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Altenburg Stimmung in der Wirtschaft des Kreises trübt sich ein
Region Altenburg Stimmung in der Wirtschaft des Kreises trübt sich ein
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18:34 24.10.2012

Von Thomas Haegeler

"Die Bedenken, dass die Lage schlechter wird, sind deutlich stärker geworden", konstatierte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Höhne beim Blick auf den gesunkenen Konjunkturklimaindex. "Die Unternehmen sehen jetzt deutlich negative Seiten." Im Altenburger Land sank der Index, der aus Einschätzungen zur Geschäftslage und aus Erwartungen errechnet wird, erstmals seit Frühjahr 2010 wieder unter 100 Punkte. Unter den derzeit 92 Punkten lag er im Kreis nur Ende 2008 und im Krisenjahr 2009.

Besonders unzufrieden zeigten sich die 85 von der IHK befragten Unternehmer mit der Höhe der Kosten für Energie, Wasser und Abwasser sowie für die Müllentsorgung. Auch in punkto Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften gaben die Firmen schlechte Noten. Als positiv werteten sie hingegen die Leistungsfähigkeit der Energienetze, die Gewerbeflächen, die Verfügbarkeit von Dienstleistungen sowie die Sicherheit und das Angebot der Kinderbetreuung.

"Trotz der schwierigen Lage, die das Altenburger Land hat, geben 80 Prozent der ansässigen Unternehmer eine Standortempfehlung ab", bemerkte Höhne anerkennend. Das sei nach Jena die zweithöchste Zufriedenheit in Ostthüringen. "Das liegt aber nicht nur am Stolz, sondern hat handfeste Gründe wie etwa ein gutes Verwaltungsumfeld." Insgesamt sehe er ein gutes Potenzial für die Wirtschaft im Kreis, weil man selbst an den eigenen Standort glaube. "Und zufriedene Unternehmer sind die besten Werbeträger."

Dem stimmte Michaele Sojka vorbehaltlos zu. "Der Wirtschaftsstandort Altenburger Land ist besser als sein Ruf", erklärte die Landrätin beim anschließenden Gespräch in den Räumen der Fräger Antriebstechnik. "Neuansiedlungen sind wichtig, aber noch wichtiger ist die Pflege der bereits ansässigen Unternehmen." Da sei unter ihrem Vorgänger Sieghardt Rydzewski gute Arbeit geleistet worden, die sie fortführen wolle. Dafür habe sie mit ihrem neuen Berater Frank Schmitt den Bereich Wirtschaftsförderung gestärkt.

Daneben kündigte Sojka an, die Verwaltung transparenter zu machen, die Differenzen zwischen Altenburg und dem ländlichem Raum zu verkleinern und sich besser zu vernetzen - auch über Landesgrenzen hinweg. "Wir wollen weiterhin ein guter Dienstleister für Unternehmen sein, gerichtssichere Bescheide erteilen und die Plakette wirtschaftsfreundliche Verwaltung erwerben, um zu zeigen, dass es hier gute Voraussetzungen gibt", sagte sie. Um von den hohen Energiekosten herunterzukommen, schwebt ihr vor, autark zu werden, indem man mehr Strom selbst produziert. "Das setzt aber die Erlaubnis voraus, dass Kommunen stärker wirtschaftlich tätig werden dürfen."

Daneben machte die Landrätin klar, dass der Erfolg des Kreises als Standort maßgeblich von weichen Faktoren abhängt. "Wir dürfen unsere vielen kleinen Schulen nicht zentralisieren und müssen unsere Berufsschulen stärken, weil ich nicht möchte, dass wir alle dualen Ausbildungen an Gera verlieren." Zudem stehe sie als Moderatorin zur Verfügung, wenn es darum geht, die Kita-Öffnungszeiten an die Bedürfnisse der Wirtschaft anzupassen. "Und wir müssen unser Kultur- und Gesundheitsangebot sichern, damit man hier gut altern kann. Vielleicht lässt sich die Demografie so ein Stück weit umkehren."

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