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Altenburg Steffen Gründel gewinnt Wahl zum Thüringer des Jahres
Region Altenburg Steffen Gründel gewinnt Wahl zum Thüringer des Jahres
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18:15 16.12.2012
Gelöstes Lächeln: Der Altenburger Polizist Steffen Gründel (2.v.l.) zeigt voller Stolz die Auszeichnungsurkunde als Thüringer des Jahres, die er von MDR-Landesfunkhaus-Direktor Werner Dieste (2.v.r.) und dem Vorstandschef der Thüringer Ehrenamtsstiftung, Volker Düssel, am Sonnabend in Erfurt bekam. Sozialministerin Heike Taubert zählt zu den ersten Gratulanten. Quelle: Marco Prosch

Steffen Gründel ist Thüringer des Jahres 2012. Der Altenburger Polizeihauptkommissar bekam bei einer Umfrage des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) Thüringen sowie der Thüringer Ehrenamtsstiftung 27,64 Prozent aller Stimmen. Damit ist der 57-Jährige über sechs Prozent besser als die Zweitplatzierte Astrid Adler aus Tiefenort. Insgesamt standen zwölf Kandidaten aus dem gesamten Freistaat zur Wahl, die jeden Monat des laufenden Jahres wegen ihres großen ehrenamtlichen Engagements vorgeschlagen wurden.

Gründel hatte in den zurückliegenden zwei Wochen beim Internet- und Telefonvoting vom Startschuss an souverän geführt. Doch beim Schlussspurt wurde es eng und enger. "Das habe ich schon bemerkt und eher mit dem dritten Platz gerechnet", gestand Gründel nach der feierlichen Auszeichnung im Foyer des MDR-Landesfunkhauses in Erfurt. "Ich hatte da teilweise einen Blutdruck von gefühlt 200, so aufregend war das." Aber auch seine vielen Mitstreiter, allen voran Ehefrau Walburga, fieberten vor Ort mit. Als Gründels Name am Sonnabend gegen 16.20 Uhr aufgerufen wurde, fiel nicht nur von dem Polizisten eine Zentnerlast ab. Noch bevor er das Rampenlicht betratt, um sich die Blumen und den Scheck über 2000 Euro abzuholen, küsste er innig seine Frau - ein Zeichen des Dankes für ihre langjährige Unterstützung.

Sichtlich gerührt nahm er seine Würdigung entgegen und dankte im Anschluss allen, die für ihn angerufen haben. "Es geht hier nicht um meine Person, sondern um die vielen, die das Projekt Policat in all den Jahren unterstützt haben", gab Gründel die Lorbeeren umgehend weiter. "Diese Ehrung ist ein ganz wertvolles Qualitätssiegel für unser Projekt. Es ist die Bestätigung, dass diese Aktion bei den Menschen und vor allem den Kindern, die es ansprechen soll, ankommt", sagte der 57-Jährige, ehe er MDR-Moderator Steffen Quasebarth nochmals kurz den Werdegang des Präventionsprojektes beschrieb. Darin sollen Kinder auf spielerische Art lernen, wie sie sich richtig verhalten, wenn sie beispielsweise von Fremden angesprochen oder mit kleinen Geschenken gelockt werden. Policat, eine Plüschkatze in Polizeiuniform, ist sozusagen das Maskottchen der gesamten Aktion, die Gründel und Co. in der Freizeit sowie mit privatem Geld ins Leben gerufen haben.

Auch die 2000 Euro Preisgeld werden nun in Policat fließen. "Davon finanzieren wir die Anfertigung des vierten Spielesets. Ende Februar soll das Projekt auch an der Nobitzer Grundschule starten, wofür es eingesetzt werden soll", erzählte Gründel gelöst nach den Anstrengungen seines 14-tägigen "Wahlkampfes". "Auch dieser Endspurt war eine große Teamleistung. Wir haben auf Flyern und Plakaten um Stimmen geworben. Danke nochmals an alle, die mithalfen und für uns stimmten."

An den Thüringer des Jahres am Samstagabend heranzukommen, war übrigens schon eine kleine Lotterie. Denn unablässig klingelte das Telefon und konnte der Geehrte Glückwünsche entgegennehmen oder Interviewwünsche beantworten. "Der erste Anruf nach der Wahl ging aber an meine Mutter", unterstrich Gründel. Denn sie war eine der eifrigsten Stimmer für den Sohn, wählte im Endspurt "mindestens hundertmal" seine Kandidatennummer an. "Sie hat ja kein Internet, wo die Feier im Livestream verfolgt werden konnte. Aber bis zur Fernsehsendung um 19 Uhr wollte sie sich natürlich auch nicht auf die Folter spannen lassen. Ich hatte die Order, sie sofort anzurufen", sagte der Polizist und schmunzelte.

Doch Steffen Gründel vergaß vor einem gemütlichen abendlichen Bummel über den Erfurter Weihnachtsmarkt mit seiner Frau und zwei bis drei Glühwein auch nicht die Mitkandidaten: "Eigentlich haben sie alle den Preis verdient, egal wie viele Stimmen sie hatten."

Das sah auch Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (54, SPD) so: "Ein Stück weit sind sie alle verrückt, und zwar im ganz positiven Sinn. Weil sie sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen und etwas für die Gesellschaft tun."

Monique Pucher/Jörg Wolf

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