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Altenburg Stadt Altenburg lässt Baumstämme und Stümpfe nicht beseitigen
Region Altenburg Stadt Altenburg lässt Baumstämme und Stümpfe nicht beseitigen
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16:35 11.03.2018
OVZ-Leser Rainer Töpel hat dieser Tage die Baumstämme fotografiert. Quelle: Rainer Töpel
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Altenburg

Rainer Töpel hat es gern ordentlich in seiner Stadt. Deshalb stört er sich daran, wie es im Wäldchen auf dem Lerchenberg aussieht. „Vor einem Jahr wurden dort Bäume gefällt, aber dann einfach liegen lassen“, beklagt der Altenburger Rentner. Außerdem seien überall im Stadtgebiet Baumstümpfe zu finden. „Ich verstehe das einfach nicht. Es sieht überall halb fertig aus“, findet Rainer Töpel und bittet die OVZ um Aufklärung.

Auf Anfrage erklärt die Stadtverwaltung: Letztlich ist alles eine Frage des Geldes – beziehungsweise des Fehlens von Geld. Ralf Thalheim, Leiter im Referat Stadtwald, weiß, wo überall Baumstämme liegen, auch im Stadtwald. Dort lief vor Jahresfrist eine Pflegemaßnahmen, Bäume wurden verschnitten und gefällt. Weil die beauftragte Firma noch Kapazitäten hatte, konnten außerplanmäßig auch fast 50 alte Pappeln im Wäldchen am Lechenberg mit umgelegt werden. „Weil die Firma sowieso in der Stadt zu tun hatte, war das für uns sehr günstig.“

Für das Rathaus ein Glücksfall, denn die Pappeln am Lerchenberg mussten raus, um jungen Bäumen Raum zum Wachsen zu geben. „Aber es war nur das Fällen vereinbart, nicht der Abtransport“, so Thalheim. Im Normalfall übernehmen meist die Holzfäller selbst den Abtransport, um die Stämme zu verkaufen. Doch die Rechnung geht nicht immer auf. Etwa dann nicht, wenn – wie am Lerchenberg – das Holz nichts wert ist und zudem das Gelände mit normaler Rücketechnik nicht erreichbar ist. Weshalb die Firma den Abtransport in Rechnung hätte gestellt. Doch dafür hatte Altenburg kein Geld.

„Deswegen liegen die Stämme eben noch da“, erklärt der Referatsleiter. Weil auch er unzufrieden damit ist, hatte er die Idee, die Pappeln als Brennholz zu verschenken. „Aber bis jetzt wollte das Holz noch nicht einmal jemand geschenkt haben.“ Übrigens aus ähnlichen Gründen, warum es schon die Firma liegenließ, sagt Talheim. Zum einen sei Pappel minderwertig, was sich auch in den Brenneigenschaften niederschlägt. „Zum anderen kann ich leider nicht jeden da hin hinlassen. Wer das Holz möchte, braucht die richtige Ausrüstung, Erfahrung und einen Kettensägenschein“, nennt der städtische Mitarbeiter die nötigen Voraussetzungen. Wer diese erfüllt und Holz haben möchte, könne sich jedoch gern bei ihm melden, wirbt Thalheim explizit.

Wie groß die Chancen momentan nach Sturm Friederike sind, steht auf einem anderen Blatt. Denn gerade gibt es wegen der Sturmschäden Holz im Überangebot, weshalb auch die Preise im Keller sind. „Mann muss aber bedenken, wir reden von Wald. Da ticken die Uhren langsamer. Wenn Stämme zwei, drei Jahre liegen, ist das an sich unproblematisch“, so Thalheim. Nichtsdestotrotz soll es kein Dauerzustand sein. Geplant sei, die Stämme wegzuräumen, sobald finanziell und personell Kapazitäten frei sind. Das gleiche träfe auch auf die Baumstümpfe zu. Talheim meint, es seien um die 20 im Stadtgebiet. „Sofort werden diese nur weggemacht bei Neubepflanzungen. Ansonsten bleiben sie aus Kostengrüneden stehen.“

Laut Thüringen Forst hat Sturmtief Friederike in Wäldern landesweit rund 500 000 Festmeter Schadholz hinterlassen. Dieses werde nun an den Forstwegen für den Abtransport gelagert. „Dies wird bis in den Sommer zu Einschränkungen bei der Benutzung der Forstwege für Erholungssuchende, Radfahrer oder Reiter führen“, schreibt die Behörde.

Von Jörg Reuter

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