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Statistik als Streitobjekt: Polizei sprichtvon weniger Unfällen als Landesamt

Statistik als Streitobjekt: Polizei sprichtvon weniger Unfällen als Landesamt

Die Zahl der Toten hingegen sank von sieben auf einen. Allerdings ist um diese Statistik ein Streit entbrannt. Denn die Polizei geht zwar weitgehend von einer ähnlichen Tendenz aus, arbeitet aber mit deutlich niedrigeren Werten.

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Tödlich verunglückt ist im März 2014 auf der B 7 am Abzweig Nöbdenitz ein 38-jähriger Autofahrer. Es war der einzige Verkehrstote im Vorjahr im Landkreis.

Quelle: Mario Jahn (Archiv)

So war man in der Polizeiinspektion (PI) Altenburger Land erstaunt über die OVZ-Anfrage mit der Bitte um Einschätzung, warum es im Vorjahr wieder mehr Unfälle gab. Hier sprach man lediglich von 1786 Crashs, was nur einer mehr gewesen sein soll als 2013. Eine ähnliche Differenz bei den totalen Zahlen zeigt sich in den Jahren zuvor. Selbst bei den Unfällen mit Personenschaden gab es laut PI mit 239 unterm Strich 18 weniger, als das TLS meldete. Zumindest soll der Anstieg hier im Vergleich zum Vorjahr mit 24 in etwa auf dem des offiziellen Niveaus gelegen haben. Die Zahl der Toten hingegen stimmt exakt überein.

 

Die niedrigeren Zahlen bestätigte auch die Landespolizeiinspektion (LPI) in Gera. "Wir können nur mit den Zahlen arbeiten, die uns das Thüringer Landesamt für Statistik zur Verfügung stellt", sagte Sprecherin Marlen Wedel auf Nachfrage. Einige Nachforschungen und Anrufe später gab es hier die Erklärung, dass man dem TLS die Unfallzahlen am Jahresende melde, aus Erfurt bis März des Folgejahres die offiziellen Zahlen bekomme, mit denen man arbeite, die Statistiker im Jahr darauf dann aber andere Zahlen in ihrem Jahrbuch veröffentlichen. Warum, wisse niemand. Nachmeldungen seien möglich, aber in dieser Größenordnung sehr unwahrscheinlich, schätzte Wedel ein.

 

Das Prozedere mit den ersten beiden Schritten bestätigte das TLS, den letzten nicht. Zumal dieser für 2014 noch gar nicht möglich ist. Zwar prüft man die von der Polizei gemeldeten Zahlen und korrigiert diese, wenn sich etwa im Laufe der Ermittlungen ergibt, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um versuchten Selbstmord gehandelt hat - oder umgekehrt. Aber die Größe der Differenz blieb auch dem Landesamt für Statistik suspekt. "Die Abweichungen können von unserer Seite nicht beurteilt werden, da uns die genaue Quelle und die explizite Auswertung nicht vorliegt", erklärte Sprecher Thomas May. "Ich kann Ihnen versichern, dass die Angaben des TLS die offiziellen und endgültigen Ergebnisse zum Unfallgeschehen darstellen."

 

Trotz unterschiedlicher Trends beim Unfallgeschehen 2014 und insgesamt anderer Zahlen bleibt die Erklärung der Polizei gleich. "Seit den 1990er-Jahren ist der Trend schon sinkend, so dass es nur statistische Schwankungen sein können", sagte LPI-Sprecherin Wedel. "Und die können ganz verschiedene Gründe haben." Dazu zählen laut PI Altenburger Land etwa Witterungsverhältnisse, weil in Jahren mit viel Nässe, Schnee oder Eis mehr passiert. Aber auch etwas mehr Alkohol und Drogen am Steuer sowie deutlich gestiegene Missachtungen der Vorfahrt zählen zu den Gründen. Erstaunlich ist jedoch, dass überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache abgenommen hat.

 

Erfreulicherweise ist das Plus bei verunglückten Personen aber ausschließlich auf Leichtverletzte zurückzuführen. Hier wiederum ist sich die Polizei - wie auch beim Gesamttrend der sinkenden Unfallzahlen und -toten in den letzten 20 Jahren - ziemlich sicher: Hier spielen die immer sicherer werdenden Autos eine entscheidende Rolle. © Kommentar

Thomas Haegeler

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