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Altenburg Staunen in Gleina: Postkarte ist über 13 Jahre unterwegs
Region Altenburg Staunen in Gleina: Postkarte ist über 13 Jahre unterwegs
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19:00 07.02.2017
Absender Klaus Kertscher und Empfängerin Gisa Hochmuth freuen sich, dass die lange verschollene Karte wieder aufgetaucht ist. Quelle: Mario Jahn
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Gleina/Todtmoos

Ein paar freundliche Zeilen aus dem Urlaub, niedergeschrieben auf einer Ansichtskarte: Klaus Kertscher wollte seinen Lieben daheim eine Freude machen. Und das ist ihm gründlich gelungen. Solch ein Hallo, solch eine ausgelassene Stimmung hat wohl noch keine Postsendung im Hause Hochmuth ausgelöst. Obwohl – beziehungsweise weil – diese Karte stolze 13 Jahre, 7 Monate und 21 Tage unterwegs war.

Am Dienstag ist sie angekommen. Ein bisschen geknickt zwar, doch immer noch glänzend. Ein gedruckter Botschafter aus dem herrlichen Südschwarzwald; das Frontmotiv zeigt die typischen blumengeschmückten Häuschen, eingebettet in die Landschaft auf 700 Metern Höhe. Es war der erste Urlaub von Ulla und Klaus Kertscher im Kurort Todtmoos in Baden-Württemberg. Damals, 2003. „Ich erinnere mich noch gut daran“, sagt der inzwischen 84-Jährige aus Gleina in der Gemeinde Nobitz. Das Ehepaar hat sich wohlgefühlt, daran lässt die Karte keinen Zweifel. „Die Ferienwohnung ist sehr angenehm, mit schönem Ausblick“, hat Klaus Kertscher auf die Rückseite geschrieben. Und weil er als ehemaliger Technischer Direktor die Genauigkeit liebt, notierte er das Datum auf der Karte: 17. Juni 2003.

Die kleine Randnotiz rückte am Dienstag in den Mittelpunkt. Denn auch die Deutsche Post hat ein Datum hinterlassen. „Der Stempel datiert auf den 6. Februar 2017. Als wäre sie gerade erst eingeworfen worden“, sagte Gisa Hochmuth staunend. Die Tochter der Kertschers war die Adressatin der Ansichtskarte – zusammen mit ihrem Mann Mathias Hochmuth und dem Team des Landhotels Gleina, das die beiden führen. „Wir konnten es gar nicht glauben, was wir da plötzlich in der Post hatten“, erzählte Gisa Hochmuth und lacht vergnügt. „Wir sind auch gleich zu meinem Eltern rüber und haben uns bedankt.“ Ulla Kertscher konnte nun endlich mit einem bald 14 Jahre alten Zweifel aufräumen: „Sie hatte sich immer wieder gefragt, ob sie die Karte überhaupt in den Briefkasten gesteckt hat. Jetzt hat sie Gewissheit“, berichtete die Tochter.

Bleibt die Frage, wie es der Karte erging. Dieses Rätsel wird sich wohl nicht lösen lassen. Vermutlich fristete sie unentdeckt ein Nischendasein, sehr wahrscheinlich ist sie auf Abwege gekommen. Letzteres legen die zwei Poststempel – von 2003 und 2017 – und das Briefzentrum 58 nahe: 58 steht für Hagen im Ruhrgebiet. Zumindest scheint auf den letzten Metern alles klargegangen zu sein. Die Postfrau hat die Hochmuths gefunden, trotz falscher Adressangabe: Gleina gehört inzwischen nicht mehr zu Saara, sondern seit der Eingemeindung zu Nobitz. Und der Gruß aus dem Schwarzwald war vermutlich der letzte, der für 45 Cent zugestellt wurde. Die Post hat die Marke akzeptiert. Ohne Nachporto.

Von Kay Würker

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