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Altenburg Trister Nordplatz: Altenburg will Schmuddelkind aufhübschen
Region Altenburg Trister Nordplatz: Altenburg will Schmuddelkind aufhübschen
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00:18 05.12.2016
Die zwei Ebenen des Nordplatzes sollen mit ordentlichen Treppen und Rampen verbunden werden Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Der graue November ist an sich schon öde. Betritt man um diese Jahreszeit den Nordplatz, rutscht die Stimmung vollends in den Keller. Geschäfte sind dicht, die Sparkassenfiliale auch, Freiflächen und Treppen marode, der Platz wirkt verlassen, wenn da nicht der Händler mit Billigklamotten wäre, der für den einzigen Farbtupfer im tristen Rund sorgt. Immerhin findet alle zwei Tage ein kleiner Wochenmarkt statt.

Als sehr schlecht und unansehnlich beschreibt die Stadtverwaltung den Zustand des wichtigsten Platzes in Altenburgs größtem Wohngebiet. Denn das ist Nord mit seinen 6500 Einwohnern. Doch die Zahl wird schrumpfen, Prognosen zufolge auf 4300 im Jahr 2030 und auf 1150 im Jahr 2060. Eine andere Schätzung sieht die Einwohnerzahl in 45 Jahren sogar bei Null.

Nord wird dennoch nicht im Stich gelassen. Das versicherte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) zur jüngsten Stadtratssitzung. Die Lebensbedingungen dürften sich nicht verschlechtern. „Wir haben gegenüber den dort wohnenden Menschen die Verpflichtung, etwas zu tun“, betonte Wolf. Wenn Gebäude abgerissen werden müssen, dürfen die zurückgelassenen Flächen nicht veröden und vermüllen und Tür und Tor für Vandalismus öffnen.

Deshalb bekommt der Nordplatz nun eine neue Chance. Mehrheitlich stimmten die Stadträte für eine Planung, die die Neugestaltung des Areals vorsieht. Preiswert wird dies nicht, eine Berechnung kommt auf 2,34 Millionen Euro – eine Summe, die Altenburg im Moment nicht aufbringen kann. Auch deswegen riet Stadtrat Johannes Schaefer (Grüne/Stadtforum) dazu, vor einem Beschluss nochmals in den Ausschüssen Einsparmöglichkeiten auszuloten.

Natürlich könne man Nord nicht aufgeben, obwohl der Stadtteil in den nächsten Jahren deutlich an Einwohnern verlieren werde. Man müsse sich aber auch die Frage stellen, was man sich leisten könne. Schaefer forderte, keine falschen Hoffnungen zu wecken und keine Planungen zu beschließen, deren Umsetzung nicht zu finanzieren sei. Schaefer erinnerte dabei an die Bewerbung um die Landesgartenschau und die Finanzierung der betreffenden Projekte. Beides auf einmal sei nicht zu schaffen.

Auch Bürgermeisterin Kristin Moos räumte ein, dass sich die Umsetzung nur über viele Jahre realisieren lasse. Die Finanzierung sei im Moment nicht geklärt. Die Planung aber biete bereits jetzt Sicherheit für Gewerbetreibende und Vermieter, da signalisiert wird, dass die Stadt das Wohnumfeld verbessern möchte.

Auch der Oberbürgermeister sah durch die Einwände Schaefers die Umsetzung seiner Pläne in Nord gefährdet, vor allem, weil auch die CDU-Fraktion mit einer erneuten Diskussion in den Ausschüssen liebäugelte. Wenn die Planung jetzt nicht beschlossen würde, könnten bestimmte Projekte im Frühjahr nicht umgesetzt werden, obwohl sie im Etat bereits abgesichert seien, warnte Wolf. Als Beispiele nannte er die nötige Rasenaussaat und Gehölzanpflanzungen. Wenn man hier nichts unternehme, riskiere man, dass bestimmte Flächen veröden und verunkrauten.

Mit nur zehn Ja-, aber 21-Neinstimmen sprach sich der Stadtrat schließlich gegen eine erneute Diskussion in den Ausschüssen aus. Gegen die Stimmen der Fraktion Grüne/Stadtform wurde die Planung schließlich beschlossen.

So soll der Nordplatz umgebaut werden

Neubau eines barrierefreien Platzes zwischen den nordöstlich gelegenen Gebäuden, bestehend aus einem unteren und einem oberen Platz

Beide Areale, die einen Höhenunterschied von 2,40 Meter aufweisen, werden durch Treppen und Rampen verbunden

Die obere Fläche wird weiterhin für den alle zwei Tagen stattfindenden Wochenmarkt genutzt

Neubau einer Parkanlage aus Grünflächen mit Bäumen und Sträuchern sowie asphaltierten Wegen für Fußgänger und Radfahrer

Ausstattung des Areals mit Sitzgelegenheiten, Spiel- und Sportgeräten

Neubau oder Sanierung von Parkflächen an den Rändern

Für den ehemaligen Einkaufsmarkt soll eine neue Nutzung gefunden werden.

Von Jens Rosenkranz

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