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Altenburg Stadt Altenburg und Schlachthof einig über Flächenverkauf
Region Altenburg Stadt Altenburg und Schlachthof einig über Flächenverkauf
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17:25 26.03.2018
Auf der Fläche vor dem Altenburger Schlachthof, die bald der Stadt gehört, sind als Vorbereitung für die Erschließung schon Bäume gefällt worden. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Zwischen dem Altenburger Schlachthof und der Stadt bahnt sich ein komplexes Geschäft an. Dabei geht es um Grundstücke nördlich von Südost Fleisch, die bisher zum Teil in Firmenbesitz sind und zum Teil der Kommune gehören. „Die Südfleisch Holding ist in Gesprächen mit der Stadt Altenburg über den Verkauf eines Grundstücksanteils im Gewerbegebiet Poschwitz“, teilte Karl-Heinz Steinkühler, Sprecher der Schlachthof-Mutter Vion Deutschland, auf Nachfrage mit. Der Wirtschaftsförderer der Stadt, Tino Scharschmidt, geht weiter: „Wir sind uns einig.“

Verträge mit Unterschriften und die Änderung im Grundbuch fehlen aber noch. Kommt es dazu, gehört nicht mehr nur die Zufahrt zum Schlachthof der Stadt, sondern auch die direkt nördlich und südlich angrenzenden Flächen. Dafür übernimmt die Südfleisch Holding das Teich-Grundstück neben dem Tierheim. Die Hintergründe dieses „Flächentauschs“, wie Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) das Geschäft nennt, sind kompliziert, aber bedeutend.

Zum einen fließt dadurch Geld ins Stadtsäckel, weil die kommunale Fläche höher bewertet ist als die des Schlachthofs. Wie viel genau, will Wolf jedoch nicht sagen. Zum anderen nützt der Handel beiden. Denn so kommt die Stadt in Besitz von 1,8 Hektar zusammenhängendem Land, das sie wiederum gewinnbringend als Industriegewerbefläche verkaufen kann. Und: Nur unter dieser Bedingung fließen 4,9 Millionen Euro Förderung vom Land für die neue Abwasserleitung. Diese wiederum braucht der Schlachthof dringend, um seine Betriebserlaubnis zu behalten. Denn die Produktion von derzeit 660 Tonnen Rind- und Schweinefleisch pro Tag ist aktuell nur per Ausnahmegenehmigung möglich.

Den Verdacht, dass der Kuhhandel auch dazu dient, die Fläche im Anschluss über von Strohmännern geführte Firmen wieder an den Schlachthof zu verkaufen, weist Wolf jedoch entschieden zurück. „Zum heutigen Zeitpunkt gibt es keine Angebote von Südfleisch“, so der Rathauschef. Vielmehr versuche man, auf der Fläche verschiedene Firmen aus der Wertschöpfungskette Nahrungsmittel anzusiedeln und ihnen bestmögliche Bedingungen zu bieten. „Möglicherweise haben diese Rahmenverträge mit dem Schlachthof, sind aber juristisch nicht mit ihm verbunden.“ Außerdem sei eine „Förderung nur für eine Firma rechtlich ausgeschlossen. In diesem Fall müsste man das Fördergeld komplett zurückzahlen.

Nach OVZ-Informationen ist auf den 1,8 Hektar die Ansiedlung einer Logistik-und einer Reinigungsfirma für Schlacht-Utensilien geplant. Auf die Frage, ob Letztere von einem Südost-Fleisch-Geschäftsführer geleitet wird, antwortet Vion-Sprecher Steinkühler: „Welche Firma?“ Auch zu anderen Details wich er aus: „Die anschließende weitere Nutzung – nach dem Verkauf – des Geländes obliegt der Stadt Altenburg.“ Ebenso schmallippig gibt sich Wirtschaftsförderer Scharschmidt. Er sagte nur, dass es Interessenten für die Fläche gebe, die Gespräche aber noch „in einer frühen Phase“ seien.

Der Bau der Abwasserleitung, der Ende des Monats beginnen soll, ist die letzte Maßnahme, damit der Schlachthof seine vor drei Jahren still und leise von 440 auf 660 Tonnen erhöhte Fleischproduktion regulär fortsetzen darf. Diese war ursprünglich direkt vom Schlachthof zur Kläranlage geplant, führt nun aber über Knau und Gerstenberg und soll im Herbst 2018 fertig sein. Die Kosten dafür sowie für zwei Pumpstationen und einen Rückhaltekanal betragen knapp 5,6 Millionen Euro, wovon das Land Thüringen 4,9 Millionen Euro bezahlt. Den Rest teilen sich Stadt und Schlachthof. Aufgrund der enormen Abwassermenge, die der von 70 000 bis 80 000 Menschen entspricht, muss auch die Kapazität der Kläranlage in Primmelwitz erhöht werden.

Von Thomas Haegeler

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