Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° Regen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg feiert Jubiläum

25 Jahre Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg feiert Jubiläum

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg ging 1991 aus der kommunalen Gebäudewirtschaft hervor. Das 25-jährige Bestehen wird am 3. September mit einem Mieterfest auf dem Schlosshof gefeiert. Michael Rüger hat in der Chefetage die Entwicklung des Unternehmens, das ein schweres Erbe antrat, hautnah begleitet.

SWG-Chef Michael Rüger ist besonders stolz auf das neue Areal am Markt.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die meisten Altenburger können mit dem Namen noch etwas anfangen: Gebäudewirtschaft. Zu DDR-Zeiten kümmerte sich diese Firma um den kommunalen Wohnungsbestand – mehr schlecht als recht in der Mangelwirtschaft. An den Rändern der Stadt wuchsen schlichte Plattenbauten, im Zentrum verfielen derweil die imposanten Häuser.

1991 trat die Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg mbH dieses Erbe an – und feiert demnach in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Für das Mieterfest am 3. September chartert die SWG wegen des Jubiläums sogar den Agnesgarten im Schlosshof. Dann dürfte an den Tischen wohl auch die Erinnerung aufkommen, wie zwei Jahre nach dem Mauerfall in der Skatstadt ein volkseigener Betrieb in ein marktwirtschaftlich arbeitendes Wohnungsunternehmen umgewandelt wurde.

„Wir standen mit 15 000 Wohnungen da, darunter 6000 Wohnungen in den Plattenbaugebieten Nord und Süd“, erinnert sich SWG-Chef Michael Rüger. Der Ingenieur-Ökonom hat die wechselvolle Zeit hautnah begleitet. Fing er doch 1987 bei der Gebäudewirtschaft an, stieg als junger Mann noch vor der Wende zum ökonomischen Direktor auf und hatte sich in der am 6. Dezember 1991 gegründeten SWG gleich als kaufmännischer Leiter zu beweisen. Als der erste SWG-Chef Jürgen Roll 2010 in den Ruhestand ging, nahm Rüger seinen Platz ein. Heute zählt die SWG, deren alleiniger Gesellschafter die Stadt Altenburg ist, noch 5200 Wohnungen im eigenen Bestand (davon 2000 in der Innenstadt) und verwaltet 450 Wohnungen für private Hausbesitzer. In den 25 Jahren schmolz die Zahl der Beschäftigten von 240 auf jetzt 50, vom Bauhof trennte sich die Firma Ende der 1990er Jahre.

„Wir standen vor einem Berg von Aufgaben und haben viel bewegt“, blickt der 63-jährige Rüger zurück. „Die Plattenbauten mussten modernisiert werden, und wir hatten eine total verwahrlose Innenstadt“. Der größte Altenburger Vermieter entschied sich, dort zu beginnen, wo die meisten Menschen leben – im Neubau. „Bis zur Jahrtausendwende sanierten wir 50 Prozent des Bestandes“, weiß Rüger.

Erst 2003/04 habe sich die SWG auf erste Sanierungen in der Altstadt konzentriert. Die Teichstraße 22 bis 27 war die erste Häuserzeile, die mit Hilfe von Fördergeld in Schuss gebracht wurde. Seitdem geht das städtische Unternehmen quartierweise vor. Alles in allem investierte es seit seiner Gründung 182 Millionen Euro, steckte davon 97 Millionen Euro in die Altstadt. „Aktuell haben wir einen Sanierungsgrad von 79 Prozent“, erklärt Rüger. Das heißt im Umkehrschluss, dass noch ein Fünftel des Bestandes im desolaten Zustand ist.

Während auf der einen Seite Geld in die Häuser gesteckt wurde, schmolz auf der anderen Seite der Bestand. Im Zuge der Altschulden-Entlastung mussten Ost-Unternehmen 15 Prozent ihrer Wohnungen privatisieren, so auch in Altenburg. Noch bis vor wenigen Jahren plagte sich die SWG zudem mit offenen Vermögensfragen herum. Alt-Eigentümer wollten und bekamen ihre Häuser zurück. Und aufgrund des rasanten Bevölkerungsrückgangs musste sich die SWG schon ab Ende der 1990er Jahre mit dem Abriss von Gebäuden beschäftigen und ließ in Nord 1400 Plattenbau-Wohnungen verschwinden.

Hinzu kamen planmäßige Veräußerungen. „Wir wollten die Erneuerung auf eine breite Basis stellen und verkauften Häuser mit Sanierungsauflage“, erläutert Rüger. In den 25 Jahren habe die SWG über 200 Wohngebäude veräußert. Viele seien danach von privater Hand in einen „super Zustand“ gebracht worden. Etwa 50 Objekte stehen noch auf der Verkaufsliste, wozu Auktionen genutzt werden.

Die nächsten Vorhaben sind im aktualisierten Entwicklungskonzept umrissen, das die Jahre 2016 bis 2025 umfasst. „Wir werden in dem Zeitraum knapp 50 Millionen Euro investieren“, verspricht Rüger. Und richtet den Blick auf „zwei Hammervorhaben“. So nimmt die SWG die leere Häuserzeile Puschkinstraße 11 bis 14, die einen jämmerlichen Eindruck macht, ins Visier und will dort 34 moderne Wohnungen schaffen. Bauzeit soll 2017/18 sein. Die andere Vision heißt „Wohnpark Lindenau“. Im modernen Baustil soll hinter dem Kaufland in Südost ein neues Gebiet mit 130 Wohnungen entstehen und die Erschließung 2017 starten. Die SWG wird sich aber auch weiter dem Abriss von Häusern widmen müssen und will natürlich den Leerstand verringern. Derzeit liegt der im vermietbaren Bereich bei 18 Prozent, etwa jede fünfte Wohnung ist also verwaist.

Besonders stolz ist Rüger übrigens auf das Areal am Markt, das 2015 sogar eine Anerkennung beim Innovationspreis „Zukunft Stadt“ erhalten hat. Trotz erheblicher Widerstände sei dort ein attraktives Objekt entstanden. Und er will, dass Altenburg weiter an Attraktivität gewinnt. „Alles, was verfällt, stört mich.“ Leider reiche die Kapazität nicht, alles auf einmal anzupacken. „Doch wir sind auf dem richtigen Weg.“ Auch die Gebiete Nord und Südost werde die SWG weiter entwickeln.

Von Frank Prenzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig geht in die nächste Runde. Alle Infos finden Sie hier! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • Belantis - Infos und Events
    Belantis - Infos und Events

    Belantis - das AbenteuerReich im Herzen Mitteldeutschlands. Hier gibt es Neuigkeiten und alle Infos zu den Events! mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und weitere asisi-Projekte in Dresden, Berlin und anderen Städ... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr