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Steuer rauf, Preise auch: Saunabetreiber kommen ins Schwitzen

Steuer rauf, Preise auch: Saunabetreiber kommen ins Schwitzen

Ob und inwieweit sich das auf die Besucherzahlen auswirkt, ist momentan Spekulation. Wie die OVZ bei einer Umfrage in den Saunen des Kreises erfuhr, sind die Auswirkungen noch nicht abzusehen, weil die eigentliche Saunasaison in den Wintermonaten liegt.

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Torsten Bäslack und Jana Liebold schwitzen für ihre Gesundheit in der Sauna in der Alten Ziegelei in Altenburg. Seit die Mehrwertsteuer auf 19 Prozent angehoben wurde, müssen sie dafür auch tiefer in die Tasche greifen. Der Betreiber hat die Erhöhung auf seine Kunden umlegen müssen.

Quelle: Mario Jahn

Dennoch wird wenigstens teilweise mit Verdruss der Gäste gerechnet. Nicht zuletzt, weil in der Vergangenheit durch den Anstieg der Energie- und Wasserkosten bereits Preisanpassungen notwendig waren.

"Bei uns gab es schon negative Kommentare. Manche Gäste haben sich beklagt, dass schon wieder der Eintrittspreis angehoben wurde", erzählt Carlo Flor, Chef im Z III Meuselwitz. Er hat die Mehrkosten wegen des Wegfalls der Steuervergünstigung eins zu eins auf die Preise umlegen müssen. Damit zahlen die Saunabesucher nun elf Euro statt wie zuvor 9,90 Euro für zwei Stunden. Vor wenigen Jahren lag der Preis noch bei 6,50 Euro, so Flor. Inzwischen macht sich der Inhaber echte Sorgen um den Fortbestand seiner Sauna in der Kultzeche. "Anfangs hatten wir sechs Tage die Woche offen, heute lohnen sich gerade noch zwei Tage."

Anders ist das Stimmungsbild im Schmöllner Tatami. Wie Badleiter David Neumann berichtet, hätten die Besucher verstanden, dass die Einrichtung gezwungen war, die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf die Eintrittspreise umzulegen. "Sie verstehen es auch deshalb, weil es keine betriebliche Gründe dafür gibt, sondern staatliche. Das konnten wir gut kommunizieren." Auch Sorgen um die Nachfrage spielen im Tatami keine Rolle. Die Saunalandschaft sei nach wie vor ein Renner. "Zu uns kommen ja viele wegen des Schwimmbades und nutzen die Sauna in diesem Zusammenhang mit", erläutert Neumann.

Bei Franka Sigmantel, Inhaberin des Marienbades in Altenburg, stellt sich die Situation anders dar. "Unsere Stammkunden sind meist Rentner, die müssen oft mit jedem Cent rechnen", sagt sie. Dennoch hatte sie im Januar den Eintritt um einen Euro auf nunmehr 9,50 Euro erhöht. Grund waren die gestiegenen Energiekosten. Deshalb musste sie nun, trotz der Mehrwertsteuererhöhung, die Preise vorerst unverändert lassen. "Zur Zeit ist eh noch Sommerloch bei uns. Ich möchte zudem erst einmal sehen, wie sich die neue Situation auf die Bilanz auswirkt", erklärt die Sauna-Betreiberin. Frühestens im November will Sigmantel entscheiden, ob bei ihr die Saunapreise noch einmal verändert werden müssen.

Sofort gehandelt hat Birgit Truber im Wellness & Vital Studio in Nobitz. Um 50 Cent ist in ihrem Haus der Eintritt in die Sauna gestiegen. Was jedoch nur einem Teil der Mehrkosten durch den Anstieg der Steuer entspreche. "Meine Kunden haben das auch klaglos hingenommen, es gab keine Beschwerden", so die Chefin. In den vergangenen Jahren seien bei ihr die Besucherzahlen zwar ungefähr auf einem Niveau geblieben. Doch inzwischen macht sich Truber Gedanken, wie es in den kommenden Jahren weiter geht. Steigende Preise sind da nur ein Aspekt, ein anderer ist, dass fast nur ältere Leute die Sauna in Nobitz besuchen.

Dass das Schwitzen im heißen Dampf aus der Mode sei, glaubt Jens Woggon in der Alten Ziegelei in Altenburg nicht. Seiner Erfahrung nach sind die Resonanz und das Interesse an Sauna ungebrochen hoch. Dennoch, meint er, sei der Betrieb einer Sauna ein schwieriges Geschäft. "Das liegt vor allem daran, dass man dafür sehr viel Energie braucht, und die ist in den vergangenen Jahren immer teurer geworden, ähnlich ist es mit den Wasserpreisen", gibt der Geschäftsmann zu bedenken. Auch jetzt habe er keine andere Möglichkeit gesehen, als die Erhöhung der Mehrwertsteuer an die Kunden weiterzureichen. "Wie und ob sich das auswirkt, werden wir in den kommenden Monaten sehen. Die Saison hat ja noch nicht wirklich begonnen", erläutert Woggon.

Aus der Osterländer Volkszeitung vom 18.09.2015

Jörg Reuter

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