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Stabwechsel bei der Altenburger SPD

Stabwechsel bei der Altenburger SPD

Im SPD-Ortsverein in Altenburg hält seit Freitagabend der erst 29-jährige Thomas Jäschke das Ruder in der Hand. Zur Jahreshauptversammlung wählten ihn die 20 anwesenden Sozialdemokraten einstimmig zu ihrem neuen Vorsitzenden.

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Thomas Jäschke ist der neue Chef der Altenburger SPD.

Quelle: privat

Jäschke löst Norman Müller (37) ab, der den Ortsverein vier Jahre lang anführte und im Vorstand in die zweite Reihe rückt. Er halte die Ämtertrennung zwischen Ortsverein und Stadtratsfraktion für wichtig und habe deshalb nicht wieder für den Vorsitz kandidiert, sagte Müller. Wie berichtet, führt er seit Dezember die SPD-Fraktion im Altenburger Stadtrat an. "Neuer Schwung kann nicht schaden", gab Müller, der in Erfurt im Bildungs- und Jugendministerium von Birgit Klaubert (Linke) als Referent arbeitet, zu verstehen.

 

Für den will Jäschke jedenfalls sorgen. Der Altenburger ist erst seit reichlich zwei Jahren SPD-Mitglied. Die Absage der Prinzenraubfestspiele seien für ihn die Initialzündung gewesen, politisch aktiv zu werden, sagte er und hat auch schon analysiert, woran die Sozialdemokraten in der Skatstadt kranken: "Wir müssen die Sicht der Bürger auf den SPD-Ortsverein ändern und endlich wieder selbstbewusster werden. Wir müssen als ein gemeinsames Team und nicht nur als ,Bürgermeisterwahlverein' in Erscheinung treten." Jäschke blickte auch ins noch junge Jahr, in dem in Nobitz und Schmölln Bürgermeisterwahlen anstehen. "Wir sollten daran denken, dass ein Parteibuch der SPD sehr wohl verbindet, auch wenn es in der Vergangenheit zu Zerwürfnissen kam", sagte Jäschke und meint insbesondere den Konflikt um den Aldi-Markt in Nobitz. Immerhin stehen sich hier mit Michael Wolf und Hendrik Läbe zwei SPD-Bürgermeister konträr gegenüber. Jäschke findet es auch wichtig, in der Stadt auf Organisationen zuzugehen, die für eine sozialdemokratische Politik stehen, etwa die Gewerkschaft oder die Arbeiterwohlfahrt.

 

Während der neue SPD-Stadtchef nach vorn schaute, stach Müller in noch nicht verheilte Wunden. Die Ergebnisse bei der Bundestagswahl 2013 und der Landtagswahl im vorigen Herbst nannte er desaströs. "Daran werden wir noch lange zu kauen haben", so Müller. Er sei aber frohen Mutes, "dass wir aus diesem Tal auch wieder heraus kommen" - trotz der Konstellation in Erfurt. Denn die Bildung einer rot-rot-grünen Regierung, bei der die SPD zum Steigbügelhalter für den Linken Bodo Ramelow wurde, bekam auch der Altenburger Ortsverein zu spüren. Vier Mitglieder traten aus Protest aus, so dass in der Skatstadt aktuell 59 Sozialdemokraten registriert sind. Bei der Stadtratswahl verfehlte die SPD ebenfalls ihr Ziel, musste laut Müller Einbußen hinnehmen. Die neunköpfige Fraktion sei aber eine "schlagkräftige Truppe" und habe bereits gegenüber anderen Fraktionen einige Ziele durchgesetzt. Müller erinnerte an die senioren- und familiengerechten Parkplätze vor der Brüderkirche.

 

Jäschke liegt die weitere Stadtentwicklung am Herzen. Wie er auf OVZ-Nachfrage sagte, sollte die Gestaltungssatzung für die Altstadt, die Häuserfarben vorschreibt, geprüft werden. Die Stadt sollte bunter werden und sich abends mehr beleben, "um junge Leute zu locken". Zudem stört Jäschke, dass in Altenburg "das Zusammengehörigkeitsgefühl verloren gegangen" sei. Es wäre besser, über Parteigrenzen hinweg etwas für die Stadt zu bewegen. Jäschke kritisiert auch, dass die Thüringer Kommunen immer mehr ausbluten. "Unser Ortsverein muss im Land seine Ideen zu den kommunalen Haushalten anbringen", bekräftigte er.

Frank Prenzel

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