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Altenburg Straßenbau bringt Anwohner in Rödigen auf die Palme
Region Altenburg Straßenbau bringt Anwohner in Rödigen auf die Palme
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00:19 16.11.2017
Sorgt bei den Anwohnern für Unmut: die Straßenbaustelle in Rödigen. Quelle: Mario Jahn
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Lödla

„Was die Strabag mit uns macht, ist eine Sauerei“, machte sich Gemeinderat Sven Schumann (parteilos) in der jüngsten Sitzung der Lödlaer Volksvertreter Luft und wurde noch deutlicher. Anstoß des Ärgers waren die Arbeiten des Bauunternehmens im Ortsteil Rödigen. Dort haben die Anwohner das Problem, über die Baustelle zu ihren Grundstücken und Häusern zu kommen. Natürlich nur zu Fuß, aber auch das sei inzwischen kaum möglich. Weil die Firma keine Fußgängerführung angelegt hat, wie es auf Amtsdeutsch heißt, blieb nur eine Slalomstrecke um gefährliche Erdlöcher durch Schlammmassen, wie ebenfalls aufgebrachte Anwohner beschreiben.

Auf Anfrage gab Bürgermeister Torsten Weiß (CDU) ein Stück weit Entwarnung. Mittwochabend habe die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises vor dem Hintergrund massiver Beschwerden aus der Bevölkerung gegengesteuert und die Strabag dazu gebracht, nun endlich die geforderte Fußgängerführung anzulegen. „Das ist praktisch ein Weg durch die Baustelle, einen Meter breit, der den Namen Fußweg auch verdient, als wo auch älter Leute mit den Rollator lang kommen oder Mütter mit Kinderwagen. Das war lange Zeit nicht möglich“, so Weiß gegenüber der OVZ.

Seit dem Frühjahr laufen auf dem Dorfring in Rödigen die Arbeiten. Im Zuge der Ertüchtigung des Trink- und Abwassernetzes durch den Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL) erneuert die Kommune die betroffenen Straßenzüge. Zudem verlegt die Telekom Kabel. Bei den Schachtarbeiten wurde dann jedoch früher als erwartet auf Grundwasser gestoßen (die OVZ berichtet). Damit wurde es nötig, die Baustelle erst trockenzulegen, bevor es weitergehen konnte. Dies wiederum hatte zur Folge, dass der anvisierte Fertigstellungstermin Mitte November nicht gehalten werden konnte.

Obgleich sich Weiß wundert, dass von den Planern der hohe Grundwasserspiegel in Rödigen nicht vor Baustart entdeckt wurde, hat er Verständnis, dass diese Überraschung zu einem Bauverzug führt. „Aber die Firma hätte eher anfangen müssen zu versuchen, den Verzug aufzuholen“, sagt Weiß unzufrieden. Dabei lag es nicht an der Kommunikation. Jede Woche sei er mit der Starbag im Gespräch. Zig Mal habe er den Fußweg für die Anwohner gefordert und gebeten die Baustelle so zu sichern, dass sich im Dunkeln niemand verletzt. Und genauso oft habe er sich für einen schnelleren Baufortschritt intensiv eingesetzt. „Außer Versprechen und dem Verweis darauf, dass momentan keine Leute verfügbar sind, konnte ich nicht viel erreichen“, beklagt Weiß, der als Bürgermeister Bauherr ist.

Nun hätte die Strabag Mitte Dezember als möglichen Fertigstellungstermin herausgegeben, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. „Die Strabag plant ja immer ohne den Winter“, machte Sven Schumann seinem Ärger in der Gemeinderatssitzung weiter Luft. Für ihn ist auch die Vergabepraxis mit Schuld, dass es zu solchen Missständen kommt. „Das war doch abzusehen und ich habe das auch schon bei der Auftragsvergabe gesagt: Wenn es immer nur darum, geht wer es am billigsten macht, kommt so etwas dabei heraus. Viel besser wäre gewesen, wenn wir den Auftrag einem Unternehmen aus der Region gegeben hätten. “

Die Maßnahme schlägt laut Plan für die Gemeinde, in deren Auftrag die Straße gemacht wird, mit rund 75 000 Euro zu Buche. Der Zweckverband seinerseits investiert circa 770 000 Euro in Rödigen.

Von Jörg Reuter

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