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Altenburg Streichquartett zeigt zum MDR-Musiksommer sein Können
Region Altenburg Streichquartett zeigt zum MDR-Musiksommer sein Können
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07:09 25.07.2018
Das Aris-Streichquartett sorgte bei seinem Gastspiel in Altenburg für einen proppenvollen Festsaal. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Was ist das für ein musikalisches Jahr für Altenburg, dieses 2018! Gerade im Festsaal des Residenzschlosses hat sich einiges getan. Neben den gut besuchten Schlosskonzerten des Philharmonischen Orchesters des Theaters waren das Bostoner Jugendorchesters aus den USA und die Staatliche Philharmonie aus Zlin zu Gast. Dies wird sich fortsetzen: Mit dem Konzert der Kammerphilharmonie St. Petersburg am 10. August wartet im Rahmen des Altenburger Musikfestivals der nächste musikalische Höhepunkt.

Besucher von nah und fern

Zuvor stand jedoch am vergangenen Sonntag das Konzert im Rahmen des MDR-Musiksommers auf dem Programm. Wer jährlich regelmäßig mit solch einer Veranstaltung bedacht ist, wird musikalisch geadelt. Altenburg erhält diese musikalischen Weihen wieder seit einigen Jahren und bedankt sich mit einem stets ausverkauften Festsaal.

Viele Musikfreunde aus weiten Teilen Mitteldeutschlands pilgern dazu in die Stadt. „Auch wegen des Spielorts“ bestätigten Besucher. Wenn die Altenburger nicht aufpassen, werden sie von den Besuchern von außerhalb musikalisch ausgebootet. Den Tourismusverantwortlichen solls recht sein.

Fünf Könner

Mit dem Wissen über zahlreiche Preise und Auszeichnungen war das Aris-Streichquartett am Sonntag mit dem Ruf angereist, als eines der besten Nachwuchsensembles auf dem Weg zum absoluten Gipfel zu sein.

Die Quartettmitglieder Katharina Wildermuth, Noemi Zipperling, Caspar Vinzens und Lukas Sieber hatten sich mit der Klarinettistin Annelien van Wauwe verstärkt und damit ein Preisträger-Gipfeltreffen in Altenburg komplett gemacht.

Das Programm bot reichlich Auserlesenes. Mozarts Streichquartett B-Dur, KV 458 eröffnete den musikalischen Reigen und bewies, dass auch seine Streichquartette eine übersprudelnde Fülle von Themen als Merkmal aufweisen. Damit bescherte das Quartett dem Hörer einen Mozart-Genuss allererster Güte, pflegte einen insgesamt schlanken, angenehm transparenten Ensembleklang und ließ dabei gleichwohl zahlreiche sinnlich-schöne Momente erblühen, so etwa beim herrlichen Adagio mit einem silbrig schimmernden Geigenton.

Fülle von Ausdrucksmöglichkeiten

Als Robert Schumann 1842 seine drei Streichquartette op.41 schrieb, war er Neuling in diesem Genre und beließ es auch dabei. Seine romantische Begeisterung und das Studium der Klassiker Haydn, Mozart und Beethoven ermöglichten es ihm, eine Fülle neuer Ausdrucksmöglichkeiten in die Kammermusik zu bringen, sowohl in der Reinheit des Satzes als auch im Streben nach schöner Form. Das nahmen auch die Interpreten auf, indem sie den intimen Ton und die vokale Linie des Liederkomponisten Schumann miteinander verbanden und somit eine außerordentliche Dichte in jeden Satz brachten.

Clara Schumann selbst ist an ihrem 32. Geburtstag, dem Uraufführungstag der drei Quartette mit folgender Aussage verbrieft: „Ich kann über die Quartette nichts sagen, als dass sie mich bis ins Kleinste entzücken.“ Dem Altenburger Publikum im Festsaal ging es ähnlich.

Zaubertöne aus der Klarinette

Nach der Pause kam auch Klarinettistin Annelien van Wauwe im Klarinettenquintett h-Moll, op. 115 von Johannes Brahms zu Gehör. Eigentlich wollte er zu dieser Zeit nichts mehr komponieren. Doch dann traf er den Klarinettisten der Meininger Hofkapelle Richard Mühlberg, dessen Spiel ihn so beeindruckte, dass er sofort wieder zur Feder griff und einige Kammermusikwerke für ihn schrieb, darunter auch eben jenes Klarinettenquintett, ein reifes melancholisches Werk, das zeigt, wie gut Streicher und Klarinette klanglich harmonieren. Das bewies auch das Quintett, in dem die Klarinettistin zu zauberischen Tönen fand.

Alles, was das Aris-Streichquartett an herausfordernden Werken unter seine Bögen nahm, interpretierte es genussreich mit äußerster Sorgfalt. Der helle, lichte Klarinettenton von Annelien van Wauwe harmonierte so gut dazu, dass ein klanglicher Reichtum und eine perfekte Ausdruckspräzision höchsten Ausmaßes in den Festsaal gezaubert wurde.

Das euphorische Publikum erzwang schließlich die Zugabe – und was für eine: Den 2. Satz aus Mozarts Klarinettenkonzert KV 581, thematisch die Vorbereitung für sein Klarinettenkonzert KV 625. Die Zuschauer waren begeistert.

Von Manfred Hainich

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