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Strampeln für einen guten Zweck

Radel-Aktion der Rotarier Altenburg Strampeln für einen guten Zweck

„Naja, ein wenig zwickt es schon“, meinte Holger Frenzel mit einem Schmunzeln und Blick auf seine Oberschenkel. Der Apothekermeister hatte angesichts seiner sportlichen Aktivitäten vom Sonnabend einen ordentlichen Muskelkater. Denn just an jenem Tag saß der 46-Jährige mit vielen Gleichgesinnten insgesamt drei Stunden im Sattel eines Ergometers und kurbelte mit Ausdauer für einen guten Zweck Kilometer um Kilometer herunter.

Schwitzen für einen guten Zweck: Die Alte Ziegelei Altenburg und Rotary hatten am Sonnabend die Altenburger zum Benefizradeln eingeladen – und viele kamen.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Denn zum zweiten Mal nach 2014 hatte der Altenburger Rotary Club, dessen Präsident aktuell Holger Frenzel ist, zur Radel-Aktion in den Fitnessclub eingeladen, um viel Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Am Ende kamen dabei stolze 11 700 Euro heraus.

Insgesamt zwölf Stunden lang zwischen sieben Uhr in der Frühe und 19 Uhr am Abend galt es, die aufgestellten 39 Trainingsmaschinen möglichst ohne Unterbrechung in Betrieb zu halten. Frenzel selber hatte natürlich auch ein Team für die in Stundenscheiben geteilten Radeleinheiten am Start: „Alles in allem fünf Leute stehen wie bei den anderen Teams hinter der Aktion“, sagte er. Jeder Teilnehmer zahlte eine Startgebühr in Höhe von 25 Euro – ein als Sponsor gefundenes Unternehmen war aufgerufen, diesen Betrag noch zu verdoppeln. „Das so eingefahrene Geld kommt hundertprozentig Projekten für gehandicapte Kinder im Altenburger Land zugute“, erklärt der Chef der „Alten Ziegelei“, Jens „Eddy“ Woggon, der vor zwei Jahren diese Benefizaktion mit seinem Team aus der Taufe hob und mit seinen Mitarbeitern nicht nur die Rolle des Gastgebers übernahm, sondern die Sportler auch fachkundig betreute. Und der 53-Jährige kurbelte selbstverständlich ebenso eifrig mehrere Stunden für den guten Zweck. Wie hunderte Gleichgesinnte übrigens auch.

Sage und schreibe fast 300 mehr oder weniger Sport-, aber umso mehr Hilfswillige schwitzten auf den Aufruf des hier 43 Mitglieder zählenden Rotary Clubs für den guten Zweck. „In insgesamt 39 Teams treten die Sportler an, um sich abzuwechseln und jede Maschine über die gesamte Zeit in Betrieb zu halten. Das Ergebnis hat uns selber ein wenig überrascht, zeigt aber, dass wir mit dem Anliegen voll den Nerv getroffen haben. Immerhin hat sich die Zahl der Teilnehmer im Vergleich zur Premiere 2014 fast verdoppelt“, erklärte Woggon.

Keineswegs nur aus Altenburg, sondern dem gesamten Landkreis und sogar aus München, Leipzig oder Gera waren die Teilnehmer angereist. „Und besonders beeindruckend ist, dass sich hier gestandene Radsportler und Nichtathleten in jedem Alter und allen Bereichen des Lebens engagieren“, hatte der Clubchef beobachtet. Und die ganze Zeit über habe bei den Sportlern eine ausgemacht gute Stimmung geherrscht. „Dieses Engagement für ein soziales Anliegen schweißt eben alle zusammen und motiviert zusätzlich“, meinte Frenzel begeistert. Und so richtig ausgepumpt und über Belastungsgrenzen gegangen ist auch keiner der Starter. Denn erfahrene Kilometer interessierten niemanden, die Tachometer waren sogar abgeschaltet. „Es zählt heute nur das Ziel, sich sportlich im Rahmen des eigenen Leistungsvermögens zu betätigen“, unterstrich Woggon.

Gleichzeitig wurden parallel weitere Spenden für das Projekt gesammelt und übernahmen Sponsoren die Rundumbetreuung der kurbelnden Runde. Als dann der Präsident am Samstagabend den konkreten Erlös der Aktion verkünden konnte, stieg die Stimmung nachmals merklich an: „Insgesamt 11 700 Euro kamen zusammen. Das ist mehr, als wir erwartet haben“, so Frenzel. Die Auswahl der Projekte, die jetzt konkret unterstützt werden, obliegt unter anderem der Stiftung, die die Rotarier gemeinsam mit dem hiesigen Lions Club für diesen Zweck gegründet haben.

Von Jörg Wolf

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