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Star-Tenor René Kollo tritt gemeinsam mit dem Gemischten Chor Altenburg in der Brüderkirche auf

Star-Tenor René Kollo tritt gemeinsam mit dem Gemischten Chor Altenburg in der Brüderkirche auf

Die Glocken der Brüderkirche schlagen Punkt 18 Uhr, als die imposante Orgel im Inneren erklingt und Organist Nigel Hurley aus Wales die Eurovisions-Hymne von Marc-Antoine Charpentier erklingen lässt.

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Konzerthöhepunkt: Der Berliner Tenor (Mitte) singt mit dem Gemischten Chor Altenburg "Der Mond ist aufgegangen".

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Kurze Zeit später betritt René Kollo die Bühne und heimst - ohne einen Ton von sich gegeben zu haben - einen großen Applaus ein.

Der 73-jährige Weltstar beginnt sein Konzert mit dem Lied "Auf der Heide blühn die letzten Rosen" und weckt damit bei so manchem Zuschauer Kindheitserinnerungen. Nach zwei Liedern verabschiedet sich der Sänger für einen kurzen Moment und überlässt seinem Organisten Hurley das Feld. Diese Prozedur zieht sich durch das gesamte Konzert. "Wahrscheinlich muss er zwischendurch seine Stimme ölen", spottet eine Zuhörerin.

Nach der Unterbrechung kündigt René Kollo ein italienisches Liebeslied an. "Aber keine Angst, es ist nicht von Berlusconi", bringt er sein Publikum zum Lachen. Der gefühlvolle Vortrag des romantischen Stückes beseitigt letzte Assoziationen an den schmalzigen Italo-Polit-Klatsch.

Ganz Bühnenprofi, streut Kollo im Verlauf des Konzerts immer wieder kleine Anekdoten rund um die Komponisten der vorgetragenen Lieder ein, erheitert sein Publikum und lockert die klassischen Stücken immer wieder auf.

Nach gut 45 Minuten gönnt sich der Sänger dann eine Pause und überlässt dem Gemischten Chor Altenburg die Bühne, der nach einem Aufruf in der OVZ für den Auftritt vom Veranstalter ausgewählt wurde. Wer jedoch gehofft hatte, dass René Kollo gemeinsam mit dem Chor singt, wurde in diesem Moment enttäuscht. Nach einer knappen halben Stunde betritt der Meister selbst wieder die Bühne und trägt Lieder von Händel, Bach sowie Norbert Schulzes "Ach ich hab in meinem Herzen da drinnen einen wundersamen Schmerz" vor.

Seit mehr als 50 Jahren steht der gelernte Opernsänger bereits auf der Bühne, feierte mit "Hello Mary Lou" ebenso Erfolge als Schlagersänger und machte sich Ende der 60er-Jahre weltweit einen Namen mit Rollen in Opern von Mozart, Verdi, Puccini und Wagner.

Auch das musikalische Erbe seiner Vorfahren, Walter und Willi Kollo, führt er bei seinen Auftritten fort. So singt er im Altenburger Konzert beispielsweise das bekannte Lied "Lieber Leierkastenmann", das sein Vater Willi 1928 komponierte.

Nach mehr als eineinhalb Stunden verabschiedet sich René Kollo von seinen Gästen und bittet als Höhepunkt noch einmal den Gemischten Chor auf die Bühne der Brüderkirche. Gemeinsam singen sie das bekannte Volkslied "Der Mond ist aufgegangen", das klanggewaltig in der dritten Strophe gipfelt, als Kollo das Publikum auffordert, miteinzustimmen. Ein ergreifender Moment und würdiger Schlusspunkt für ein vielfältiges Konzert.

Monique Pucher

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