg. "Es muss natürlich vernünftige Absprachen geben, und nur langfristig läuft so etwas gut."

Ines Spazier macht außerdem auf zwei weitere Aspekte des Problems aufmerksam: Erstens betragen die archäologischen Untersuchungen in der Regel nur einen geringen Teil der Gesamtkosten der jeweiligen Investition. Und zweitens werden die Mitarbeiter, die für diese Grabungen auf Zeit eingestellt werden, "selbstverständlich nach Tarifen des öffentlichen Dienstes bezahlt". Schließlich handele es sich um Fachkräfte, die oft Fach- oder Hochschulabschlüsse haben. "Und die außerdem fast alle aus der jeweiligen Region kommen." © Kommentar

Günter Neumann

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