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Altenburg Sternsinger im Altenburger Land unterwegs
Region Altenburg Sternsinger im Altenburger Land unterwegs
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05:00 04.01.2017
Unterwegs im Altenburger Dichterviertel: die Sternsinger Florentine, Jacquelin, Johann und Anna (von links), begleitet von Klein-Noah mit Mama Rebecca. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Hunderten Menschen sind sie in den vergangenen Tagen schon begegnet. „Es waren herzliche Gespräche. Viele haben uns direkt auf der Straße angesprochen“, erzählt Gabriele Scholler. Kein Wunder: Die Sternsinger fallen auf, wo sie im Stadtbild auftauchen – gewandet als Heilige Drei Könige und Sternträger, ausgestattet mit einer Sammelbox und starken Stimmen. Noch bis Samstag sind die Kinder in vier Gruppen in Altenburg und Umgebung unterwegs.

Gabriele Scholler ist in der Region die gute Seele der Aktion. Seit die katholische Tradition der Sternsinger nach der Wende im Landkreis Einzug hielt, ist sie dabei. „Das ist dieses Mal unsere 24. Aktion“, sagt die Gemeindepädagogin der katholischen Kirchgemeinde Altenburg. International hat der Brauch des Sternsingens Jahrhunderte alte Wurzeln. Von Weihnachten bis in der Regel zum Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar ziehen Kindergruppen von Tür zu Tür, bringen den Segen an, singen und sammeln für wohltätige Zwecke.

Weil die Katholiken und Freunde dieses Brauchs in hiesigen Breiten weniger präsent sind als in den alten Bundesländern, kommen die Sternsinger hier auf Wunsch und Anfrage. Viele Einrichtungen, von der Apotheke über den Seniorentreff bis hin zur Sozialstation, haben um einen Besuch gebeten, ebenso zahlreiche Privatleute, die die Sänger an der Haus- oder Wohnungstür empfangen. „Da die Schule wieder begonnen hat, kommen wir jetzt nachmittags. Und weil mancher erst am kommenden Wochenende aus dem Silvesterurlaub kommt, haben wir den 7. Januar extra noch angehangen“, erklärt Gabriele Scholler. Außerdem werden einige Sternsinger am Freitag schulfrei haben, um diverse öffentliche Einrichtungen anzusteuern.

Bis Samstag, so schätzt die Gemeindepädagogin, werden die Sternsinger aus Altenburg, Rositz und Schmölln mehr als 200 Besuche absolviert haben. Für die Kinder eine Herausforderung, vor allem stimmlich. Alte und neue Kirchenlieder haben sie im Repertoire. Und jeweils auch ein afrikanisches. Denn das ostafrikanische Kenia steht bundesweit im Mittelpunkt des diesjährigen Dreikönigssingens. Konkret die Region Turkana im Nordwesten des Landes, wo extremer Wassermangel herrscht. Die gesammelten Spenden sollen den Menschen dort zugute kommen. „Wegen des Klimawandels hat es dort seit zwei Jahren nicht mehr geregnet. Dabei haben die Bewohner der Turkana am allerwenigsten zu diesem weltweiten Klimawandel beigetragen“, verdeutlicht Scholler. „Die Sternsinger haben sich im Vorfeld zweimal getroffen und sich mit Kenia und dem Anliegen der Aktion beschäftigt.“

Mit Kleinbussen der Kirchgemeinde sind sie seit vergangener Woche immer wieder unterwegs – quer durch den Landkreis, von Ehrenhain bis Nöbdenitz, von Dobitschen bis Heiligenleichnam. Auch in Schmölln öffneten Sternsinger Türen, zum Beispiel bei Gewerbetreibenden und am Rathaus. Bürgermeister Sven Schrade (SPD) dankte mit einem Briefumschlag für die Sammelbox.

Gabriele Scholler rechnet bis zum Wochenende mit einem vier-, bestenfalls sogar fünfstelligen Spendenbetrag, um in Kenia Katastrophenhilfe und Wiederaufbau zu unterstützen. Unterstützung brauchen allerdings auch die Sternsinger. „Wir suchen für nächstes Jahr weitere Kinder, die mitmachen wollen“, wirbt die 56-Jährige. Die Konfession spielt keine Rolle. Schon jetzt sind junge Segensbringer in den Gruppen, die keiner Kirche angehören. „Anderen Freude bereiten und helfen, allein darum geht es.“

Von Kay Würker

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