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Starkenberger Quarzsandwerke legen zu

Starkenberger Quarzsandwerke legen zu

In Starkenberg ist seit Kurzem ein Eisenbahnverkehrsunternehmen ansässig. Anfang des Jahres nahm die Starkenberger Güterlogistik (SGL) ihren Betrieb auf.

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Die Starkenberger Quarzsandwerke betreiben inzwischen ein eigenes Bahnunternehmen mit sieben Lokomotiven.

Quelle: Mario Jahn

Starkenberg. Die GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der Starkenberger Quarzsandwerke. Der Kieswerkbetreiber kaufte bereits im April 2014 von der Wismut sieben Lokomotiven sowie die Gleisanlagen vom Betriebsgelände in Starkenberg bis in den Ronneburger Ortsteil Raitzhain. "Damit haben wir unsere Logistiksparte deutlich erweitert", sagt Verkaufsleiter Ralf Müller im OVZ-Gespräch. Der Baustoffhersteller unterhält, wie in der Branche nicht selten, seit Jahren bereits eine LKW-Flotte. Diese wurde im April in die SGL integriert. "Damit können wir jetzt noch besser Sand, Kies, Lehm und Ton zu unseren Kunden bringen und treten darüber hinaus deutschlandweit als Dienstleister im Güterverkehr auf", so Müller weiter.

 

Über die Höhe der getätigten Investition gibt das Unternehmen keine Auskunft. Doch angelaufen, zu Beginn noch in die Quarzsandwerke integriert, sei das neue Geschäftsfeld gut. Wie Müller einräumt, bekam das hiesige Eisenbahnverkehrsunternehmen dabei ausgerechnet von den Bahn-Gewerkschaften Starthilfe. Denn die Starkenberger waren nicht von den Streiks der Lokführer betroffen, profitierten aber davon. Etliche Kunden hätten sich wegen der Streiks von der Bahn abgewendet, um ihre Güter von der SGL transportieren zu lassen, verdeutlicht Müller.

 

Die SGL-Lokomotiven haben in den vergangenen Monaten bereits Schrott, Getreide, Dünger und vieles mehr quer durch Deutschland gezogen. Natürlich nutzt die SGL dafür außerhalb des eigenen 23 Kilometer langen Netzes die Gleise der Deutschen Bahn. Darüber hinaus mietet die Firma auch die jeweils nötigen Waggons.

 

An Aufträgen mangelt es derzeit nicht. "Aber an Arbeitskräften", wie Müller erklärt. Momentan beschäftigt die SGL circa 20 Mitarbeiter. "Doch wir suchen händeringend nach mehr Personal: Lokführer, Fahrdienstleiter, Eisenbahnschlosser und so weiter." Laut Müller wird für nahezu alle Berufsfelder des Bereichs Eisenbahn Verstärkung gesucht. Interessenten können sich gern an den Betrieb wenden und sich nach offenen Stellen erkundigen.

 

Die neu gegründete Gesellschaft SGL ist ein weiteres Standbein der Starkenberger Quarzsandwerke. Hauptgeschäftsfeld ist aber nach wie vor die Produktion von Baustoffen, also Sanden und Kiesen. Rund drei Millionen Tonnen holt das Unternehmen jährlich aus dem Boden der Starkenberger Region. Die Vorräte reichen noch sehr lange, oder wie sich Müller ausdrückt: "Ein Ende ist nicht abzusehen." Natürlich, so betont er, setze jede Genehmigung zur Erschließung neuer Abbaufelder die Rückgabe rekultivierter ausgekiester Flächen voraus.

 

Die abgebauten Baustoffe sind weit über die Region hinaus begehrt. So fährt seit knapp einem Jahr drei Mal pro Woche ein Zug mit 23 Waggons voller Sand von Kraasa nach Baden-Württemberg. Denn dort wird in Verbindung mit dem Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 auch die ICE-Strecke zwischen Stuttgart und Ulm neu gebaut. Die Baustoffwerke liefern für drei Tunnel einen Teil des Baumaterials (die OVZ berichtete). "Wir haben den Auftrag bekommen, weil wir hier eine Lagerstätte haben, die über den langen Bauzeitraum und in der benötigten Menge gleichbleibend die geforderte Qualität bietet - und wir zudem einen Eisenbahnanschluss haben", so Müller. Auf dem Rückweg nehmen die Züge Abraum aus den Tunnelbaustellen mit nach Thüringen. Der Lieferauftrag sei unabhängig von der Abnahme des Aushubs, betont der Verkaufsleiter. "Das machen wir, weil so unsere Transportkosten sinken. Auch wenn es nicht immer klappt, mit einem vollen Zug zurückzufahren."

 

Das Material von der Schwäbischen Alb - laut Müller alles mineralisch von Felsstücken über Bauschutt bis hin zu Erde - wird auf dem Betriebsgelände umgeschlagen und unter anderem auf Deponien geschafft. "Aber nicht, um es dort einzulagern. Mit dem Material werden die Deponiekörper gebaut beziehungsweise saniert." Schließlich sind die Starkenberger auch zertifizierte Spezialisten für die Deponiesanierungen - ein weiteres Standbein der Firmengruppe, die inzwischen etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt. Abraum aus Stuttgart, der nicht für den Deponiebau wie beispielsweise derzeit in Gera-Untitz Verwendung findet, wird auch zum Bau von Lärmschutzwällen genutzt. Müller: "Was wir aus Stuttgart mitnehmen, ist kein Müll, es handelt sich vielmehr um Ersatzbaustoffe." Mit rund zehn Partnern arbeiten die Starkenberger Quarzsandwerke diesbezüglich zusammen.

 

Laut Müller ist der Tunnel-Bau-Auftrag ein großer und wichtiger für die Firma, aber nicht der einzige. Denn die Qualität aus den Kraasaer Gruben ist begehrt. Nicht nur bei den Baufirmen der Region und den Betonmischwerken im Dreiländereck Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, sondern in der gesamten Republik. Müller: "Wir sind sehr gut ausgelastet und arbeiten in drei Schichten."

Jörg Reuter

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