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Staatsanwaltschaft Gera klagt Schmöllner Serieneinbrecher an

Bandendiebstahl Staatsanwaltschaft Gera klagt Schmöllner Serieneinbrecher an

Die Staatsanwaltschaft Gera hat gegen die mutmaßlichen Serieneinbrecher von Schmölln und Umgebung Anklage am Amtsgericht Altenburg erhoben. Wie die Behörde auf Nachfrage mitteilte, wird den inzwischen fünf Tatverdächtigen schwerer Bandendiebstahl in 23 Fällen vorgeworfen. Auf Bitte des Amtsgerichts hat nun aber das Landgericht das Verfahren übernommen.

Durch das Aufhebeln von Fenstern und Terrassentüren sind Einbrecher in Schmölln und Umgebung im Spätsommer und Herbst 2015 in fast 20 Häuser eingebrochen.

Quelle: dpa

Altenburg/Gera. Sie haben Schmölln und Umgebung monatelang in Angst und Schrecken versetzt. Von August bis Oktober vorigen Jahres verging kaum eine Woche, in der nicht in irgendein Einfamilienhaus eingebrochen wurde (die OVZ berichtete). Nun hat die Staatsanwaltschaft Gera ihre Ermittlungen bezüglich dieser Einbruchserie vorerst beendet. Infolge dessen erhob die Behörde bereits am 3. März Anklage. Wie Staatsanwältin Annett Börner-Lange auf OVZ-Nachfrage mitteilte, lautet der Vorwurf gegen insgesamt fünf Tatverdächtige auf schweren Bandendiebstahl in 23 Fällen.

Die Anklageschrift ging am 18. März zunächst ans Amtsgericht Altenburg. Nach kurzer Prüfung entschied das hiesige Jugendschöffengericht jedoch, das Landgericht Gera zu bitten, die Zuständigkeit für das Verfahren zu prüfen. Das geschah offenbar vor dem Hintergrund, dass die Strafandrohung angesichts der beträchtlichen Zahl der Einbrüche über die vorm Amtsgericht maximal möglichen vier Jahre Haft hinausgehen könnte. Das sieht man am Landgericht angesichts eines Strafrahmens für schweren Bandendiebstahl von einem bis zu zehn Jahren Freiheitsentzug ähnlich.

„Das Verfahren wird übernommen“, erklärte Sprecherin Kerstin Böttcher-Grewe am Montag auf Nachfrage. Ob es wirklich eröffnet werde, könne sie aber noch nicht sagen. „Die Sache geht zunächst zurück zur Staatsanwalt.“ Möglicherweise müsse für eine Anklage vor der Großen Strafkammer des Landgerichts noch nachermittelt oder müssten weitere Formalia erfüllt werden.

Laut Staatsanwaltschaft Gera sind von den fünf Tatverdächtigen aber lediglich drei hier angeklagt worden. Dabei handelt es sich um die beiden Asylbewerber aus Albanien, die Anfang November festgenommen worden waren (die OVZ berichtete). „Im Rahmen der Ermittlungen hat sich gegen einen dritten der Tatverdacht erhärtet, der ebenfalls in U-Haft sitzt“, erklärte Börner-Lange. „Für die anderen beiden ist eine Abgabe des Verfahrens an die Staatsanwaltschaft Bonn geplant.“ Sie sitzen dort ebenfalls in Untersuchungshaft und sollen im Rheinland gegebenenfalls wegen weiterer Straftaten angeklagt werden. „Sie werden aber hier beschuldigt, zu fünft handelnd Einbrüche begangen zu haben.“ Bei den 23 Fällen sei es viermal beim Versuch des Einbruchdiebstahls geblieben, präzisierte die Staatsanwältin die Tatvorwürfe weiter.

Detaillierte Angaben zu den Angeklagten wollte Börner-Lange jedoch nicht machen. Sie bestätigte lediglich, dass sie keine deutschen Staatsbürger sind. „Ich gehe davon aus, dass es sich bei allen um Asylbewerber handelt“, so die Staatsanwältin. Zudem ist mindestens einer von ihnen 21 Jahre oder jünger, was sich aus dem Fakt schließen lässt, dass die Sache zunächst ans Jugendschöffengericht nach Altenburg ging und von da an die Jugendkammer des Landgerichts.

Nach OVZ-Informationen waren die Behörden den mutmaßlichen Einbrechern, die sogar in Häuser einstiegen, während die Bewohner zu Hause waren, durch einen Zufall auf die Spur gekommen. Die Wildtier-Kamera eines Eigentümers hatte die Ganoven auf frischer Tat bei einem Einbruchsversuch fotografiert (die OVZ berichtete). Anhand dieser Bilder machte die Polizei zumindest die beiden Albaner ausfindig, durchsuchte ihre Zimmer in zentralen Unterkünften für Asylbewerber in Schmölln und Greiz sowie eine Wohnung in Greiz und nahm schließlich zunächst das Duo und später die anderen Tatverdächtigen fest.

Danach ebbte die Einbruchswelle, bei der die mutmaßliche Bande stets ähnlich in die Häuser gelangte, indem sie Terrassentüren oder Fenster aufhebelte, im Süden des Altenburger Landes ab. Was aber blieb, ist Verunsicherung – und stärkere Sicherungsmaßnahmen an vielen Gebäuden in und um die Sprottestadt.

Von Thomas Haegeler

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