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"Sternstunde des Stadtrats" - Altenburg und Gera billigen Finanzierungskonzept für das Theater / Heute muss noch der Kreistag entscheiden

"Sternstunde des Stadtrats" - Altenburg und Gera billigen Finanzierungskonzept für das Theater / Heute muss noch der Kreistag entscheiden

Erwartungsgemäß hat gestern Abend der Altenburger Stadtrat seinen Beitrag zur Rettung des Theaters geleistet. Er gab grünes Lichts sowohl für die neue Finanzierung in den Jahren 2013 bis 2016 als auch für den interfraktionellen Antrag.

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Vor Sitzungsbeginn: Die Theatervereinsvorsitzende Barbara Grubitzsch und Benjamin Wenzel vom Verein Jugendtheaterwelt zeigen den Karton mit 31 128 Unterschriften zur Rettung des Theaters, die beide dem Stadtrat überreichen wollen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Von Ellen Paul

"Das ist eine Sternstunde des Stadtrats", sagt sein Vorsitzender Peter Friedrich (SPD) und die kaufmännische Geschäftsführerin des Theaters, Andrea Schappmann, strahlt übers ganze Gesicht. Zumindest in Altenburg ist die Kuh gegen 19.30 Uhr vom Eis. Einstimmig haben die Stadträte die neue Theaterfinanzierung gutgeheißen, um das strukturelle Defizit von 2,6 Millionen Euro jährlich ab 2013 gemeinsam mit den anderen Gesellschaftern und dem Freistaat auszugleichen.

Nachdem noch vor der Sitzung bekannt wird, dass nach CDU, SPD und Linken nun auch Pro Altenburg und die drei fraktionslosen Stadträte den interfraktionellen Antrag unterschrieben haben, steht auch dessen Befürwortung schon vorab fest. Die Skatstadt zahlt demzufolge ab 2013 den Anteil des Landkreises an der notwendigen Zuschusserhöhung mit. So soll den Kreisräten eine Brücke gebaut werden, der Theaterfinanzierung zuzustimmen. Sie hatten nämlich ihren Zuschuss bereits vor geraumer Zeit auf 1,73 Millionen Euro pro Jahr festgeschrieben. An der mangelnden Bereitschaft, daran etwas zu ändern, drohte die gesamte Theaterfinanzierung zu scheitern. Denn wenn nur eines der drei Gremien die Zustimmung verweigert, kippt das ganze Finanzierunskonzept. Dann droht ein massiver Kahlschlag mit Spartenschließungen und Kündigungen. Doch inzwischen mehren sich die Signale aus dem Kreistag, dass man dies ebenfalls nicht will.

In der Debatte nutzen die Redner aller Fraktionen die Möglichkeit, all jenen zu danken, die am Zustandekommen der neuen Haustarif-Regelung beteiligt waren. Das sind in erster Linie die Mitarbeiter des Theaters, die weiterhin auf durchschnittlich 12,5 Prozent des ihnen eigentlich zustehenden Lohns verzichten.

Verzichten müssen werden sicherlich auch die Altenburger auf die eine oder andere liebgewonnene Leistung, um die Zuschusserhöhung fürs Theater zu kompensieren. "Das tut durchaus weh", erklärt SPD-Fraktionschef Nikolaus Dorsch mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen. Jetzt sei es am Theater, dem auch gerecht zu werden, findet sein CDU-Kollege André Neumann. "Wir brauchen ein Theater, was Spaß macht und aus der Reihe fällt." So könne er sich eine Verschiebung der Sommerpause vorstellen, um im Schloss Barbarossa zu spielen. Und Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) wiederholt seine Forderung, dass Theater in Altenburg endlich wieder gelebt werden muss.

"Unsere 140 Jahre alte Dame bekommt jetzt die Chance, zumindest vier weitere Jahre zu leben", freut sich die Fraktionschefin der Linken, Birgit Klaubert. Eine Lösung auf Dauer ist es jedoch nicht. Wie es nach 2016 weitergeht, weiß niemand. Deshalb hat der Geraer Stadtrat, der das Finanzkonzept ebenfalls billigt, die Geschäftsleitung beauftragt, bis Mitte 2013 ein Konzept für die Zeit ab 2017 vorzulegen. Man möchte eine strategische Entscheidung.

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