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Altenburg Stadtrat Altenburg wählt neuen Bürgermeister – und verabschiedet Vorgängerin
Region Altenburg Stadtrat Altenburg wählt neuen Bürgermeister – und verabschiedet Vorgängerin
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17:21 31.08.2018
Frank Rosenfeld (r.) bedankt sich beim Stadtrat, nachdem dieser ihn mit klarer Mehrheit zum Bürgermeister gewählt hat und bevor OB André Neumann (CDU, l.) seinen Wunschkandidaten beglückwünscht. Quelle: Ronny Seifarth
Altenburg

Es ist 19.52 Uhr, als im Altenburger Ratssaal Applaus ertönt. Das Klatschen der Stadträte gilt am Donnerstagabend etwa kurz vor der Halbzeit der Sitzung Frank Rosenfeld. Kein Wunder. Hatten die Volksvertreter diesen doch kurz zuvor in geheimer Wahl mit klarer Mehrheit zum neuen Bürgermeister der Skatstadt gewählt. 29 Räte stimmten für den 53-jährigen Juristen, der Wunschkandidat von Oberbürgermeister André Neumann (CDU) ist, zwei gegen ihn und einer enthielt sich.

Kritische Fragen zu Rosenfelds Neutralität

„Ich werde mich nun mit meiner ganzen Kraft und meinem ganzen Gewicht für die Stadt Altenburg einsetzen“, sagte Rosenfeld und bedankte sich für das Vertrauen. Dass es Leute gibt, die daran zweifeln, brachte zuvor Birgit Klaubert (Linke) zum Ausdruck. Dies tat die frühere Bildungsministerin, indem sie den SPD-Kreischef vor der Wahl fragte, wie er seine dienstliche Neutralität in der Arbeit mit dem Stadtrat zu wahren und im Konfliktfall zwischen ihm und dem OB zu handeln gedenke. Schließlich werde sogar diskutiert, die Stelle neu auszuschreiben.

„Bei mir steht der Beruf immer vor der politischen Tätigkeit“, antwortete der neue Bürgermeister. Er sei daher gern bereit, alle Fraktionen unabhängig zu beraten, Entscheidungen entsprechend vorzubereiten und mögliche Handlungsalternativen aufzuzeigen. Das befand Klaubert als „typische Rechtsanwaltsantwort“.

Moos war zweite Bewerberin um Bürgermeister-Posten

Der Applaus nach Rosenfelds Wahl war indes noch verhalten gegen die stehenden Ovationen, die die Stadträte seiner Vorgängerin Kristin Moos bei deren Abschied entgegenbrachten. Allerdings war zuvor durch die Beschlussvorlage zur Rosenfeld-Wahl bekannt geworden, dass Moos die zweite Bewerberin für den Posten gewesen war. Und das, obwohl sie bereits im Herbst ihren Rückzug aus persönlichen Gründen bekannt gegeben hatte. „Das hatte formale Gründe und stand auch so in der Ausschreibung“, erklärte sie diesen scheinbaren Widerspruch. OVZ-Informationen, wonach das vor allem deshalb geschah, um sich finanzielle Versorgungsansprüche zu sichern, wollte die frühere Bürgermeisterin nicht kommentieren.

Hinweis auf Missstand und emotionaler Abschied

Dafür war sie bei ihrer kurzen Abschiedsrede ziemlich gerührt, von den vielen Blumen, Geschenken und emotionalen Worten. „Das ist ja wie eine kleine Blumengartenschau“, sagte Moos, die sich eine Landesgartenschau in Altenburg gewünscht hätte. „Vielleicht ist ein späterer Zeitpunkt der richtigere.“ Doch sie nutzte die Bühne auch, um auf einen Missstand aufmerksam zu machen. So säßen „kluge Köpfe“ im Baudezernat. „Aber es fehlen mindestens 20, die das Team verstärken.“ Eine Klarheit, für die sie viele Volksvertreter in den vergangenen zwölf Jahren schätzen gelernt haben. „Der Applaus zeigt, was wir denken“, sagte Stadtratschef Alexander Büring (CDU) stellvertretend. Am Ende standen alle auf. Da war es aber schon 21.39 Uhr.

Von Thomas Haegeler

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