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"Steht auf für Gerechtigkeit" Gedanken zum Weltgebetstag

"Steht auf für Gerechtigkeit" Gedanken zum Weltgebetstag

Während Sie jetzt die OVZ lesen, vielleicht beim Frühstück oder in einer Arbeitspause, ist etwas Ungewöhnliches im Gange. Seit gestern Abend schon sind, beginnend auf den Südseeinseln, in Neuseeland und Australien, im Fernen Osten in Japan, Südkorea, China, Malaysia, Indonesien und Indien, überall Frauen unterwegs, um zu beten.

Mit dem Lauf der Sonne geht eine Welle des Gebets durch die Zeitzonen unserer Erde. Eine Gebetswelle, die Segen verbreitet und Frieden stiftet. Gegen Mittag wird sie Europa erreicht haben.

Am Nachmittag und Abend treffen sich dann Frauen in Deutschland, um in die Welle des Gebets einzutauchen. Was ist los? Warum machen die Frauen das? Heute ist Weltgebetstag der Frauen. Seit über 150 Jahren wird der Weltgebetstag immer am ersten Freitag im März begangen. Er ist damit älter als der Internationale Frauentag am 8. März.

Sie haben noch nichts davon gehört? Das liegt in der Natur der Sache. Ganz in der Stille und im Verborgenen ist eine der faszinierendsten Aktivitäten der christlichen Kirchen gewachsen. In den letzten 30 Jahren ist angesichts einer Welt, die immer enger zusammenrückt und kleiner wird, eine große Gebetsbewegung in Gang gekommen, die weiter wächst.

170 Länder nehmen in diesem Jahr daran teil. Frauen aus allen Nationen, Rassen, Konfessionen und Sprachen nehmen sich Zeit, um gemeinsam die Sorgen und Probleme unserer Welt in ihre Gebete aufzunehmen. Jedes Jahr erarbeitet eine Gruppe Frauen eines anderen Landes die Gebetstexte. In viele Sprachen übersetzt, werden sie dann von den Frauen weltweit gemeinsam gebetet. In diesem Jahr sind es Frauen aus Malaysia. Sie greifen die speziellen Probleme ihres Landes auf und machen sie zum Gebetsgegenstand. Sie bringen Besonderheiten ihrer Frömmigkeit und Glaubenslieder ihrer Kultur mit ein. Begleittexte informieren über die Situation der Christen und der anderen Religionen in diesem Land. Das macht das Beten konkret und sorgt dafür, dass nicht in starren Formeln gebetet wird.

Vielleicht denken Sie jetzt: Na und? Eine nette Geschichte, aber ändern wird sich nichts. Wissen Sie eigentlich, dass sich in den letzten 100 Jahren unsere Welt mehr durch Gebete zum Guten verändert hat als durch Kriege und Revolutionen? Gegen die gefalteten Hände der Hindus unter Führung von Mahatma Gandhi waren die Waffen der Engländer am Ende machtlos. Sie mussten Indien verlassen. Die Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King hat mit betenden Händen die Apartheid in den USA besiegt. Südafrika, in dem bis vor 22 Jahren die Apartheid und schrecklichster Rassismus Staatsdoktrin waren, ist ein freies Land geworden, weil Nelson Mandela und andere schwarze und weiße Führer politischen Aktivitäten mit Gebeten begleitet haben. Der Fall der Mauer, das Ende des Unrechtsstaates DDR, das Gelingen der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung in Deutschland sind von vielen Namenlosen in den Kirchen der DDR herbei gebetet worden. Beten kann Berge der Unfreiheit und des Unrechts bewegen.

Das Motto des Weltgebetstages lautet "Steht auf für Gerechtigkeit". Dafür werden Menschen überall in der Welt gebraucht. Auch in Deutschland und in Altenburg. Es ist gut, dass sich Frauen, mit Sicherheit auch einige Männer, in Altenburg treffen, um aufzustehen und für Gerechtigkeit zu beten. Um 18 Uhr treffen sich die Beter aus allen Konfessionen und die Konfessionslosen in der katholischen Kirche in der Frauengasse.

heute von Pfarrer i.R. Jürgen Hauskeller

Ehrenamtlicher Polizeiseelsorger im Altenburger Land

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