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Streit um Fuß- und Radweg in Breitenhain nimmt kein Ende

Lucka Streit um Fuß- und Radweg in Breitenhain nimmt kein Ende

Fuß- und Radweg oder doch nur ein Fußweg? Wenn es nach dem Stadtrat von Lucka geht, ist die Sache klar: der Fuß- und Radweg in Breitenhain soll ein Fußweg werden. Anwohner gehen dagegen auf die Barrikaden.

Ganz schön eng: Schilder weisen darauf hin, dass man hier lieber nicht mit dem Rad fahren sollte.
 

Quelle: Mario Jahn

Lucka.  Die Aufregung um den Fuß- und Radweg im Luckaer Ortsteil Breitenhain reißt nicht ab. Nachdem der Stadtrat in seiner letzten Sitzung beschlossen hatte, den Weg zumindest streckenweise in einen reinen Fußweg umzuwandeln (die OVZ berichtete), sind einige Anlieger des Weges mit diesen Plänen der Stadtverwaltung ganz und gar nicht zufrieden.

„Der Weg war schon immer für Fußgänger und Radfahrer zugänglich. Das soll auch so bleiben“, fordert Anwohner Rudolf Krause. Der Weg, so seine Erläuterung, ist die schnellste Verbindung zwischen der Straße zwischen Lucka und Meuselwitz Richtung Stadtmitte. Er führt am Ende der Burgstraße durch eine Kleingartenanlage zur Meuselwitzer Straße.

„Auf diesem Weg ist noch nie etwas passiert“, sagt auch sein Nachbar Alfred Jürgen Möschke. „Seit 38 Jahren wohne ich nun hier. Ich habe noch nie erlebt, dass Fahrradfahrer und Fußgänger hier kollidiert sind.“

Das ist das Argument der Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn (parteilos) dafür, den Weg, zumindest streckenweise, in einen reinen Fußweg umzuwandeln. Denn: Der Weg ist nicht besonders breit – teilweise nur knappe 1,30  Meter, und kurvenreich. Und diese Kurven sind schlecht einsehbar. „Die Stadt ist für diesen Weg in der Versicherungs- und Verkehrssicherungspflicht“, erklärt sie auf OVZ Nachfrage. „Wenn dort etwas passiert, dann müssen wir zahlen.“

Für Backmann-Eichhorn ist die jetzt im Stadtrat angedachte Lösung die einfachste und vor allem kostengünstigste. Zu Beginn und am Ende des fraglichen Abschnitts stehen Hinweisschilder „Nette Menschen nehmen Rücksicht und fahren hier nicht mit dem Fahrrad!“ „Solche Schilder habe ich im Urlaub gesehen und fand sie für den Weg passend.“

Die Idee von Möschke und Krause: „Die Ecken, die die Sicht auf den Weg versperren, müssten ein wenig abgeschrägt werden, dann wäre die Kurvensicht für alle Beteiligten besser“, erklärt Möschke. Aber nur einer der Anlieger würde einen Teil seines Grundstückes abtreten: Karl-Heinz Hochmuth, ehemaliger Mitarbeiter im Ordnungsamt der Stadt Lucka. „Aus meiner Warte ist das Ganze von vorne herein falsch angegangen worden“, sagt er. „Von Beginn an hätte der Weg breiter angelegt werden müssen.“ Auch er kann sich nicht erinnern, dass während seiner 25-jährigen Tätigkeit im Ordnungsamt ein Unfall auf dem Weg passiert wäre.

Was hält der Anwohner auf der anderen Seite des Weges davon, eine Ecke seines Grundstückes abzugeben? „Das ist für mich absolut keine Option“, sagt Jan Kunze, ebenfalls Anwohner am Weg des Anstoßes. Für ihn – und alle Beteiligten – ist der Ärger mit dem Weg nichts Neues.

„2005 hat sich die Stadt in einem Vergleich mit Herrn Krause darauf geeinigt, dass der Verlauf des Weges geändert wird“, erklärt Kunze, damals als beigeladene Partei an dem Vergleich beteiligt. „Ursprünglich verlief der Weg gerade durch unser Grundstück. Diesen Verlauf wollten wir ändern und haben uns deswegen auf den Vergleich eingelassen.“ Der Weg führt nun um das Grundstück von Familie Kunze herum, wodurch auch die Kurven entstehen. Bevor der Vergleich geschlossen wurde, lag die Versicherungspflicht bei Familie Kunze, da es sich bei dem Weg um einen Privatweg handelte. Im Zuge des Vergleiches wurde der Weg gewidmet und erhielt so den Rang einer öffentlichen Straße. Seitdem ist die Stadt für den Weg verantwortlich.

Dass an diesen Engstellen noch keine Zusammenstöße passiert sein sollen, kann Kunze nicht bestätigen. „Unser Garten grenzt ja direkt an den Weg. Wir haben schon öfter mitbekommen, dass es dort zu brenzligen Situationen gekommen ist.“ Und auch die Bürgermeisterin kennt die Lage nicht nur aus Erzählungen. Ihr Haus steht direkt am Beginn der streitbaren Strecke.

Die Vorwürfe, sie verfolge mit der Rücknahme des Fahrrechtes private Interessen, weist sie zurück. „Ich nutze den Weg selbst als Fußgängerin. Der Weg soll ja nicht komplett verschwinden. Er soll nur für Radfahrer gesperrt werden – auf einem kurzen Stück. Danach kann man ja wieder auf sein Rad aufsteigen.“ Backmann-Eichhorn, seit neun Jahren Bürgermeisterin, sagt klipp und klar: „Wenn ich 2005 schon im Amt gewesen wäre, dann hätte ich schon damals dafür plädiert, aus dem Weg einen Fußweg zu machen.“

Von Tatjana Kulpa

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