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Stiftsgraben in Altenburg: Bauprojekt bekommt jetzt Fahrt

Marode Straße Stiftsgraben in Altenburg: Bauprojekt bekommt jetzt Fahrt

Rein optisch scheinen die Warnbaken im Altenburger Stiftsgraben eine halbe Ewigkeit zu stehen. Sie sind fest in den Asphalt einbetoniert, und jetzt im Frühling sprießt an ihren Fußenden auch wieder das Unkraut durch die Ritzen. Genau genommen engen die Baken die Straße seit vier Jahren ein, wie OVZ-Leser Matthias Püschel weiß.

Mauer und Straße sind im Stiftsgraben desolat. Baken halten den Verkehr seit Jahren von den kritischen Stellen fern.

Quelle: Frank Prenzel

Altenburg. Rein optisch scheinen die Warnbaken im Altenburger Stiftsgraben eine halbe Ewigkeit zu stehen. Sie sind fest in den Asphalt einbetoniert, und jetzt im Frühling sprießt an ihren Fußenden auch wieder das Unkraut durch die Ritzen.

Genau genommen engen die Baken die Straße seit vier Jahren ein, wie OVZ-Leser Matthias Püschel weiß. Er muss mit seinem Auto regelmäßig durch den Stiftsgraben und beklagt den Zustand als „untragbar“. Käme ein Fahrzeug entgegen, müssten Kraftfahrer schon mal zurück stoßen, um Platz zu machen, sagt er und hofft, dass das Übel so schnell wie möglich an der Wurzel gepackt wird.

Auslöser für das Aufstellen der Baken ist die marode Stützmauer auf der Seite des Magdalenenstifts. Mit der Absperrung werden Autos und vor allem Laster von dem Bauwerk, das die Straße kaum noch stützt, fern gehalten. Schäden gibt es aber nicht nur an der auf Fahrbahnhöhe endenden Mauer, sondern auch am Straßenkörper, wie Altenburgs Pressesprecher Christian Bettels verdeutlicht. Zum Glück sei die Stelle kein Unfallschwerpunkt, und die Absperrung bei rücksichtsvoller Fahrweise zumutbar. „Es soll aber kein Dauerzustand bleiben, darin sind wir uns einig“, so Bettels. Mit „wir“ meint er die Stadt und das Evangelisch-Lutherische Magdalenenstift Altenburg. Denn eine Sanierung macht nur Sinn, wenn Mauer und Straße gleichzeitig in Schuss gebracht werden. Der Straßenkörper liegt in kommunaler Hoheit, die Mauer indes gehört zum Grundstück des Magdalenenstifts. Bettels: „Wir fühlen uns beide in Verantwortung und sind dabei, eine bauliche Lösung zu finden.“

Die Verhandlungen seien „nicht ganz einfach“, sagt Bettels. Zwischen beiden Seiten wird dabei auch um die Verteilung der Kosten gerungen, denn die Erneuerung dürfte wohl mit einer sechsstelligen Summe zu Buche schlagen.

Auch der Geschäftsführer des Magdalenenstifts, Dirk Keiner, sagt: „Es muss gehandelt werden.“ Die Naturstein-Mauer sei gebaut worden, als noch ein ganz anderer Verkehr herrschte. Dem Druck heutiger Fahrzeuge sei sie nicht gewachsen, eigentlich müsste die Straße sich ohne Mauer tragen, erklärt er. Betroffen sei ein Stück von etwa 50 Metern, auf 15 Metern sei das Problem akut.

Dirk Keiner hat auch ermutigende Botschaften: „Die exakten Planungen gehen jetzt los, ich hoffe, dass wir noch in diesem Jahr bauen können. Stift und Stadt seien „partnerschaftlich“ dabei, das Projekt zu stemmen. Wie sich die Kosten verteilen, dazu hält sich auch der Geschäftsführer bedeckt. Entweder teile man sich in das Gesamtprojekt oder müsse in einem Zeitraum zwei Bauvorhaben – Straße und Mauer – gesondert ausführen. Das Stift jedenfalls habe „eine Summe in die Rücklage genommen“.

Dirk Keiner räumt ein, dass beide Parteien schon etwa eineinhalb Jahre zu dem Thema im Gespräch sind. Jetzt wolle man endlich Nägel mit Köpfen machen.

Allerdings wird die Straße auch nach der Sanierung für Kraftfahrer eng bleiben, betonen Bettes und Keiner unisono. Vermutlich werden wieder Parkflächen geschaffen, so dass auch künftig zwei Autos nicht aneinander vorbeikommen. „Man wird sich die Verkehrsführung ansehen müssen. Auch für Fußgänger ist es keine ideale Situation“, sagt der Chef des Stifts. Und Bettels bekräftigt: „Es besteht nicht die Absicht, dass im Stiftsgraben schnell gefahren werden kann.“

Von Frank Prenzel

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