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Altenburg Straßensperrungen in Nobitz: B 93 ab Januar dicht
Region Altenburg Straßensperrungen in Nobitz: B 93 ab Januar dicht
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16:17 08.03.2018
An der Sachsen-Franken-Magistrale reißt die Bahn ab Januar die Brücke im Nobitzer Ortsteil Lehndorf ab und baut eine neue. Deshalb ist die B 93 ab 9. Januar für mindestens ein Jahr gesperrt. Quelle: Mario Jahn
Nobitz

Der Gemeinde Nobitz steht nächstes Jahr und auch danach ein Ausnahmezustand bevor. Mehrere Straßenbaustellen mit Vollsperrungen sind geplant, die auf den schmalen Straßen zwischen den Ortschaften für Turbulenzen sorgen werden. Das größte Bauvorhaben beginnt bereits am 9. Januar: der Abriss und Neubau der Brücke in Lehndorf, die die Bundesstraße 93 über die Bahngleise führt. Weshalb die stark befahrene Verkehrsachse zwischen Altenburg, Gößnitz und Zwickau voraussichtlich bis Anfang oder Frühjahr 2019 komplett dicht ist.

Für die Deutsche Bahn ist diese Baustelle Teil des Großprojektes Sachsen-Franken-Magistrale. Bekanntermaßen wird im Streckenabschnitt Paditz–Lehndorf bereits seit 2014 intensiv gearbeitet, um die Trasse für Zuggeschwindigkeiten bis 160 Kilometer pro Stunde zu ertüchtigen. Rund 50 Millionen Euro hat die Bahn dafür im Budget. Ein Mammut-Eingriff, der bei Autofahrern und Anwohnern immer wieder für Geduldsproben sorgt. Zuletzt im Altenburger Ortsteil Ehrenberg, wo die Eisenbahnüberführung an der Schloßstraße neu errichtet und in diesem Zusammenhang die Straße umverlegt werden musste. Erst vergangene Woche wurde diese Maßnahme offiziell beendet und die Strecke zwischen Zschechwitz und Ehrenberg wieder für den Verkehr freigegeben. Rund sechs Wochen später als ursprünglich vorgesehen, weil unerwartet Kabel und Schaltkästen im Wege waren (die OVZ berichtete).

Nun also der nächste Brückenneubau. Die Straßenüberführung im Nobitzer Ortsteil Lehndorf wird komplett abgerissen und durch eine Stabbogenbrücke ersetzt. Die soll nicht nur breiter, sondern auch etwa einen Meter höher sein als das aktuelle Bauwerk. „In diesem Zusammenhang werden mehrere Stützwände errichtet und umfangreiche Straßenbauarbeiten durchgeführt“, erklärt Bahnsprecherin Erika Poschke-Frost. Ebenso steht der Einbau neuer Gleis- und Oberleitungsanlagen sowie Sicherungstechnik auf der Liste, Lärmschutzwände werden errichtet, der Bahnhof Lehndorf umgebaut. „Außerdem werden die technischen Anlagen in Paditz an das Elektronische Stellwerk Lehndorf angeschlossen. Schon jetzt läuft zwischen Lehndorf und Paditz die Erneuerung der Gleise, die bis voraussichtlich April 2018 andauert.“

Die Vollsperrung der B 93 hingegen währt bis 2019. Wie lange genau, hängt unter anderem von der Qualität des Winters ab. Die Bahn will den Zugverkehr aber während der gesamten Bauzeit aufrecht erhalten. Über Einschränkungen, die es geben soll, will man zeitnah informieren.

So oder so sorgt das Baugeschehen beim Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) für gemischte Gefühle. „Es wird zu einer immensen Einschränkung für die Gewerbetreibenden und für die Anwohner führen“, sagt der Gemeinde-Chef, verweist neben der Belastung und den längeren Wegen aber auch auf die Investitionen in die Infrastruktur im ländlichen Raum. „Wir wollen es alle schön haben.“

Insbesondere die schmalen Straßen und die Gefahr von zerfahrenen Banketten und Überlastung treiben Läbe Sorgenfalten auf die Stirn. „Es gibt eine offizielle Umleitung, aber wenn sich jemand einen Schleichweg sucht, kann man ihn nicht bestrafen. Es gibt keine Möglichkeit, die Bahn in Regress zu nehmen.“

Apropos offizielle Umleitung: Die führt laut Landratsamt aus Richtung Leipzig/Altenburg über die B 7 nach Schmölln und weiter über die Landesstraße bis zur Anschlussstelle Schmölln der Autobahn 4. Aus Richtung Zwickau/Meerane kommend geht es hingegen über Zehma und Mockzig auf der Landesstraße zur B 180. Angesichts der weiträumigen Umfahrung ist es aber vorprogrammiert, dass Schleichwege genutzt werden. Insbesondere der kürzeste über Zürchau und Saara.

Das wissen auch Läbe und Co., die deshalb überlegen, dort eine Ampel aufzustellen, um die Ausweichstrecke so unattraktiv zu machen und vor Überlastung zu schützen. „Wir gucken uns das zwei, drei Wochen an und werden eventuell eingreifen“, so der Bürgermeister. Im Frühjahr falle der Schleichweg dann ohnehin weg. Denn ab Ende April/Anfang Mai ist zusätzlich zur Vollsperrung der B 93 die Straße zwischen Zürchau und Saara für ein halbes Jahr komplett dicht, weil dort Hochwasserschäden an Straße, Brücken und am nahen Bachlauf behoben werden.

Wer aber glaubt, Nobitz hat es Anfang 2019 halbwegs geschafft, irrt gewaltig. Laut Läbe ist nach Abschluss der Arbeiten in Lehndorf geplant, die B 7 in Gleina komplett zu sperren. Grund hier: Die Bundesstraße soll am Großstöbnitzer Berg dreispurig werden. Weiterhin soll auch die Straße zwischen Großstöbnitz und Saara verbreitert werden, und auch die Mühlgrabenbrücke in Münsa steht auf dem Sanierungsplan. Dadurch wird wiederum die B 180 für längere Zeit voll gesperrt. Wann es genau losgehen soll, steht aber bei allen drei Vorhaben noch nicht fest. „Wir sind schon lange Schwerpunkt von Baumaßnahmen“, sagt der Nobitzer Bürgermeister. „Und werden es auch weiter bleiben.“

Von Kay Würker und Thomas Haegeler

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